„Psychologischer Terror“ – Ein Aussteiger über die Zeugen Jehovas


Oliver Wolschke blickt auf sein Leben als Zeuge Jehovas zurück. Heute staunt der 32-jährige Verlagsangestellte, wie er „zum Sklaven dieser Ideologie“ wurde. Der wichtigste Moment im Leben eines Zeugen Jehovas ist die Taufe, oft eine Massenzeremonie wie hier in Zagreb. © Gene Glover/Agentur Focus; Goran Jakus/Pixsell
Über 20 Jahre lang glaubte Oliver Wolschke an die Lehren der Zeugen Jehovas. Dass der Untergang der Welt bevorsteht. Dass vorehelicher Sex eine Sünde ist. Als er Vater wurde, zerbrach sein Glaube. Er verließ die Sekte, um seine Kinder zu retten. Nun ist er froh, dass ihm das gelang. Obwohl er dabei ungeheuer viel verlor.

Von Arno Luik | stern.de

Wie, Herr Wolschke, war das, als Sie zum ersten Mal an einer fremden Haustür klingelten und sagten: „Wir möchten Ihnen die frohe Botschaft Jehovas nahebringen!“

Ich war neun Jahre alt, und ich war unterwegs mit meinem, wie es bei den Zeugen Jehovas heißt, „geistigen Vater“. Ich war schon geschult in so kleinen Demonstrationen, wie man auf Ablehnungen, Einwände eingeht, wie man so einen Missionsbesuch einleitet.

Also, was sagten Sie?

Man ist sehr freundlich, sagt zum Beispiel seinen Namen: „Schönen guten Tag, mein Name ist Oliver Wolschke, und das hier ist mein Partner. Wir sind heute an Ihre Tür gekommen, weil wir festgestellt haben, dass die Menschen immer weniger an einen Gott glauben und …

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