Seyran Ates: „Frauenbild der Zuwanderer muss sich ändern“


Seyran Ates – (c) Katharina Fröschl-Roßboth
Migration. Die Juristin spricht sich für verpflichtende Wertekurse aus.

Von Köksal Baltaci | Die Presse.com

Ein radikales Umdenken beim Frauenbild ist für Seyran Ates die wichtigste Voraussetzung und zugleich größte Herausforderung bei der Integration insbesondere weiblicher Zuwanderer. „Sowohl die weiblichen als auch die männlichen Einwanderer müssen ihr Frauen- und Menschenbild ändern, ohne diese Grundlage werden wir die Integration dieser Menschen nicht schaffen“, sagt die deutsche Juristin und Frauenrechtlerin mit Wurzeln in der Türkei. „Das haben die vergangenen Jahrzehnte deutlich gezeigt, beispielsweise bei der Integrationsarbeit türkischer Migranten. Integration kann nicht funktionieren, wenn das Frauenbild nicht angegangen, sondern nur an der Oberfläche gekratzt wird.“

Daher müsse bei den staatlichen Integrationsangeboten darauf geachtet werden, dass an der „inneren Haltung und Einstellung“ der Zuwanderer, die sie fälschlicherweise mit dem Islam begründeten, gearbeitet wird. Etwa mit Wertekursen, die bereits im Kindergartenalter beginnen und die Menschenwürde und „den gleichberechtigten Blick auf Frauen“ im Fokus haben müssten. „Ich vergleiche das gern mit dem Bau eines Hauses, bei dem mit der Errichtung des Dachs begonnen wird, ohne an das Fundament zu denken“, sagt Ates.

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