Theologe kritisiert behördliche Einmischung bei Flüchtlingstaufen


Ein Kirchenturm © H. Füller @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Theologen werfen Behörden Gesinnungsprüfungen bei Anhörungen vor. Bei Abfragen werde Wissen als Fleißleistung abgetan, Wissenslücken als Täuschungsversuch gewertet. Derweil meldet die Evangelische Kirche mehr Taufen von Flüchtlingen.

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Der evangelische Theologe und Migrationsexperte Thorsten Leißner hat behördliche Einmischungen bei Erwachsenentaufen von Flüchtlingen kritisiert. Bei staatlichen Anhörungen habe er wiederholt regelrechte „Gesinnungsprüfungen“ erlebt, sagte Leißner am Montag bei einem Fachtag der hannoverschen Landeskirche in Hannover. Er mahnte: „Der christliche Glaube ist grundsätzlich nicht überprüfbar.“ Allerdings müsse der Staat selbstverständlich prüfen, welche Gefahren sich ergäben, sollte ein getaufter Flüchtling abgeschoben werden.

Leißner war bis 2016 theologischer Referent für Menschenrechte und Migration der Evangelische Kirchen in Deutschland (EKD). Unter anderem habe er bei seiner Arbeit beobachtet, wie Flüchtlinge zu ihrem Glauben ausgefragt worden und dabei in Zwickmühlen gerieten seien. So seien etwa Gebete oder Glaubensbekenntnisse abgefragt worden. „Wenn dann jemand etwas richtig aufsagte, wurde das als bloße Fleißleistung abgetan. Antwortete jemand zögerlich oder gar nicht, hieß es, derjenige könne es nicht sonderlich ernst meinen mit dem Christentum.“

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