München beendet eines der peinlichsten Kapitel der Stadtgeschichte

Der Erinnerungsort „Einschnitt“ für die Opfer des Olympia-Attentats in München. (Foto: Stephan Rumpf)
  • Im Beisein der Hinterbliebenen haben Israels Staatspräsident Reuven Rivlin und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Denkmal für die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 in München eröffnet.
  • „Einschnitt“ heißt der lang ersehnte Erinnerungsort. Er hat 2,35 Millionen Euro gekostet und wurde unter anderem vom Freistaat, dem Bund, der Stadt München und dem Internationalen Olympischen Komitee finanziert.

Von Kassian Stroh | Süddeutsche.de

Wer dokumentiert schon eigenes Versagen? Wer führt sich seine Fehler freiwillig vor Augen und stellt sie dann öffentlich zur Schau, präsentiert sie der ganzen Welt? Niemand tut das gerne. Und zu großen Teilen ist damit schon die Antwort gegeben auf die Frage, warum erst nach 45 Jahren in München ein Ort der Erinnerung an das Olympia-Attentat von 1972 entstanden ist, der mehr ist als eine steinerne Gedenktafel. Zwölf Menschen starben bei diesem Terroranschlag – dass dieser nicht verhindert wurde und dass die dilettantischen Befreiungsversuche der Polizei in einem Blutbad endeten, gehört zu den peinlichsten Kapiteln der Münchner Stadtgeschichte.

Doch dass es so lange gedauert hat, bis die Erinnerung einen markanten Ort bekam, hängt noch an zwei weiteren Faktoren: Das Attentat zu dokumentieren, ist umso peinlicher, weil es elf Israelis waren, die ums Leben kamen – keine drei Jahrzehnte nach dem Ende der Judenverfolgung in Deutschland, in der Stadt, die die Nazis einst zur „Hauptstadt“ ihrer Bewegung gemacht hatten.

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Buddhismus: Die hässliche Fratze des lächelnden Gottes

Bild: ariva.de
Die Geschehnisse in Burma stellen gängige Vorstellungen über friedliebende beziehungsweise gewaltbereite Religionsgemeinschaften auf den Kopf. Toleranz ist keine Frage des Glaubensbekenntnisses.

Von Volker Pabst | Neue Zürcher Zeitung

Die Lage in Burmas Nordwesten ist verworren. Findet eine ethnische Säuberung an der muslimischen Minderheit der Rohingya statt, wie einige der Flüchtlinge behaupten, die sich ins Nachbarland Bangladesh gerettet haben? Handelt es sich um eine Sicherheitsoperation gegen islamistische Terroristen, wie die burmesische Armee es darstellt? Mit Gewissheit ist das nicht zu sagen. Ohne Zweifel aber steht fest, dass sich die Muslime im Gliedstaat Rakhine, die nun erneut zu Zehntausenden ihr Heimatland verlassen, an Leib und Leben bedroht fühlen. Und ebenso unbestritten ist, dass dieses Bedrohungsgefühl neben der gegenwärtigen Gewalt auch auf der Erfahrung einer jahrzehntelangen, radikalen Ablehnung durch die buddhistische Bevölkerungsmehrheit des Landes fusst.

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Betreiber von kreuz-net.at wegen Verhetzung verurteilt

Wien – Der Betreiber des umstrittenen Internetportals kreuz-net.at ist am Dienstag vom Wiener Landesgericht für Strafsachen wegen Verhetzung zu einer viermonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Diese wurde ihm unter Setzung einer Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Prozessgegenständlich war ein im Dezember 2015 erschienener Beitrag mit wüsten Ausfällen gegen Homosexuelle. Unter anderem war davon die Rede, Syphilis sei „Gottes Strafe“ für „Homo-Unzüchtler“. Der Angeklagte bekannte sich nicht schuldig. Sein Verteidiger Kurt Kadavy erklärte, der Ausdruck „Homo-Unzüchtler“ sei „nicht grad eine Freundlichkeit“, aber in“katholischem Zusammenhang ist Unzucht ein theologischer Begriff, der ein schweres sündhaftes Verhalten bedeutet, nämlich Geschlechtsverkehr außerhalb des Sakraments der Ehe“. „Homo“ sei dem Begriff „nur um zu präzisieren“ vorangestellt worden, setzte der Angeklagte hinzu. „Gottes Strafe“ „Gottes Strafe“ wiederum sei gemäß katholischer Moraltheologie die Konsequenz für schwere Sünden. Wer diesen zu Lebzeiten nicht Abbitte leiste, finde keinen Eingang ins Ewige Leben, dozierte der Angeklagte. Er räumte ein, der Beitrag – ob er ihn selbst verfasst hatte, wollte er auf mehrfaches Befragen des Richters nicht beantworten – sei „pointiert, keine Frage“. Strafbar sei er aber nicht. „Wenn Sie das nicht sehen, dass das herabwürdigend ist, und wenn Sie nicht verstehen, dass der Staat diese Gruppe davor schützen muss, bleibt nichts anderes übrig, als Sie zu verurteilten“, konterte Richter Gerald Wagner. Ganz zweifellos liege ein „entwürdigendes Herabmachen von homosexuellen Männern“ vor. Es entziehe sich seinem Verständnis, wie man Menschen pauschal Syphilis an den Hals wünschen könne, meinte der Richter. Das Internetportal, das auch unter kreuz-net.info abrufbar war bzw. ist, nimmt für sich in Anspruch, „katholische Nachrichten“ zu verbreiten. Wiederholte antisemitische und homophobe Beiträge hatten bereits 2013 den heimischen und den deutschen Verfassungsschutz auf den Plan gerufen. Die Staatsanwaltschaft Wien nahm schließlich Ermittlungen auf. Das wurden zunächst eingestellt, auf Weisung der Oberstaatsanwaltschaft Wien aber wieder aufgenommen. „Ich bin der ganz festen Überzeugung, dass die Anklage zurecht erfolgt ist“, bekräftigte Richter Wagner abschließend. (APA, 5.9.2017) –

derStandard.at

Privilegien für die religiöse Rechte

Chefai/hpd.de
Das aktuelle Bundestagswahlprogramm der Partei Die Linke enthält zahlreiche Punkte, die auch von den säkularen Verbänden seit langem gefordert werden. Für Irritation sorgte hingegen ein Rückholungsantrag auf dem letzten Parteitag, der eine bereits beschlossene Forderung nach Kündigung bestehender Kirchenverträge wieder kippte. Maßgeblich beteiligt an dieser Entscheidung war die religionspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Christine Buchholz.

Von Gunnar Schedel | hpd.de

Nachdem am späten Abend ein Antrag, die Staatsverträge mit den Kirchen zu kündigen, eine Mehrheit gefunden hatte, setzte die Parteitagsregie am nächsten Morgen alles daran, die Entscheidung zu revidieren. Wie andere Parteiprominenz auch – Klaus Lederer, Petra Pau oder Claudia Haydt – kritisierte Buchholz in einer „Persönlichen Erklärung“ das Abstimmungsergebnis und verwies auf „fatale“ Folgen. Die Intervention war letztlich erfolgreich, zu den Kirchenverträgen findet sich nun nichts Grundsätzliches im Wahlprogramm der Linken.

Tatsächlich ließe sich über den Antrag diskutieren, eine exaktere Formulierung und eine ausführlichere Begründung hätte dem Anliegen nicht geschadet. Aber zumindest für Christine Buchholz lag das Problem nicht darin begründet: Sie ist grundsätzlich der Meinung, dass die Privilegierung von Religionsgemeinschaften gegenüber anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren im Kern erhalten bleiben muss.

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Kakadus schaffen den Hakentest

Geschafft: Mit dem selbst zurechtgebogenen Haken angelt sich dieser Goffini-Kakadu das Körbchen mit der leckeren Nuss. © Bene Croy
Clevere Vögel: Nach den Krähen haben nun auch Goffini-Kakadus den „Hakentest“ bestanden: Mit ein wenig Herumprobieren lernen die Vögel, sich einen Draht so zurechtzubiegen, dass sie mit ihm einen Futterkorb aus einem Rohr angeln können. Allerdings: Diesen komplexen Ablauf bewältigte nur eine Minderheit der Testkakadus – möglicherweise, weil diese Vögel im Unterschied zu Krähen nicht von Natur aus Werkzeuge kennen und nutzen, mutmaßen die Forscher.

scinexx

Vor 15 Jahren verblüffte die Krähe Betty die Wissenschaftswelt: Biologen beobachteten, wie das Tier aus einem Draht einen Haken bog, um damit ein kleines Körbchen mit Futter aus einer Röhre zu angeln. Inzwischen ist auch von anderen Vögeln bekannt, dass sie Werkzeuge nutzen und herstellen. Vor allem die Goffini-Kakadus haben sich als erstaunlich clever erwiesen: Sie knacken Tresoreschlussfolgernlogisch und wägen sehr genau ab, ob sich ein Einsatz lohnt.

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Down-Syndrom-Risiko: Island im Zentrum einer Ethik-Kontroverse

Island. Bild: ©Alex Akesson.
Kinder mit Down-Syndrom werden in Island fast keine mehr geboren. Das Gesundheitswesen bietet Tests und die Möglichkeit von Schwangerschaftsabbrüchen an. Kritiker sehen das als verdeckte Eugenik.

Von Rudolf Hermann | Neue Zürcher Zeitung

Die Isländer – ein Volk von Mördern? Eine Nation mit verdeckten nazistischen Tendenzen? Man könnte es glauben, wenn man Kommentare in amerikanischen und anderen Medien liest, in welchen dieser Tage die Bewohner der Nordatlantikinsel scharf angegriffen werden. Im Zentrum der Kontroverse steht die Tatsache, dass es in Island nur sehr wenige Kinder mit Down-Syndrom (oder Trisomie 21) gibt. Aber nicht deshalb, weil die Medizin ein Rezept zur Behandlung dieser Chromosomen-Aberration gefunden hätte, sondern weil eine grosse Zahl werdender Mütter, bei denen nach Tests eine hohe Wahrscheinlichkeit des Auftretens beim Kind diagnostiziert wurde, sich zu einem Schwangerschaftsabbruch entscheidet.

In Island ist eine Abtreibung bei gewissen Indikationen auch nach der 16. Woche noch möglich, etwa wenn bei einem Fötus akuter Verdacht auf einen Defekt wie beispielsweise das Down-Syndrom besteht. Seit etwa der Jahrtausendwende bietet das öffentliche Gesundheitswesen schwangeren Frauen eine Serie entsprechender Tests an, und die meisten entscheiden sich bei einer schlechten Prognose für einen Schwangerschaftsabbruch. Diese Tests lassen laut Angaben des isländischen Universitätsspitals vier von fünf schwangeren Frauen durchführen, und von denjenigen, die nach Absolvieren der gesamten Testreihe mit dem Auftreten des Down-Syndroms rechnen müssten, entschieden sich «fast alle» zur Abtreibung.

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EuGH-Urteil: Ungarn und Slowakei müssen Flüchtlinge aufnehmen

foto: ap Ungarische Beamte an der Grenze zu Serbien.
Von der EU beschlossene verbindliche Aufnahmequote ist laut Europäischem Gerichtshof rechtens

derStandard.at

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Klage von Ungarn und der Slowakei gegen die Umverteilung von Flüchtlingen zurückgewiesen. Eine entsprechende von der EU beschlossene verbindliche Aufnahmequote sei rechtens, teilte der EuGH am Mittwoch mit.

Nach Ansicht Ungarns und der Slowakei untergräbt die Verpflichtung zur Flüchtlingsaufnahme ihre staatliche Souveränität und gefährdet in Zeiten von Anschlägen die Sicherheit der Bürger. Dementsprechend nahmen die Staaten so gut wie keine Flüchtlinge auf.

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Bayern lässt ‚Ehe für alle‘ auf Verfassungsmäßigkeit prüfen

„Bayrischer Rundfunk“: Zwei Juraprofessoren prüfen den Bundestagsbeschluss, danach wird die bayrische Landesregierung entscheiden, ob sie in Karlsruhe gegen die „Ehe für alle“ klagen wird.

kath.net

Die bayrische Landesregierung hat zwei Juristen beauftragt, den Bundestagsbeschluss zur „Ehe für alle“ zu überprüfen. Das berichtete der „Bayrische Rundfunk“. Der Augsburger Juraprofessor Ferdinand Wollenschläger soll prüfen, ob das Gesetz mit dem Grundgesetz vereinbar ist, die Göttinger Professorin Dagmar Coester-Waltjen wird sich mit der internationalen Rechtslage beschäftigen. Danach wird die bayrische Landesregierung entscheiden, ob sie in Karlsruhe gegen die „Ehe für alle“ klagen wird. Der bayrische Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) hatte den Bundestagsbeschluss zu „Ehe für alle“ als „Hauruckaktion“ kritisiert. Nach Darstellung des „Bayrischen Rundfunks“ hatte Grünen-Fraktionsvorsitzender Ludwig Hartmann die Überprüfung des Gesetzes durch Juristen als „Wahlkampf-Volte“ bezeichnet.

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Maximales Lebensalter von etwa 115 Jahren?

Bild: US Air Force
Statistisch werden die Menschen älter, aber es scheint eine natürliche Grenze zu geben. Aber bis zu 20 Jahre Lebenszeit trennen Reiche und Arme – ein Skandal

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Reichere Menschen leben deutlich länger als ärmere. Die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich ist auch eine zwischen der Lebenserwartung. Mehr als ein Jahrzehnt kann sich die Lebenserwartung unterscheiden, erstaunlich eigentlich, dass es darüber noch keine Revolte derjenigen gab, deren Leben nicht nur härter ist, sondern auch kürzer. Vielleicht funktioniert die neoliberal-kapitalistische Ideologie einfach zu gut, dass jeder angeblich Herr seines Schicksals ist und daher selbst zu verschulden hat, wenn er ärmer ist und früher stirbt.

Der Drang, älter zu werden und gesund zu bleiben, ist vor allem in der Mittel- und Oberschicht immens. Hier stellt man sich asketisch unter das Regime von körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung neben anderen Anti-Aging-Hoffnungen, um den körperlichen Verfall möglichst lange hinauszuziehen.

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Gebet im Weißen Haus: Radikaler Pastor dankt Gott für Trump

Sie danken Gott für Präsident Donald Trump: Das Gebet von Prediger Robert Jeffress (links). Foto: KEVIN LAMARQUE / REUTERS
Ein Gebet im Weißen Haus trägt für viele Beobachter sektenartige Züge. Ein Pastor mit absurden Ansichten lobt Trump in den Himmel.

WAZ

Ein Gebet im Weißen Haus mit Donald Trump im Mittelpunkt ist zu einer Huldigung für den Präsidenten geworden. Der als „Pastor Trumps“ bekannte Geistliche Robert Jeffress dankt in dem Gebet Gott für den Präsidenten. Umstehende nicken immer wieder ergriffen, fast ekstatisch. Trump war mit religiösen Aussagen bisher nicht groß aufgefallen, er gilt als einer der am wenigsten gottesfürchtigen Präsidenten der US-Geschichte.

In dem Gebet dankt der Pastor seinem Gott unter anderem dafür, dass Trump die Spaltung des Landes überwinden helfe. In den USA standen sich Lager selten so unversöhnlich gegenüber wie Trump-Gegner und Trump-Befürworter. Jeffress sagt aber: „Über Jahrzehnte driftete dieses Land auseinander, und jetzt hast du uns Präsident Donald Trump gegeben, der uns wieder heilt.“

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Macht Fett fitter?

Gesünder durch viel Fett und kaum Kohlenhydrate? Die ketogene Diät scheint tatsächlich positive Effekte zu haben. © Top photo/ thinkstock
Viel Fett, kaum Kohlenhydrate: Die sogenannte ketogene Diät scheint tatsächlich positiv auf Körper und Gehirn zu wirken – darauf deuten nun gleich zwei Studien mit Mäusen hin. Erhielten die Tiere fettreiches Low-Carb-Futter, lebten sie nicht nur länger, sondern blieben auch im Alter kräftiger und geistig fitter, wie die Forscher berichten. Warum die ketogene Diät diese Effekte hat, ist bisher allerdings nur teilweise geklärt.

scinexx

Ernährung scheint heute fast schon Glaubenssache: Die einen schwören auf Low-Carb, andere auf Intervallfasten, Mittelmeer-Diät oder Steinzeit-Kost. Welche dieser Ernährungsweisen gesünder ist oder besser beim Abnehmen hilft, darüber herrscht jedoch Uneinigkeit. Studien zeigen zwar, dass zumindest für den Gewichtsverlust das „Was“ weniger wichtig ist als die Kalorienmenge.

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Vier britische Soldaten wegen Terrorverdachts verhaftet

Rechte in Großbritannien: ein Anhänger der rechtsextremen English Defence League (EDL) bei einer Demonstration in Nottingham (Foto: picture alliance / AP Photo)
Sie sollen der verbotenen rechtsradikalen „National Action“ angehören und Anschläge vorbereitet haben. Die Gruppe fiel im Zusammenhang mit dem Mord an der britischen Politikerin Jo Cox auf.

Süddeutsche.de

Wegen Terrorverdachts und mutmaßlicher Mitgliedschaft in einer verbotenen Neonazi-Gruppe sind vier britische Soldaten festgenommen worden. Die 22 bis 32 Jahre alten Männer stammten aus England und Wales, teilte die Polizei von West Midlands mit. Sie sollen der Neonazi-Gruppe „National Action“ angehören. Wer Mitglied der Gruppe ist oder sie unterstützt, dem drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Die Männer stehen im Verdacht, Terrorhandlungen vorbereitet zu haben. Details nannte die Polizei nicht. Das Verteidigungsministerium bestätigte, dass es sich um Mitglieder der Armee handelte.

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Millionen-Entschädigung für Bootsflüchtlinge in Australien

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein australischer Richter hat einer Rekordentschädigung von insgesamt 70 Millionen australischen Dollar für eine Gruppe von 1900 Bootsflüchtlingen zugestimmt.

Frankfurter Rundschau

Die Summe sei „fair und angemessen“, sagte Richter Cameron Macaulay vom obersten Gerichtshof des Bundesstaats Victoria. Die Regierung und Anwälte für knapp 1400 der Bootsflüchtlinge hatten sich im Juni auf den Vergleich geeinigt. Das Geld soll Bootsflüchtlingen ausgezahlt werden, die eigentlich nach Australien wollten, dann aber in Lager auf der Pazifik-Insel Manus gebracht wurden, die zu Papua-Neuguinea gehört.

Berlin: Burkaträgerin verprügelt Dessous-Verkäuferin

Eine wütende Burkaträgerin hat am Dienstag eine Verkäuferin in einem Dessou-Laden in Berlin-Neukölln angegriffen und verletzt (Symbolbild)
Rania Abu El-A. verkauft in einem Laden in Berlin-Neukölln Kleidung für muslimische Frauen, Brautmoden und Dessous – ihre Waren preist sie in arabischer Schrift unter anderem als „Scharia-Bikinis“ an. Für eine Burkaträgerin war das wohl zu viel. Die wütende Frau überfiel die Verkäuferin in ihrem Geschäft und verprügelte sie.

FOCUS ONLINE

Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Demnach stand die 40 Jahre alte ÄgypterinRania Abu El. A am Dienstagnachmittag in ihrem Geschäft, als plötzlich eine vollverschleierte Frau in den Laden stürmte.

In der „Bild“ beschrieb die Überfallene die Szene: “ Sie beschimpfte mich als Schlampe, als Hure, sprach Deutsch und Arabisch durcheinander. Sie wollte, dass die Sachen aus dem Fenster kommen. Kopftücher und Unterwäsche passen nach islamischem Glauben nicht zusammen. Das sei Sünde.“

Schleier verrutsche während des Angriffs

Als die Verkäuferin dem Wunsch der wütendenen Frau, die Waren aus dem Fenster zu nehmen, nicht nachkommt, sei diese zunächst von dannen gezogen. Kurze zeit später kam sie laut „Bild“ jedoch mit zwei weiteren Personen zurück und griff Rania Ab El-A. an. Dabei fügte sie ihr Verletzungen im Brustbereich, an den Armen und am Kopf zu.

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Wem gehört die Klagemauer?

Orthodoxe jüdische Männer beten an der Klagemauer in Jerusalem. Foto: Caitlin Faw (Getty Images)
Liberale Juden wollen die Vorherrschaft der Orthodoxie zurückdrängen. Noch kann Israels Regierung Strömungen bremsen, die sich eine Trennung von Staat und Religion wünschen.

Von Richard C. Schneider | Tages Anzeiger

Mit Schrecken blickte die internationale Öffentlichkeit im Juli auf die blutigen Unruhen zwischen Israelis und Palästinensern am Tempelberg in Jerusalem – einem der heiligsten Orte für Muslime, Juden und Christen. Nur einen Monat zuvor war es an diesem Ort allerdings zu einer anderen Auseinandersetzung gekommen, die in der breiten Öffentlichkeit kaum verfolgt wurde. Denn es war ein innerjüdischer Konflikt, der unblutig verlief. Für den Staat Israel ist er jedoch von zentraler Bedeutung.

Es ging um das wichtigste Heiligtum des jüdischen Glaubens, die sogenannte Klagemauer, also die äussere Westmauer des zweiten jüdischen Tempels, der dort stand, wo sich heute der islamische Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee befinden. Die Mauer, die sich unterhalb des Tempelplateaus befindet, ist ein Reststück des Tempels, der 70 n. Chr. von den Römern zerstört wurde.

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Glowing Nanoparticle Ink Could Lead to Easy DIY Holograms

Image: MOTHERBOARD
Want to make phosphorescent ink? Dope it with some europium.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

We live in a golden age of printing in which it’s possible to churn out toolsweapons, and even experimental artificial organs. Now, scientists at ITMO University in Saint Petersburg, Russia are engineering yet another specialized field of futuristic printing—luminescent holograms that can be produced by a normal inkjet model printer.

In a study published in the journal Nanoscale, researchers led by Alexandra Furasova introduced a new type of „nanoparticle ink“ made with zirconium dioxide crystals that are „doped“ with the phosphorescent element europium.

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In der CSU nagt der Neid

Karl-Theodor zu Guttenberg trat auf dem Gillamoos auf. Viele Leute jubeln – einige aber reiben sich staunend die Augen. (Foto: Getty Images)
  • Seit zwei Jahren arbeitet Horst Seehofer an der Rückkehr von Karl-Theodor zu Guttenberg. Der CSU-Chef glaubt, die Partei könne auf dessen Strahlkraft nicht verzichten.
  • Das verstört viele in der CSU, die ihren Aufstieg auf dem normalen Dienstweg anzutreten versuchen.
  • In der Partei wächst nicht nur die Skepsis gegenüber Guttenberg, auch der Missmut über Seehofer nimmt zu.

Von Roman Deininger, Wolfgang Wittl | Süddeutsche.de

Bayern und Bier, diese Verbindung funktioniert immer, so viel weiß Karl-Theodor zu Guttenberg auch nach sechseinhalb Jahren im amerikanischen Exil. Also reckt er bei seiner Rede am Gillamoos einen Steinkrug in die Höhe. Dass kein Bier darin ist, sondern nur Wasser? Umso besser. Andere hätten einfach getrunken. Guttenberg zelebriert eine Verbrüderung mit dem Publikum. Er ruft: „Sind wir hier im Adelholzener-Pavillon oder im Bierzelt?“ Prompt bekommt er eine Mass Festbier gereicht. Dass er den Krug „Haferl“ nennt, geht irgendwie unter.

Ein Prosit, ein Schluck, „ah, das hat wirklich gefehlt“. Noch rasch ein Witzchen über die USA, wo man ja einen Mann gewählt habe, „der Bier nicht mal richtig buchstabieren kann“, und weiter geht’s. Viele Leute jubeln – einige aber reiben sich staunend die Augen.

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Betreiber von ‚kreuz-net.at‘ wegen Verhetzung verurteilt

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Vier Monate bedingt für „entwürdigendes Herabmachen von homosexuellen Männern“ auf privater Internetseite – Urteil nicht rechtskräftig

kath.net

Der Verantwortliche des Internetportals „kreuz-net.at“ ist am Dienstag vom Wiener Landesgericht für Strafsachen wegen Verhetzung zu einer viermonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das berichtet die Austria Presseagentur (APA) nach Ende der Verhandlung, die bereits im Juli hätte stattfinden sollen und wegen Nichterscheinens des Beklagten vertagt werden musste. Die Strafe wurde dem Betreiber der Internetseite unter Setzung einer Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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Neues türkisches Schulbuch: Ehe mit Atheisten nicht zulässig

Bild: FB
Lehrbuch „Das Leben des Propheten Mohammed“: Ehefrau muss Mann „Achtung und Ergebung“ erweisen

derStandard.at

Vor Beginn des neuen Schuljahres in der Türkei sorgt in säkularen Kreisen ein neues Lehrbuch des Bildungsministeriums für die Oberstufe für Aufregung: Die regierungskritische Zeitung „Cumhuriyet“ kritisierte am Dienstag, das Werk namens „Das Leben des Propheten Mohammed“ beinhalte „skandalöse Empfehlungen zur Ehe“.

So werde dort gelehrt, Ehen mit Atheisten seien nicht zulässig. Stattdessen solle der Ehepartner religiös sein. Weiter heiße es in dem Lehrwerk, in der Ehe sei der Mann das Familienoberhaupt. Die Ehefrau müsse ihm „die nötige Achtung und Ergebung“ erweisen, um die „Ordnung und Harmonie in der Familie“ zu gewährleisten.

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Religionszugehörigkeiten in Deutschland 2016

Der Bevölkerungsanteil der konfessionsgebundenen Muslime ist im Jahr 2016 von 4,4 Prozent auf 4,9 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum ging der Anteil der katholischen Kirchenmitglieder von 28,9 auf 28,5 Prozent zurück, die der evangelischen Kirchenmitglieder von 27,1 auf 26,5 Prozent. Die größte weltanschauliche Gruppe in Deutschland, die Gruppe der Konfessionsfreien, wuchs 2016 um weitere 380.000 Personen und stellt nun 36,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Zuwächse waren auch bei den „Sonstigen Religionsgemeinschaften“ zu verzeichnen, deren Bevölkerungsanteil sich von 3,6 Prozent auf 3,9 Prozent erhöhte.

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Zu den Hintergründen dieser Datenangaben verweisen wir auf die entsprechenden ausführlicheren Anmerkungen im Datenblatt „Religionszugehörigkeiten in Deutschland 2015“.

Katholische und Evangelische Kirche

Im Vergleich zu 2015 haben sich die Anteile der Religionszugehörigkeiten für die Römisch-Katholische Kirche und die EKD weiter verringert. Sind es bei den römischen Katholiken vor allem die Kirchenaustritte, so spielt bei den Landeskirchen der EKD neben den Kirchenaustritten vor allem die Überalterung der Mitglieder eine wesentliche Rolle , d. h. der hohe Sterbeüberschuss (Verstorbene minus Taufen), der ähnlich groß ist wie die Kirchenaustritte.

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