Vom Nutzen und Nachteil der Religion für das Leben


Sloterdijks Begutachtung der Gegenwart klingt mit einem kulturkonservativen Mollakkord aus. (Montage: Suhrkamp / imago/ Stephan Wallocha)
Peter Sloterdijk zählt zu einer kleinen Schar öffentlicher Intellektueller in Deutschland, die mit ihren Äußerungen polarisieren, Widerspruch auf sich ziehen und Debatten auslösen. Nun hat der Philosoph ein neues Werk veröffentlich, in dem es um Glaubens- und Unglaubensversuche geht.

Von Martin Bauer | Deutschlandfunk

Manchmal tritt Peter Sloterdijk, der für „Vertikalspannung“ plädiert, das heißt für Rangordnung und Statusbewusstsein, bescheiden auf. Dann stellt er sich als Autor „philosophischer Arbeiten“ vor. Allerdings nimmt Sloterdijk ein ganz eigenes, um nicht zu sagen: eigenwilliges Verständnis von Philosophie für sich in Anspruch. Seine Arbeiten beschreibt er als die Überführung der Metaphysik in eine neue Disziplin: sie heißt „Allgemeine Immunologie“. Diese Immunologie liefert ein Modell von Wissen, mit dem Sloterdijk die metaphysische Tradition überwinden will.

Wo Metaphysik war, soll Immunologie werden

Metaphysik war nach antikem Verständnis ein Fach, das sich an die Naturwissenschaften anschließt, sie in der Allgemeinheit ihrer Erkenntnisse aber überbietet. Auch die Immunologie beansprucht, mehr zu sein als eine empirische Einzelwissenschaft. Was Sloterdijk ansteuert, ist eine Wissenschaft der Bedingungen, die Leben ermöglichen. Sie ermittelt, welche Schutzsysteme nötig sind, soll Leben – in Natur wie Kultur – gedeihen.

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