Der seltsame Tod Europas: Immigration, Identität, Islam


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In seinem neuen Buch „The Strange Death of Europe: Immigration, Identity, Islam“ (Bloomsbury, 2017) lässt Douglas Murray Faktoren ahnen, die zum Niedergang Europas beitragen werden.

Von Terri Murray | Richard-Dawkins-Foundation

Eine Übersetzung des Originalartikels „The Strange Death of Europe: Immigration, Identity, Islam“ von Conatus News.

Darunter die Beschränkung der Redefreiheit, westliche Schuld und Masseneinwanderung.1992 schrieb Francis Fukuyama das wohl bahnbrechendste Buch der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. In „Das Ende der Geschichte“ („The End of History and the Last Man) legte Fukuyama seine These dar, die westliche freiheitliche Demokratie habe sich zum einzigen politischen Modell entwickelt, das die moralische und praktische Widerstandskraft aufbringt, um als die endgültige Regierungsform zu überdauern. [1] Seine Vorhersage, die liberale Demokratie in Europa repräsentiere das Endstadium der menschlichen ideologischen Evolution, erfuhr seither ein Bombardement der Kritik von Seiten jener, die geltend machen, er gewichte die ethno-religiösen Rivalen der Demokratie nicht genügend. Religiöser Fundamentalismus und speziell radikaler Islam, so die Kritiker, stellten ein mächtiges Bollwerk des Widerstands gegen die Ausbreitung der Demokratie dar und eine wirksame Gegenkraft.

Wenn es je Gründe für Zweifel an Fukuyamas Optimismus über das Überdauern der westlichen Zivilisation gab, dann erläutert Douglas Murrays schmerzlich prophetisches Buch, warum dafür jetzt die Zeit ist. Sein „The Strange Death of Europe: Immigration, Identity, Islam“ ist wahrscheinlich das wichtigste Buch, das im 21. Jahrhundert bisher geschrieben wurde. Er ist nicht der erste, der den Untergang Europas vorhersagt, aber seine Causa ist zeitlich passender und überzeugender unterfüttert als alle vorherigen Verkündigungen.

Europas Krankheit: Die Diagnose

Die Ursache der verhängnisvollen Krankheit Europas wird nicht simplifizierend einem einzigen Faktor zugeschrieben, sondern dem Zusammenwirken mehrerer. Der erste ist das beispiellose Ausmaß der Masseneinwanderung nach Europa. Der zweite die intolerante religiöse Ideologie, mitgebracht von einer überproportional großen Anzahl Einwanderer. Der dritte und zeitgleiche ist eine Krise des Vertrauens der Europäer in die Rechtmäßigkeit ihrer eigenen Überzeugungen und Traditionen. Schuldgefühle und Selbstzweifel lassen sie davor zurückscheuen, in einer Auseinandersetzung ihre eigene Sache zu vertreten. Schließlich, verwandt mit dem letzten Faktor, die Vergiftung des Diskurses. Am Gipfelpunkt der Migrationskrise, an dem Gedanken, Worte und Debatte einen Zenith des vielfältigen Austausches über die zukünftigen Implikationen der Einwanderung erreicht haben sollten, wird die Sprache eingeengt und die Sprecher unberechtigterweise mit Schmutz beworfen.

Die deutsche Bundeskanzlerin setzte den Facebook-Chef Mark Zuckerberg unter Druck, in sozialen Medien Kritik an ihrer Migrationspolitik einzudämmen, der „Guardian“ schaltete bei dem Thema seine Kommentarspalten ab, und jeder, der versuchte, europäische Werte ins Spiel zu bringen, wurde unmissverständlich als „rechts“ abgestempelt. Murray legt dar, wie der Trend von Millionen Menschen hin zu einer „schuldigen“, existentiell erschöpften, sterbenden Kultur, die ihre eigene Ethik und ihre Grundsätze aus dem Blick verloren hat – Europa – zu einem selbst verhängten Todesurteil führt.

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