Die schöne Welt von Bertelsmann


Die Studie «Muslime in Europa. Integriert, aber nicht akzeptiert?» geisterte erfolgreich durch die Medien. (Bild: Visar Kryeziu / Keystone)
Die Muslime sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen, wären da nur nicht ihre deutschen Nachbarn – über eine Studie mit «Phantasiezahlen» und eine erschlaffte Integrationsdebatte

Von Benedict Neff | Neue Zürcher Zeitung

Die deutsche Bertelsmann-Stiftung hat Ende August eine Studie herausgegeben über die Integration der Muslime in Europa. Sie liest sich über 72 Seiten wie eine einzige Erfolgsmeldung, und das gilt auch für Deutschland. 96 Prozent der Muslime fühlen sich dem Land verbunden, 78 Prozent haben in ihrer Freizeit Kontakt zu Menschen mit einer anderen Religion, die Arbeitslosigkeit bei Muslimen ist sogar niedriger als bei Nichtmuslimen. Spätestens in der zweiten Generation seien die Muslime mehrheitlich in der Mitte der deutschen Gesellschaft angekommen. Alles wäre gut, wären da nur nicht die Deutschen.

Denn auch diese wurden von der Bertelsmann-Stiftung befragt, und jeder Fünfte sagte, er möchte keinen Muslim als Nachbarn. Ausserdem seien «hochreligiöse Muslime», als die sich 40 Prozent der Befragten bezeichnen, im Jobmarkt benachteiligt. Die Studienmacher glauben, diese Religiosität und die enge Beziehung vieler Muslime zu ihren Herkunftsländern lösten bei den Einheimischen «Unbehagen» aus.

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