Ahmad Mansour: „Der Terror hat natürlich mit dem Islam zu tun“


Der israelisch-arabische Psychologe und Autor Ahmad Mansour Foto: APA/dpa/Maurizio Gambarini
Der deutsche Islamismus-Experte Ahmad Mansour über Strategien gegen den Terror und warum die muslimische Community endlich Verantwortung übernehmen muss.

kurier.at

KURIER: Nach jedem Terroranschlag übt sich die Politik in stereotypen Durchhalteparolen, wie „Wir werden gewinnen“, oder „Wir sind stärker“. Das klingt freilich mittlerweile so, als ob wir nichts gegen den Terror tun können und ihn als Fakt hinnehmen sollten.

Ahmad Mansour: Natürlich können wir etwas dagegen tun. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Nachrichtendienste besser werden, wir müssen unsere Sicherheitskonzepte besser organisieren, wir müssen sensible Orte noch besser schützen, wir müssen uns vielleicht davon verabschieden, dass wir mit dem Auto direkt ein paar Meter vor den Check-ins am Flughafen parken können, sondern dass wir vorab durch Sicherheitsschleusen müssen. Das sind Maßnahmen, die jedes Land, das von Terror betroffen ist, über kurz oder lang einführen muss. Man braucht nur nach Israel zu schauen.

Aber auch diese Maßnahmen, die uns ja auch ein Stück Freiheit wegnehmen, garantieren keinen 100-prozentigen Schutz.

Nein, aber es werden dadurch hunderte Attentate pro Jahr verhindert, und es werden Dutzende Menschen gerettet. Jedes einzelne Menschenleben ist es wert, gerettet zu werden.

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