BKA: Eine Superbehörde im Datenrausch


Welche Daten landen beim Bundeskriminalamt? Die Behörde steht unter Rechtfertigungsdruck.FOTO: REUTERS
Das Bundeskriminalamt sammelt Daten, ohne es zu dürfen – und die Politik sieht zu.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESPSIEGEL

Wenn CSU-Politiker das Bundeskriminalamt zu mehr Datenschutz mahnen, ist entweder Wahlkampf oder es liegt tatsächlich etwas im Argen. Im Fall der entzogenen Akkreditierungen von Journalisten beim G-20-Gipfel trifft beides zu. Bei dem angeblich sorgsam vorbereiteten Treffen der Weltlenker hatte es neben viel Krawall einige verdutzte Pressevertreter gegeben, die aus Sicherheitsgründen plötzlich nicht mehr hinter die Absperrungen durften. Nun stellt sich heraus, dass die Behörden geschludert hatten. Daten, welche die Betroffenen zum Sicherheitsrisiko stempelten, waren unrichtig oder unvollständig. Rund 30 Journalisten wurden verdächtigt, bei mindestens vier, möglicherweise mehr, hätte das nicht passieren dürfen.

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