Die Linke will die Gender Studies stärken, der Bund lehnt ab


Zu Erfolgen in der „Gleichstellungs- und Geschlechterforschung“ zählt das BMBF auch das Professorinnen-Programm. Der Linken ist…FOTO: FABIAN STRATENSCHULTE/PICTURE ALLIANCE/DPA
Die Linke kritisiert den geringen Anteil der Gender Studies am Forschungsetat des Bundes – und fordert mehr Solidarität gegen Anfeindungen.

Von Amory Burchard | DER TAGESSPIEGEL

Im Bundesforschungsministerium wird die Diskussion über die Gender Studies„sehr aufmerksam“ verfolgt. An der Förderung der „Gleichstellungs- und Geschlechterforschung“ werde festgehalten, betont Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke im Bundestag. Ebenso sei dem Ministerium bekannt, „dass es vereinzelt Angriffe und Anfeindungen gegen Geschlechterforscherinnen und -forscher gab“.

Doch was folgt daraus? Die Linken-Abgeordneten wollen mit ihrer Anfrage mehr Aufmerksamkeit für Hasskommentare im Internet und massive Drohungen gegen Genderforscherinnen erzielen. Forderungen aus der AfD, Fördermittel zu streichen und Professuren nicht nachzubesetzen, sieht die Linke in historischem Zusammenhang mit der Verfolgung der Sexualwissenschaft im Nationalsozialismus. Zu den aktuellen Gefahren von rechts will sich der Staatssekretär aber nicht äußern. Auf die Frage, welche Auswirkungen das Erstarken des Rechtspopulismus „auf den öffentlichen Diskurs um Gleichstellungs- und Geschlechterforschung“ habe, antwortet Müller, dazu lägen dem Bund keine Erkenntnisse vor.

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