Der Preis für die Befreiung Mossuls: Tausende Tote und eine Stadt in Trümmern

Die grüne Kuppel der 1170 erbauten Nuri-Moschee steht noch auf drei Säulen. Hier rief der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat im Juli 2014 das Kalifat aus. (Foto: Oliver Weiken/dpa)
  • Einst war Mossul eine reiche Stadt, ihre Bewohner stolz, heute ist sie eine lebensfeindliche Wüste.
  • Der süßliche Gestank der Verwesung dringt aus Trümmerhaufen, noch immer liegen Leichen darunter.
  • Um die Stadt wieder bewohnbar zu machen, sind 700 Millionen Dollar nötig.

Von Paul-Anton Krüger | Süddeutsche.de

Das Haus von Raghib Kahwaji steht genau zwischen den Fronten. Da, wo auf den Landkarten der Altstadt von Mossul wochenlang das Schwarz der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf das Rot der irakischen Regierungseinheiten traf. Im Erdgeschoss hat der 57 Jahre alte ehemalige Flugzeugingenieur der irakischen Armee ein Elektrowarengeschäft betrieben. Darüber waren Lagerräume. Die Fassade hatte er mit gelben, orangen und grünen Kacheln verziert. Sie sind abgeplatzt, durchlöchert, teilweise auch der Beton darunter. Es sind die Spuren des härtesten Häuserkampfs seit dem Zweiten Weltkrieg, wie es der für die Operationen dort zuständige US-General Joseph Martin formuliert hat.

Im Falle von Kahwajis Haus hieß das: Im gegenüberliegenden Parkhaus hatten sich IS-Kämpfer verschanzt, am Busbahnhof in die andere Richtung die Antiterror-Spezialeinheiten. Wochenlang ging es keinen Meter vor oder zurück. Wochenlang flogen Tag und Nacht Maschinengewehrsalven, Granaten, Raketen hin und her.

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Islamwissenschaftler fordert westliche Werte

Der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide hat die westlichen Länder dazu aufgefordert, in der Zusammenarbeit mit islamischen Ländern Werte von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten zu exportieren.

evangelisch.de

„Wir rüsten Saudi-Arabien, Kuwait, Katar und Ägypten auf, aber das sind allesamt diktatorische Regimes“, sagte der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster dem Bremer „Weserkurier“ (Samstag). „Immer stehen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, nie die eigenen Werte. Die aber sollten wir exportieren, auch wenn es das eine oder andere Geschäft kostet.“

Die praktische Ausübung der Religion sei in vielen Ländern der islamischen Welt unbarmherzig und wenig reflektiert, sagte er. Es zeigten sich aber auch Veränderungen. So habe das konservative Saudi-Arabien in den vergangenen Jahren angefangen, sich schnell zu öffnen. Der IS-Terror habe viele wachgerüttelt.

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Deutsche sehen Islam als Bedrohung

Symbol Bild: Reuters
Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Deutschen den Islam als Bedrohung ansehen. Somit liegt Deutschland über dem EU-Durchschnitt.

IslamiQ

Einer französischen Studie zufolge sieht über die Hälfte der Deutschen den Islam als Bedrohung an. 63 Prozent der Bundesbürger hätten auf die Frage: „Ist der Islam eine Bedrohung für ihr Land?“ mit „Ja“ geantwortet, ergab die vom Umfrageinstitut Ipsos durchgeführte Erhebung, über die das „Le Figaro Magazine“ am Freitag berichtete.

Mit den 63 Prozent liege Deutschland 5 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt. Höher seien die Werte in den osteuropäischen Ländern Polen (67), der Tschechischen Republik (85) und der Slowakei (78). Besonders niedrig seien sie in Portugal und Kroatien mit 36 und 29 Prozent.

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Keine Sachargumente, dafür jede Menge Bullshistic

Einge Evolutionsbiologen behaupten, Frauen würden auf Alphamännchen stehen. (imago/Ikon Images)
Junge Frauen stehen auf Sex mit alten Porschefahrern. Was wie ein schlechter Altherrenwitz klingt, ist durchaus ernst gemeint. Einige Evolutionsbiologen behaupten, es gebe bei Menschen eine naturgegebene Ungleichheit – und kämpfen gegen Gleichberechtigung.

Von Gaby Mayr | Deutschlandfunk Kultur

Axel Meyer ist Professor für Evolutionsbiologie an der Universität Konstanz. Außerdem: Engagiert gegen die Gleichstellung von Männern und Frauen. Gleichstellung sei gegen die Natur, sagt der Biologe, denn die habe durch Evolution die Geschlechter unterschiedlich geprägt.

„Frauen wollen ja auch starke Männer, die reich sind und die Sicherheit bringen können. Warum fahren denn alte, graue Männer mit Porsches durch die Gegend? Weil junge Frauen auf solche Männer ansprechen. Und Männer kriegen den Sex, den sie mit ihrem Porsche bezahlen. Das ist doch was ganz Tiefes und was ganz Ursprüngliches, das Sie mit noch so vielen Gleichstellungsprogrammen nicht ausmerzen können.“

Auch Ulrich Kutschera von der Universität Kassel äußert sich – ausdrücklich als Evolutionsbiologe – zum Verhältnis von Mann und Frau.

„Es ist ein ganz riesiges Glück, dass natürlich gebliebene, normal gebliebene Frauen noch immer das evolutionäre Erbe in sich tragen und sich in der Regel, sag ich jetzt mal, den Alphamännchen zuwenden.“

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„Tornado“-Mission startet ohne Immunität für Soldaten

Panavia Tornado GR4. Themenbild. 4ever.eu
Die Bundeswehr beginnt in Jordanien ihre Mission im Kampf gegen den IS. Ein Abkommen zum Schutz deutscher Soldaten vor der lokalen Justiz gibt es nach SPIEGEL-Informationen bisher aber nicht.

Von Matthias Gebauer | SpON

Die Bundeswehr beginnt kommende Woche ihre „Tornado“-Mission in Jordanien, obwohl es keine Einigung über eine Immunität für die rund 260 deutschen Soldaten gibt.

Berlin versucht seit Monaten, mit der Regierung in Amman ein Stationierungsabkommen auszuhandeln, das einen weitgehenden Schutz der Soldaten vor der lokalen Justiz vorsieht.

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Die mysteriöse Rolle eines V-Manns im Fall Amri

Terrorprozess gegen Hassprediger Abu Walaa: In einem Konvoi von Fahrzeugen mit Blaulicht werden die Angeklagten zum Oberlandesgericht Celle gefahren. (Foto: dpa)
  • Am Dienstag wurde vor dem Oberlandesgericht in Celle der Prozess gegen Ahmad A. und vier seiner mutmaßlichen Komplizen eröffnet.
  • Der Vorwurf: Sie sollen mehrere junge Menschen radikalisiert und aus Deutschland zum IS geschleust haben.
  • Für die Anklage sind auch die Berichte des V-Mannes „Murat“ die zentralen Beweismittel. Der Spitzel habe womöglich zu Anschlägen angestiftet.

Von Lena Kampf, Andreas Spinrath | Süddeutsche.de

Am 21. Dezember 2016, zwei Tage nach dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz, meldete sich in Duisburg ein Mann bei der Polizei. Er wolle Angaben zu dem Attentäter machen: Es handele sich um Anis Amri, den er Ende 2015 am Bahnhof in Duisburg kennengelernt habe. Er habe ihn auf Bildern erkannt. Was der Zeuge den Polizisten erzählte, ist erstaunlich detailreich, er wusste viel über Amri, der zu diesem Zeitpunkt noch auf der Flucht war. Sie hätten gemeinsam in Gebetsräumen in Duisburg und Dortmund gebetet, der Kontakt sei im Februar 2016 abgebrochen. Amri, so der Zeuge, sei dann nach Berlin gezogen – gefahren habe ihn ein Mann namens Murat, in einem Pkw mit Leverkusener Kennzeichen.

Der Zeuge warnte die Beamten des Polizeipräsidiums Duisburg: Gegen diesen Murat müsse dringend ermittelt werden, er sei radikal. Er habe immer wieder gesagt, dass man Anschläge in Deutschland verüben solle, dass man gute Männer brauche, die dazu in der Lage seien. Dem Zeugen sei das komisch vorgekommen, es habe etwas gespielt gewirkt. Ob Murat eventuell gar für die Polizei arbeitete?

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Katholiken befürworten Segnung homosexueller Paare

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken befürwortet eine kirchliche Segnung homosexueller Paare.

Frankfurter Rundschau

Man brauche ein Signal der kirchlichen Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Paare, sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg der „Passauer Neuen Presse“. Derzeit hätten die Bischöfe keine Leitlinie für die Segnung solcher Liebesbeziehungen. Das ZdK wünsche sich aber, dies zu ermöglichen. Am 1. Oktober tritt die Ehe für alle in Kraft. Ab diesem Tag dürfen schwule und lesbische Paare in Deutschland heiraten.

Wie die Atombombe gegen Contergan blind machte

Die entsetzlichen Folgen des Contergan-Skandals: Rund 10.000 Kinder kamen mit schweren Missbildungen zur Welt Quelle: picture alliance / empics
Als Wundermittel gegen Schlafstörungen gepriesen, kam im Oktober 1957 Contergan auf den Markt. Tausende Neugeborene mit Fehlbildungen waren die Folge. Es dauerte Jahre, bis die Ursache erkannt wurde.

Von Florian Stark | DIE WELT

In der heißen Phase des Kalten Krieges galten Atombomben als ultimative Waffe. Entsprechend häufig demonstrierten die Großmächte ihren Besitz. Allein zwischen 1957 und 1961 testeten die USA, die UdSSR, Großbritannien und Frankreich sechs Mal ihre nuklearen Potenziale, mindestens. Die Machtdemonstrationen hatten einen dramatischen Nebeneffekt, lenkten sie doch Spezialisten und Öffentlichkeit von der folgenschwersten Arzneimittelkatastrophe des 20. Jahrhunderts ab.

Im Mai 1957 hatte Großbritannien auf der Weihnachtsinsel im Zentralpazifik seine erste Wasserstoffbombe zur Explosion gebracht. Im Juli folgten die USA in Nevada mit einer nuklearen Luft-Luft-Rakete. Im gleichen Jahr, am 1. Oktober, kam in der Bundesrepublik eine Innovation auf den Markt, die den Menschen den Weg in eine wesentlich friedlichere Zukunft eröffnen sollte: das Beruhigungsmittel Contergan.

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Frau Petry und das freie Mandat

Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Einen Tag nach der Wahl verkündete die Parteivorsitzende der AfD, Frauke Petry, dass sie nicht Mitglied der Fraktion werde. Gestern trat sie aus der AfD aus. Ihre Mandate im Bundestag und im sächsischen Landtag will sie behalten.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

„Ja darf dat dat dann?“ fragte der Jupp mich, nachdem er die Nachricht gehört hatte. Die dazugehörende Antwort kennt jeder Rheinländer. „Un dat dat dat darf!“

Ja, Frau Petry ist in den Deutschen Bundestag gewählt worden. Sogar per Direktmandat über die Erststimmen. Mit 37,4 Prozent der Erststimmen schlug sie den langjährigen CDU-Abgeordneten Klaus Brähmig der lediglich 28,8 % der Stimmen erhielt um Längen. Sie erhielt auch mehr Erststimmen als die AfD in ihrem Wahlkreis (35,5 %). Und damit kann Frau Petry nun machen, was sie will. Hätte sie übrigens auch gekonnt, wenn sie nur über die Liste gewählt worden wäre.

Das ergibt sich eindeutig aus Art. 38 Absatz 1 Satz 2 des Grundgesetzes (GG).

Art. 38
(1) 1Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. 2Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.
(2) Wahlberechtigt ist, wer das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat; wählbar ist, wer das Alter erreicht hat, mit dem die Volljährigkeit eintritt.
(3) Das Nähere bestimmt ein Bundesgesetz.

Die Abgeordneten sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen. Das heißt, sie unterliegen weder einem Fraktionszwang, noch hat ihnen irgendjemand Vorschriften zu machen. Auch wenn das durch eine parteiinterne „Fraktionsdisziplin“ häufig so wirkt, es gibt auch keinen Fraktionszwang.

Was unter einer Gewissensentscheidung zu verstehen ist, hat das BVerfG  wie folgt definiert:

„Gewissensentscheidung“ im Sinne des Art. 4 Abs. 3 GG ist jede ernste sittliche, d. h. an den Kategorien von „Gut“ und „Böse“ orientierte Entscheidung, die der einzelne in einer bestimmten Lage als für sich bindend und unbedingt verpflichtend innerlich erfährt, so daß er gegen sie nicht ohne ernste Gewissensnot handeln könnte.

Das klingt ja ganz gewichtig, aber da niemand weiß, wie das Gewissen eines anderen ausgebildet ist, lässt sich letztlich überhaupt nicht feststellen, ob eine Entscheidung tatsächlich auch eine Gewissensentscheidung ist. An Gut und Böse orientiert, bedeutet ja nicht, dass die Entscheidung gut sein muss. Was sollen Abgeordnete ohne Gewissen tun?  Man könnte sich den Zusatz „und nur ihrem Gewissen unterworfen“ auch einfach schenken. Er hilft kein bisschen weiter.

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Die katalanische „Krise ersten Ranges“

foto: apa/gerard julien Demonstranten halten während Protesten für die Unabhängigkeit die katalanische Fahne. Viele trotzen der harten Reaktion aus Madrid.
Bis zuletzt setzte Madrid alles daran, das Referendum in Katalonien zu verhindern. In Spanien macht sich Sorge vor Konsequenzen breit

Von Reiner Wandler | derStandard.at

Huelva, Cordoba, Guadalajara: Es sind Szenen, die nichts Gutes erwarten lassen. „Auf sie mit Gebrüll“, schreit die Menge und schwenkt Spanienfahnen, während ein Konvoi der paramilitärischen Polizei Guardia Civil die Kaserne verlässt, um nach Katalonien zu fahren. Sie soll dort am Sonntag um jeden Preis verhindern, dass ein von der Autonomieregierung angesetztes Unabhängigkeitsreferendum stattfindet.

Das Verfassungsgericht hat die Abstimmung für illegal erklärt. Unter den Fahnenschwenkern befand sich auch so manches Mitglied der Partido Popular (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy. In Guadalajara beteiligte sich auch der stellvertretende Bürgermeister an der Jubelveranstaltung, und in Vororten Madrids lässt die PP Spanienfahnen verteilen, mit der Aufforderung, sie an den Balkonen anzubringen. Die durch Korruptionsvorwürfe schwer angeschlagene PP nutzt die Katalonienkrise, um die Skandale vergessen zu machen.

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„Wir, die Bundeswehr, brauchen Sie“ – Militärseelsorge

Symbolbild. Militärpfarrer spenden gemeinsam den Segen
Verteidigungsministerin von der Leyen bestätigt Militärseelsorge in Berliner Dom

EKD

Anlässlich eines Festkonzertes der Evangelischen Militärseelsorge im Berliner Dom hat Verteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen die Gewissensbindung der Soldaten in der Bundeswehr herausgestellt. In ihrem Grußwort zu Beginn des „Reformationskonzertes“ des Stabsmusikkorps der Bundeswehr sagte die Ministerin, die Bindung an eine sittliche Ordnung und das eigene Gewissen mache das Soldat-Sein in der Bundeswehr aus. „Um dies kritisch zu entwickeln brauchen wir Partner wie die Militärseelsorge“, erklärte sie vor etwa 700 Gästen aus Kirche und Bundeswehr. Wer mit Soldaten und Soldatinnen spreche, wisse, für sie sei die Arbeit der Militärseelsorge unverzichtbar; sie bewunderten die Hingabe und das Engagement der Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Pfarrhelferinnen und Pfarrhelfer, äußerte sich die oberste Befehlshaberin der Bundeswehr.

Der Leiter des Stabsmusikkorps, Oberstleutnant Reinhard Kiauka, führte mit seinen Musikern und der Berlin Sinfonietta die Reformationssinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy auf, die sich immer wieder auf Martin Luthers Lied „Großer Gott, wir loben dich“ bezieht. Dabei kam es auch zu einer Solo-Gesangseinlage des Militärbischofs Dr. Sigurd Rink und des Solisten Thorsten Reinau, der Martin Luther verkörperte.

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Kritik an EKD: Kirchenhistoriker Kaufmann warnt vor Moralismus

Der Göttinger Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) vor Moralismus gewarnt. Sie habe sich angewöhnt, als „sozial-moralische Weltverbesserungsagentur“ aufzutreten, sagte der Wissenschaftler am Freitagabend beim traditionellen „Michaelis-Empfang“ in Stade bei Hamburg.

evangelisch.de

„Doch sich damit ein gutes Gewissen machen zu wollen, unterschreitet das luthersche Sündenniveau“, kritisierte Kaufmann mit Blick auf die Sündenlehre des Reformators.

Der Kirchenhistoriker hält die Sündenlehre für einen der heute wichtigsten Aspekte der Theologie Martin Luthers. „Alles, was ich tue, von dem ich glaube, dass es Gott nicht gefällt, ist Sünde“, erläuterte Kaufmann die Lehre laut Redemanuskript. Die Menschen seien in Handlungslogiken verstrickt, die verhinderten, dass wir unser alltägliches Dasein mit dem guten Gewissen führen könnten, es sei Gott wohlgefällig.

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Regensburger Domspatzen: Des Führers Knabenchor

Die Regensburger Domspatzen bei Adolf Hitler auf dem Obersalzberg am 13. August 1938. (Foto: Bischöfliche Zentralbibliothek Regensburg, Nachlass Theobald Schrems)
Der Chor hat erstmals seine Geschichte im Nationalsozialismus aufgearbeitet. Dabei zeigt sich, wie bereitwillig er sich für das antiklerikale Regime einspannen ließ.

Von Johann Osel | Süddeutsche.de

September 1938, die Eröffnung des Reichsparteitags in Nürnberg. Die Regensburger Domspatzen sind dabei, die Burschen tragen Uniformen des Jungvolks der Hitler-Jugend. Und sie singen, dazu sind sie eingeladen, das Lied „Wach auf“ aus Richard Wagners „Meistersingern“. Adolf Hitler war angetan, äußerte er doch den Wunsch, der Chor möge im Folgejahr wieder auftreten.

Der Nürnberger Oberbürgermeister hatte im Auftrag des Führers bereits in Regensburg angefragt – der Überfall auf Polen, der Beginn des Zweiten Weltkrieges, kam dazwischen, der Reichsparteitag fand nicht statt. Seit 1936, als die Domspatzen auf dem Obersalzberg sangen, nicht das einzige Mal, bekamen sie einen „Führerzuschuss“, erst 8000, dann 12000 Reichsmark.

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Der totgeglaubte Kalif ruft zu Anschlägen auf westliche Medien auf

Al-Bagdadi, Propagandabild, Twitter
IS-Führer Al-Baghdadi konstatiert in seiner Audiobotschaft den geopolitischen Sieg Russlands über die USA und bestärkt seine Anhänger auf ihren verlorenen Posten

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Neue Bewegtbilder vom Kalifen gibt es nicht, nur seine Stimme. Die Experten analysieren nun, ob es wirklich Abū Bakr al-Baghdadi ist, der in einer 46-minütigen Audiobotschaft ein Lebenszeichen sendet, nachdem er im Sommer mehrmals tot geglaubt wurde (siehe: IS-Führer al-Baghdadi soll schon wieder tot sein).

Wie so oft sind amerikanische Journalisten am besten im Zusammenfassen elaborierter Texte: „Endlich bin ich die ganze Rede mit der Hilfe von Übersetzern durchgegangen“, twittert Rukmini Callimachi, IS-Spezialistin bei der New York Times, „die übergreifende Botschaft lautet: Greift den Westen so viel wie möglich an.“

Alles andere wäre wirklich eine Überraschung gewesen. Bagdadi hat in seiner Rückmeldung nach etwa einjähriger Pause, die letzte Audiobotschaft stammt vom November 2016, aber auch eine Drohung an die westlichen Medien gerichtet, die ihm laut Kritiker so manchen Dienst beim „Terror-Reklame-Service“ (vgl. Sloterdijk zur Debattenkultur) erwiesen haben:

Oh ihr Soldaten des Islam, Unterstützer des Kalifats in aller Welt, verstärkt eure Angriffe und schließt die Medienzentren der Ungläubigen und die Hauptquartiere ihres ideologischen Kampfes in eure Ziele mit ein.

Abū Bakr al-Baghdadi. Übersetzung aus einem englischen Exzerpt

Dieser Aufruf des Kalifen Ibrahim erinnert an den Schrecken des Anschlags auf die Redaktion von Charlie Hebdo im Januar 2015. Die Erinnerung dürfte einkalkuliert sein. Medien sind ein lohnendes Ziel, weil sie neuralgische Zentren für Stimmungen sind. Wer sich ein Jahr lang Zeit lässt für seine Botschaft, überlegt sich seine Sätze.

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Prag: Präsidenten-Sprecher vergleicht EU mit Nazi-Deutschland

Tschechiens Präsident Zeman: sein Sprecher attackiert die EU – REUTERS
Jiri Ovcacek, Sprecher des tschechischen Staatsoberhauptes Milos Zeman, zieht gegen die Union vom Leder. Grund dafür: Die EU-Behörde für Nahrungsmittelsicherheit äußert Bedenken wegen einer Zutat im Alkoholgetränk „Tuzemak“.

Die Presse.com

Der Sprecher des tschechischen Staatspräsidenten Milos Zeman, Jiri Ovcacek, hat am Freitag für Aufsehen gesorgt, indem er die EU mit dem „Dritten Reich“ und die Tschechische Republik mit einem „Protektorat“ verglichen hat. Ovcacek reagierte so auf die Bedenken, die die EU-Behörde für Nahrungsmittelsicherheit gegen eine Zutat eines in Tschechien beliebten Alkoholgetränks namens „Tuzemak“ geäußert hatte.

„Das Reich hat sich entschlossen, dass man im Protektorat Tuzemak nicht trinken wird. Und Basta!“, schrieb Ovcacek auf Facebook. Gegenüber dem Nachrichtenserver „iDnes.cz“ ergänzte er, er halte an der Aussage fest, weil sie „exakt“ sei. Niemand in der Präsidentschaftskanzlei habe ihn bisher dafür kritisiert. „1943 hatte auch das Reich den Hopfenbau in der Mseno-Region (Mittelböhmen, Anm.) verboten“, so Ovcacek.

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Interpol-Fahndung in Deutschland: Türkische Justiz will Can Dündar ausliefern lassen

Der langjährige Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“, Can Dündar.FOTO: ARNE DEDERT/DPA
Die Staatsanwaltschaft in Diyarbakir hat eine Interpol-Fahndung beantragt, um den nach Deutschland geflüchteten Journalisten zu ergreifen.

DER TAGESSPIEGEL

Eine Staatsanwaltschaft in der Türkei will den in Deutschland lebenden Journalisten Can Dündar bei der internationalen Polizeiorganisation Interpol auf die Fahndungsliste setzen lassen. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag.

Die Staatsanwaltschaft in der südosttürkischen Stadt Diyarbakir habe beim Justizministerium in Ankara beantragt, den Ex-Chefredakteur der regierungskritischen türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ mittels einer sogenannten „Red Notice“ bei Interpol suchen zu lassen. Ziel sei Dündars Auslieferung. Das Recherchezentrum Correctiv hatte am Freitag Informationen über eine „Red Notice“ für Dündar verbreitet.

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Vatikan: Erst die Predigt, dann der Rausschmiss

Um fünf Uhr früh werden die Obdachlosen neuerdings geweckt und bis zum Abend vertrieben. Foto: rtr
Papst Franziskus engagiert sich für Obdachlose und Bettler. Doch für die Polizei stören sie das römische Ambiente. Also werden die Clochards tagsüber vom Petersplatz vertrieben.

Von Regina Kerner | Frankfurter Rundschau

Papst Franziskus liegen Obdachlose besonders am Herzen. Unter den Kolonnaden des Petersplatzes ließ er Duschen, Toiletten und einen regelmäßigen Friseurservice für sie einrichten. An seinem 80. Geburtstag lud er sich vor einem Jahr zum Frühstück ins vatikanische Gästehaus Santa Marta spontan acht Männer und Frauen ein, die auf der Straße leben. Seinen Almosenbeauftragten lässt er spätabends kleinere Geldbeträge verteilen. Und die Schwestern des Mutter-Teresa-Ordens geben warme Mahlzeiten aus.

Nicht verwunderlich also, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Clochards rund um den Petersplatz ihr Domizil aufgeschlagen hatten. Zu Dutzenden hausten sie mit Pappkartons, Decken und Schlafsäcken, Plastiktüten, alten Koffern und Taschen unter den Säulengängen und Arkaden, vor Regen geschützt und von der Polizei bewacht. „Hotel San Pietro, viele Sterne“, zitierte eine römische Zeitung kürzlich einen Wohnungslosen.

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Seelsorger: Gefängnisse müssen leerer werden

Gefängnis (Public Domain)

In Deutschland sind nach Auffassung evangelischer Gefängnisseelsorger zu viele Menschen in Haft. Im Strafrecht und in der Drogenpolitik müsse es Änderungen geben, heißt es in einem Diskussionspapier, das die Teilnehmer der Evangelischen Konferenz für Gefängnisseelsorge am Freitag in Frankfurt am Main präsentierten.

evangelisch.de

In einem zweijährigen Prozess hatte eine Arbeitsgruppe das Papier mit dem Titel „Zur Zukunft des Gefängnissystems“ entwickelt. Deutschlandweit sind derzeit rund 13.000 Gefangene in Untersuchungshaft, wie der Vorsitzende der Konferenz, Ulli Schönrock, sagte. Die meisten davon säßen wegen kleinerer Delikte ein. Adrian Tillmanns, stellvertretender Vorsitzender der Konferenz, betonte, es gehe darum, gar nicht erst straffällig zu werden und zum Beispiel auf das Schwarzfahren zu verzichten. Die meisten Menschen, die im Gefängnis sitzen, seien arm und deswegen dort gelandet. Auch immer mehr ältere Menschen seien betroffen.

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Dänische Immigrationsministerin postet Mohammed-Karikatur

Bild: Inger Støjberg/FB bearb.: bb
Museum nahm die bekannte Karikatur nicht in Ausstellung auf –Inger Støjberg schrieb, die Karikatur erinnere sie daran, dass sie in einem freien Land lebe, wozu auch Redefreiheit gehöre, einschließlich der Freiheit, Religionen zu kritisieren

kath.net

Die dänische Immigrationsministerin Inger Stojberg postete einen Screenshot auf Facebook, der ihr iPad mit der berüchtigten Mohammed-Karikatur zeigt, die vor über zehn Jahren für einen Aufschrei in der muslimischen Welt gesorgt hatte. Sie reagierte damit auf eine Entscheidung des dänischen Skovgaard Museum in Viborg, diese Karikatur nicht in ihre neue Ausstellung über Blasphemie seit der Reformation aufzunehmen. Das berichtete die „Jerusalem Post“.

Zwar respektiere sie die Entscheidung des Museums, erläuterte Stojberg dazu auf Facebook, und natürlich seien sie berechtigt zu dieser Entscheidung, sie selbst stufe dies jedoch als „Schande“ ein. Die umstrittene Karikatur auf ihrem Facebookauftritt zeigt nach Darstellung der „Jerusalem Post“ einen bärtigen Mann mit einer Bombe im Turban.

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Von Kurt Westergaard

China Is Another Step Closer to Building a Quantum Internet

Screengrab: Science/YouTube
China’s quantum satellite just facilitated the first intercontinental video call secured using quantum encryption.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

Earlier today, China’s pioneering quantum satellite Micius facilitated the first-ever intercontinental video conference using a quantum communications network. The video call connected Chunli Bai, the president of the Chinese Academy of Sciences in Beijing, with Anton Zeilinger, president of the Austrian Academy of Sciences in Vienna, a distance of over 4,600 miles. It was the first real-world demonstration that showed that a global quantum internet is not only possible, but within reach.

A little over a year ago, Bai and his colleagues launched Micius, the first quantum satellite that was meant to serve as a testbed for technologies that would pave the way for a global, space-based quantum communications network. Unlike the normal internet, this quantum internet would be perfectly secure, an issue of paramount importance as we stand on the threshold of the age of quantum computing.

Today, satellites are the backbone of many internet technologies that we use on a day-to-day basis, such as the GPS systems that power Google Maps, satellite televisions, ATMs, and many of the consumer products that make up the Internet of Things. These satellites help route data between internetworked objects all around the globe and when the data is sensitive, such as with banking applications, it is generally encrypted as it is passed between ground stations and satellites. The encryption algorithms used to protect this data are generally based on difficult math problems, such as factoring astronomically large prime numbers.

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