Schweiz: Der blinde Fleck der Linken


Ärgerte sich über die Islamkritik eines Atheisten: SP-Regierungsrätin Jaqueline Fehr. (Foto: Urs Jaudas)
Ein Post-Muslim und Atheist kritisiert linke Ideologien – und wird prompt diffamiert. Aber: Religionskritik muss in einer Demokratie erlaubt sein.

Von Michèle Binswanger | Tages Anzeiger

Der Facebook-Eintrag war symptomatisch. Nachdem der marokkanische Flüchtling und Intellektuelle Kacem El Ghazzali in einem Interview mit dem «Bund» linke Organisationen wie die Juso oder die autonome Schule kritisierte, schoss die SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) zurück. Ghazzali hatte die Haltung vieler Linker bemängelt, die jegliche Kritik am Islam als rassistisch oder islamophob bezeichnen. Lieber würden religiöser Fundamentalismus und Intoleranz als kulturelle Eigenart akzeptiert, als dass man die Grenzen der Toleranz klar festlege.

Ghazzali erntete breiten Zuspruch für seine ­differenzierte und kritische Haltung. Aber nicht überall. Namentlich die Zürcher Justiz- und Polizeidirektorin Jacqueline Fehr machte ihrem Ärger Luft, als sie auf Facebook schrieb: «Warum überprüfen Journalistinnen und Journalisten die aufgestellten Behauptungen (zum Beispiel über das Verhalten der autonomen Schule) nicht? Reicht es heute einfach, als Muslim gegen den Islam zu wettern, um als Experte zu gelten?»

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1 Comment

  1. Das ist nicht nur in der Schweiz so, auch in Deutschland wimmelt es nur so von regressiven „Linken“, die uns echte, diskriminierungsfrei religionskritische Linke niedermachen wollen. >>Analog dazu gibt es eine rückschrittliche Entwicklung, mit der (angebliche) Linke paradoxerweise faschistoide Ideologien, nämlich Religionen, denen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Speziesismus, Homophobie, Misogynie, Hass und Gewalt, Intoleranz usw. immanent sind, und hier aus aktuellem Anlass insbesondere den Islam, unter dem Vorwand der Toleranz und des Multikulturalismus (als ob gemeingefährliche Wahnvorstellungen etwas mit Kultur, also der Gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen einer Gemeinschaft als Ausdruck menschlicher Höherentwicklung, wären), hofieren, sich somit als regressive Linke, auf frühere, primitive Stufen der geistigen Entwicklung zurückfallend, zeigen, und sich beispielsweise für die Genitalverstümmelung von Jungen einsetzen (wobei hier auch der ebenfalls bei jenen regressiven Linken häufig anzutreffende Sexismus eine große Rolle spielt).http://antitheismus.de/archives/224-Evolutionstag-2016.html

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