Kann Technik rassistisch sein?


Strahlende Bilder. Doch schwarze Menschen ließen sich mit den auf Weiße eingestellten Kodak-Filmen nur schlecht abbilden – Jean…FOTO: ANDREW GOMBERT/PICTURE ALLIANCE/DPA
In der Fotografie galt ein weißer Teint von Anfang an als Standard für Film und Entwicklung. Noch die Digitalfotografie ist an Weißen ausgerichtet.

Von Anja Kühne | DER TAGESSPIEGEL

Auch Technik kann rassistisch sein. Diese Äußerung der Dozentin Natasha A. Kelly im Interview mit dem Tagesspiegel (30. August) hat manche Leserinnen und Leser erstaunt. Kelly hatte als Beispiel die Fotografie genannt: Die Belichtungstechnologie sei für weiße Haut entwickelt worden.

Für viele professionelle Fotografinnen und Fotografen sowie Filmschaffende ist es gar nichts Neues, dass Fototechnologie nicht neutral ist. Barry Jenkins etwa, der Regisseur des oscarprämierten Films „Moonlight“, sagte dem Tagesspiegel unlängst: „Technisch gesehen war das Kino immer schon auf helle Haut fixiert: Setlicht, Make-up, selbst die Filmemulsion, auf der Kinobilder über ein Jahrhundert lang festgehalten wurden. Dunkle Haut reflektiert das Licht anders als helle Haut. Um Reflexionen zu vermeiden, wird sie mit Puder zugekleistert.“

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