Kongo: Pygmäen greifen UN-Mission mit Pfeilen an


Twa-Pygmäe mit Pfeil und Bogen. Foto: Edirisa. Lizenz: CC BY-SA 2.5.
Wie die UN-Kongo-Mission Monusco erst jetzt bekannt gab, wurde einer ihrer Erkundungskonvois letzte Woche in der an der Grenze zu Tansania gelegenen Provinz Tanganjika angegriffen – und zwar nicht von einer der Milizen, die im Kongo aktiv sind, sondern von Twa.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Dass dabei nur ein Blauhelmsoldat verletzt wurde, dürfte daran gelegen haben, dass die Twa schlechter ausgerüstet waren sind als andere bewaffnete Gruppen: Sie hatten den Konvoi mit Pfeilen angegriffen. Serge Haag, der Sprecher der Monusco-Mission, betonte bei der Bekanntgabe des Angriffs, dass die Blauhelmsoldaten zurückschießen hätten dürfen, dies jedoch unterließen.

Über den Konflikt, den die Expedition erkunden sollte, ist im Ausland bislang wenig bekannt. Die Twa sind Pygmäen, die in Ruanda, Burundi, Sambia und dem ehemals belgischen Kongo leben. Außer ihnen gibt es noch weitere Pygmäengruppen: Die Mbuti im Ituri-Regenwald und die Mbenga in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und dem ehemals französischen Kongo. Sprachlich unterscheiden sich die Pygmäen im Regelfall nur wenig von den sie umgebenden Bantuvölkern. Sie sind im Durchschnitt aber deutlich kleiner und weisen mit der Haplogruppe B (Y-DNA) eine genetische Eigenart auf, die zeigt, dass dieser Unterschied nicht nur auf die Ernährung zurückzuführen ist.

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