Warum Feminismus nicht nur ein Spezialfall des Humanismus ist


foto: apa/marcelo sayao Eine diskriminierungsfreie Gesellschaft wird auch der Feminismus nicht schaffen können. Das Bild zeigt die Ausstellung „Weight and lightness. Latin American photography between humanism and violence“, die 2012 im Cervantes Institut in Rio de Janeiro zu sehen war.
Humanismus bleibt aber die Antwort darauf schuldig, wie wir damit umgehen sollen, wenn die Würde des Menschen verletzt wird

Von Nils Pickert | dieStandard.at/Blog

Warum? Immer wieder: Warum? Seit ich mich mit Feminismus als sozialer Bewegung, politischer Theorie und, ja, von mir aus auch Ideologie beschäftige, verfolgt mich diese eine Frage: Warum machst du das? Flankiert wird diese Frage dabei oft von der Bemerkung, dass Gleichberechtigung „und so“ ja schön und gut sei, ich doch aber mit meinen Forderungen viel besser beim Humanismus aufgehoben sei. Der umfasse schließlich alle Menschen und beziehe die Rechte von Frauen folglich mit ein.

Überhaupt Frauen! Mit meinem Interesse an Geschlechtergerechtigkeit und Diskriminierungsfreiheit sei ich doch beim Feminismus nicht besonders gut aufgehoben, weil der ja schließlich, und wer wüsste das nicht, nur die Vorherrschaft des einen Geschlechts durch die des anderen ersetzen wolle.

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