Kommt nach dem IS der „schiitische Halbmond“?

Bild: heise.de/TP
Der Siegeszug über den Islamischen Staat heißt nicht Entwarnung im Nahen Osten

Von Behrouz Khosrozadeh | TELEPOLIS

„Viel Glück“, sagte Wladimir Putin zu Benjamin Netanjahu, als dieser drohte, Assads Amtssitz zu bombardieren. Der israelische Ministerpräsident ist nicht erfreut über das Südsyrienabkommen, welches beim G20-Gipfel in Hamburg zwischen Putin und Donald Trump vereinbart wurde. Da Russland den weitaus größeren Teil der Deeskalationszonen unter Kontrolle hat, befürchtet Jerusalem, dass Russlands Verbündeten, der Iran und die Hisbollah, freie Bahn zum Verkehr dicht an den Grenzen Israels erhalten werden, zumal im Abkommen kein Wort über Abzug dieser aus Syrien oder auch aus den Schutzzonen erwähnt worden ist.

Nach dem Siegeszug über den „Islamischen Staat“ sind neue Konstellationen im Nahen Osten eingetreten, die nicht zwingend hoffnungsträchtig sind. Henry Kissinger warnte Anfang August die Fachwelt und Politiker vor einem radikalen „Imperium Iran“.

Der ehemalige US-Außenminister in Zeiten des Kalten Krieges machte den Westen darauf aufmerksam, dass die Mullahs aus Teheran einen territorialen Gürtel von Teheran bis nach Beirut errichten könnten, wenn die Gebiete des geschlagenen IS durch die al-Qods-Brigade (Auslandsarm der iranischen Revolutionswächter) oder den vom Iran unterstützten schiitischen Milizen besetzt würden. Das würde bedeuten, dass die Revolutionswächter und Soldaten des Iran dicht an Israels Grenzen präsent sein würden, ein „no go“ für Jerusalem. Donald Trump darf solch Entwicklung – die Entstehung eines radikal-schiitischen iranischen Imperiums nicht zulassen, so die Kernbotschaft des 94jährigen Kissingers. In der Tat sprechen einige Indizien für die Befürchtung des Ex-Außenministers der Vereinigten Staaten von Amerika.

Amerikanische Top-Generäle zeigen seit Jahren mit dem Finger auf den Iran und machen ihn mit dessen Oktopus artigen Einmischungen quer über die Region des Nahen Ostens, verbunden mit dem Hass auf Amerika und Israel, als die strategische Gefahr und den Feind Nummer Eins aus. David Petraeus, ehemaliger Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Irak und in Afghanistan, konstatierte 2015 mit Nachdruck, der IS sei nicht das größte Problem, sondern der Iran. Petraeus, der wie etliche ranghohe US-Militärs eine top-akademische Ausbildung genossen hat – er ist ein PhD-Princeton-Absolvent in Internationalen Beziehungen -, sah bereits damals voraus:

Wenn Daesh (IS) aus dem Irak vertrieben wird und die Folge sein wird, dass die vom Iran unterstützte schiitische Milizen zur mächtigsten Kraft im Land mutieren und die irakischen Sicherheitskräfte in den Schatten stellen, wie es die Hisbollah im Libanon tut, wäre das ein desaströses Ergebnis für die Stabilität und Souveränität des Irak, ganz zu schweigen von unseren eigenen nationalen Interessen in der Region.

David Petraeus

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Spanische Justiz geht gegen Kataloniens Unabhängigkeitspläne vor

„Ja“-Befürworter auf Barcelonas Straßen. (Foto: AFP)
  • Das Regionalparlament in Barcelona hat ein Gesetz für ein Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober verabschiedet – gegen den ausdrücklichen Willen der Zentralregierung.
  • Diese geht nun mit juristischen Mitteln gegen die Unabhängigkeitsbefürworter vor.
  • Deeskalierend wirkt das wohl kaum: Eine Mehrheit der Katalanen will die Möglichkeit haben, über eine Abspaltung zumindest abzustimmen.

Süddeutsche.de

Der Konflikt zwischen Katalonien und Spanien schwelt schon lange. So klar in Richtung Eskalation wie jetzt ging es aber noch nie. Das Regionalparlament in Barcelona hat ein Gesetz für ein Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober verabschiedet – gegen den ausdrücklichen Willen der Zentralregierung. Aus Madrid kommt am Donnerstag prompt die Reaktion: Der Generalstaatsanwalt kündigte Anklage an gegen die Abgeordneten und die Mitglieder der Regionalregierung, die das Gesetz unterzeichneten. Sicherheitskräfte werden beauftragt, jedwede Vorbereitungen der katalanischen Regierung für die Volksabstimmung zu untersuchen.

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Alte Seekarten enthüllen „Geisterriffe“

Seekarte von 1774 und Satellitenbild des Meeres vor Key West – das Vorkommen von Riffen lässt sich so vergleichen. © Loren McClenachan
Drastischer Schwund: Britische Seekarten aus dem 18. Jahrhundert enthüllen das wahre Ausmaß des Korallensterbens. Denn sie zeigen viele Riffe, die in den letzten 240 Jahren verschwunden sind. So gab es allein vor der Südküste Floridas damals noch gut doppelt so viele Riffe wie heute. In Küstennähe sind sogar bis zu 90 Prozent der einstigen Riffe verschwunden, wie Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten. Selbst sie waren über das Ausmaß dieses Korallenverlusts überrascht.

scinexx

Die tropischen Korallenriffe haben es schwer: Die Erwärmung und Versauerung der Meere, verschmutztes Wasser und die Zerstörung durch Bagger oder Schleppnetze führen zum Niedergang dieses wertvollen Lebensraums. Selbst das größte Riff der Erde, das Great Barrier Reef, könnte bereits irreversibel geschädigt sein. All diese Veränderungen werden jedoch erst seit wenigen Jahrzehnten kartiert und erforscht. Wie viele Korallenriffe schon vor Beginn dieser Zeit verschwunden sind, ist daher weitgehend unbekannt.

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Rundschreiben an Schulen: Kopftuch bitte nur in der Küche

Themenbild
Vor Berliner Gerichten klagen derzeit verstärkt muslimische Lehrerinnen. Sie dürfen nicht an Schulen unterrichten, wenn sie ihr Kopftuch weiter tragen möchten. Ein Reizthema, das auch in vielen Schulen heißt diskutiert wird. Vor allem seit das Land Berlin in mehreren Fällen eine Entschädigung an Kopftuch tragende Frauen zahlen musste.

Von Martin Klesmann | Berliner Zeitung

Zu Schuljahresbeginn hat die Bildungsverwaltung nun ein Rundschreiben an alle Schulen verschickt. Mit dem dreiseitigen Schreiben, das der Berliner Zeitung vorliegt, rechtfertigt die Verwaltung ihre bisherige Rechtsposition und weist die Lehrer darauf hin, dass diese auch weiter anzuwenden sei. Die Spitze der Schulverwaltung ist offenbar genervt von der öffentlichen Debatte und will, dass sich am besten gar nichts ändert.

In dem Papier erläutert Abteilungsleiter und Rechtsexperte Thomas Duveneck die „Anwendung des Neutralitätsgesetzes an den Schulen“. Demnach dürfen Lehrer im Dienst „keine sichtbaren religiösen und weltanschaulichen Symbole tragen, die für den Betrachter eine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft demonstrieren“, heißt es in dem Schreiben.

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Schnellster Pulsar der Milchstraße entdeckt

Der neuentdeckte Pulsar ist der schnellste cder Milchstraße und eine „Schwarze Witwe“: Er saugt seinen Begleiter aus. © NASA/GSFC, Scientific Visualization Studio
Kosmischer Kreisel: Astronomen haben den am schnellsten rotierenden Pulsar der Milchstraße entdeckt – und den zweitschnellsten überhaupt. Der Neutronenstern dreht sich 42.000 Mal pro Minute um seine eigene Achse und sendet dabei starke Radio- und Gammastrahlung aus. Seine Energie bekommt der rund 5.000 Lichtjahre entfernte Pulsar dabei durch Kannibalismus: Er saugt seinen kleineren Begleiter aus.

scinexx

Pulsare sind schnell rotierenden und stark magnetische Neutronensterne – Relikte einer Supernova-Explosion. Diese ultradichten Sternenkerne senden wie ein kosmischer Leuchtturm gebündelte Radio-, Röntgen- und Gammastrahlen aus, die in regelmäßigem Takt durch das All streifen. Diese Strahlenpulse können extrem energiereich sein und es gibt sogar Pulsare, die ständig zwischen Radiowellen und Gammastrahlen umschalten.

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Diskussion zwischen Kirche und AfD geht weiter

AfD hat ein „Kirchenpolitisches Manifest“ veröffentlich und zum Dialog aufgerufen – Trierer Bischof Ackermann vom Manifest enttäuscht, zum Gespräch bereit – Professor Ockenfels: Es ist nicht unchristlich, der AfD anzugehören oder sie zu wählen

kath.net

Die AfD hat diese Woche ein sogenanntes „Kirchenpolitischen Manifest veröffentlicht und die christlichen Kirchen wegen ihrer „heftigen, in weiten Teilen unsachlichen und verletzenden Kritik“ scharf kritisiert und sie zugleich zum Dialog aufgerufen. Dies berichtet die Zeitung „Volksfreund“. Der kirchenpolitische Sprecher und Trierer AfD-Landtagsabgeordnete Michael Frisch wertete die in den letzten Monaten eingetretene Verhärtung im Verhältnis zwischen AfD und Kirchen nicht hilfreich. Laut Frisch stehe die AfD für eine Politik aus dem Geist des christlichen Glaubens. Auch das Wahlkampfprogramm trage den Grundprinzipien der christlichen Soziallehre Rechnung. Frisch kritisierte, dass einerseits die AfD kritisiert werde und gleichzeitig die Kirchen zu „fragwürdigen Positionen“ anderer Parteien schweigen.

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Merkel kann sich bei der AfD bedanken

Kanzlerin Merkel wird von Rechten niedergebrüllt – davon profitiert sie. Foto: dpa
Buh-Rufe, Pfiffe, Hassparolen: Wenn Angela Merkel in Torgau oder Finsterwalde auftritt, hat sie es nicht leicht. Aber sie kann sich trösten: Die rechten Dumpfköpfe sind ihr eine große Hilfe. Ein Kommentar.

Von Stephan Hebel | Frankfurter Rundschau

Das Wutgeschrei von rechts, das der Bundeskanzlerin am Mittwochabend entgegenschallte, übertönt jeden Hauch von politischer Debatte. Es entspricht insofern sicher dem Geisteszustand der Pegidisten und sonstigen Rechtsextremisten, die in Torgau oder Finsterwalde oder sonstwo pfeifen und brüllen.

Erst recht entspricht es ihrem Geisteszustand, dass sie etwas Entscheidendes übersehen: Bessere Wahlkampfhelfer als diese Leute könnte sich Angela Merkel nicht wünschen.

Wie das? Ganz einfach: Deutschland erlebt eine Kanzlerin und Kandidatin, die sich den protestierenden Pfeifen souverän entgegenstellt. Eine Verteidigerin des demokratischen und weltoffenen Deutschlands gegen Freiheitsverweigerer und Abschottungsfanatiker.

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Weiße Christen in den USA nicht mehr in der Mehrheit

Die religiöse Landschaft in den USA unterliegt einer Studie zufolge einem tiefgreifenden Wandel.

evangelisch.de

Die einst dominierende Gruppe der weißen Christen mache inzwischen weniger als die Hälfte der im Land lebenden Erwachsenen aus, berichtete das „Public Religion Research Institute“ (PRRI) am Mittwoch in Washington. Zudem hätten die weißen Christen in weniger als der Hälfte der US-Bundesstaaten die Mehrheit. Keine religiöse Gruppe sei zudem größer als diejenige der Menschen ohne religiöse Bindung, hieß es weiter: „24 Prozent der Amerikaner sind konfessionslos.“

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Demo für alle – „Bus des Grauens“ hält in Wiesbaden

Der „Bus des Grauens“ (FR) der „Demo für alle“ macht am Samstag, 9. September, in Wiesbaden auf dem Luisenplatz Station. Foto: Demo für alle
Die „Demo für alle“ will den Bundestagswahlkampf nutzen, um gegen die Ehe für alle mobil zu machen. Ihre zehntägige Tour stoppt am Samstag in Wiesbaden.

Von Katja Thorwarth | Frankfurter Rundschau

Seit Mittwoch tourt der „Bus des Grauens“ (FR) der „Demo für alle“ durch die Republik. Der Verein um Hedwig von Beverfoerde will in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfes erneut seine Parolen gegen das sogenannte „Gender-Mainstream“ unters Volk bringen und die Ehe für alle rückgängig machen: „Mit dem ‚Bus der Meinungsfreiheit‘ (wollen wir) für #EhebleibtEhe, für die Zweigeschlechtlichkeit, gegen Gender, Sexualisierung und all unsere damit verbundenen Positionen werben.“

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Keine Einbürgerung für mutmaßlichen Salafisten

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat das Einbürgerungsbegehren eines mutmaßlichen Salafisten zurückgewiesen. In dem konkreten Fall gebe es Anhaltspunkte dafür, dass der Kläger Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung unterstützt habe.

MiGAZIN

Ein mutmaßlicher Salafist ist mit seiner Klage auf Einbürgerung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster gescheitert. Es gebe Anhaltspunke dafür, dass der Kläger Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung unterstützt habe, erklärte das Oberverwaltungsgericht in einer am Mittwoch veröffentlichten Entscheidung. (AZ: 19 A 2246/15)

Die Stadt Wuppertal hatte die Einbürgerung abgelehnt, weil der Mann nach Erkenntnissen von Polizei und Verfassungsschutz mutmaßlich in der salafistischen Szene aktiv sei. Der in Wuppertal wohnende Israeli ist arabischer Volkszugehöriger muslimischen Glaubens.

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Neue Gefahr durch krankmachenden Hefepilz?

Hefepilze der Gattung Candida: Harmlose Mitbewohner, die zu krankmachenden Erregern werden können. © Scharvik/ thinkstock
Gefährlicher Hefepilz: Ein neuer Verursacher von Pilzinfektionen breitet sich derzeit weltweit aus. In Deutschland sind zwar bisher nur Einzelfälle bekannt. Trotzdem raten Experten den Kliniken und Laboren nun, sich rechtzeitig auf den Erreger vorzubereiten. Denn Candida auris kann schnell große Ausbrüche in Krankenhäusern verursachen, ist gegen viele Medikamente resistent und außerdem mit herkömmlichen Untersuchungen nur schwer zu identifizieren. Gefährlich ist der Pilz vor allem für schwerkranke Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

scinexx

Die Hefepilze der Gattung Candida gehören zu unseren zahlreichen mikrobiellen „Mitbewohnern“. Sie wachsen auf unserer Mundschleimhaut, kommen als normaler Bestandteil der Darmflora vor, siedeln in der Scheide, am Penis oder lassen sich in Hautfalten nieder. Doch einige der rund 150 Candida-Arten können unter bestimmten Umständen auch Krankheiten auslösen. Oft trifft es dabei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Candida-Infektionen gehören daher zu den häufigsten im Krankenhaus erworbenen Erkrankungen.

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Erdogans geschickte Propagandaschlacht

Bild: FAZ
Ist die Eskalation zwischen Deutschland und der Türkei noch zu stoppen? Sandra Maischberger debattiert mit ihren Gästen den richtigen Umgang mit Präsident Erdogan und die drohende Instrumentalisierung seiner Landesleute in Deutschland.

Von Frank Lübberding | Frankfurter Allgemeine

Demokratie wird als Volksherrschaft übersetzt. Die Regierungen legitimieren sich über Wahlen. Mit der Mehrheit der Stimmen bilden sie eine Regierung auf Zeit. Unter diesen Voraussetzungen ist die Türkei zweifellos eine Demokratie. Ihr Präsident wurde demokratisch gewählt, genauso wie die Regierung. Trotzdem agiert der Herrscher am Bosporus wie ein Despot. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären? Günter Seufert, Türkeiexperte der Stiftung für Wissenschaft und Politik, findet die Erklärung im unterschiedlichen Demokratieverständnis. In Ankara verstünde man Demokratie als „Herrschaft einer Mehrheit“, die nach der Wahl schlicht alles dürfe. Selbstredend kann jeder Demokratie so definieren, wie er will. Sogar Josef Stalin hielt seine Sowjetunion für einen demokratischen Staat. Nur entspricht das nicht dem westlichen Verständnis von Demokratie. Es geht um die Begrenzung und Kontrolle von Macht. Und gerade nicht um die demokratische Legitimation zur Errichtung einer Despotie.

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Ungarn stellt österreichisches Kirchen-Eigentum in Jerusalem in Frage

Eingangsbereich des Hospizes, Bild: wikimedia.org/PD – Berthold Werner

Kardinal Schönborn reagiert auf Ankündigung Ungarns zur Prüfung der Rechte am Österreichischen Hospiz im Heiligen Land: „Regierungsbeschluss ist einseitig erfolgt und nicht mit dem Erzbischof von Wien akkordiert“

kath.net

„Seit 1895 hat der Erzbischof von Wien kraft Entscheidung des Heiligen Stuhles die alleinigen Eigentumsrechte und somit die Verantwortung für das Österreichische Hospiz in Jerusalem.“ Das hat Kardinal Christoph Schönborn am Mittwoch in einer Stellungnahme gegenüber „Kathpress“ festgehalten. Der Wiener Erzbischof reagiert damit auf einen aktuellen ungarischen Regierungsbeschluss. Demnach soll eine von der Regierung eingesetzte Kommission die Rolle des ungarischen Staates im Zusammenhang mit dem Pilgerhospiz und die Möglichkeit eines Eigentumserwerbs der Immobilie zugunsten des ungarischen Staates prüfen. „Dieser Regierungsbeschluss ist einseitig erfolgt und nicht mit dem Erzbischof von Wien akkordiert“, hält Kardinal Schönborn demgegenüber fest.

Das Pilgerhospiz sei „die wichtigste Institution der katholischen Kirche in Österreich für heimische Pilger im Heiligen Land“, das „ein offenes Haus für alle Pilger“ sei. Dazu zähle die seit der Wende steigende Zahl von Pilgern aus dem Raum der ehemaligen Habsburgermonarchie. „Sie finden dort eine geistliche Heimat und beleben diese einzigartige Institution im Herzen der Jerusalemer Altstadt“, so der Kardinal, der deswegen festhält, dass es „bereits Gespräche des Wiener Erzbischofs mit ungarischen Bischöfen über eine verstärkte Zusammenarbeit zum Wohl der Pilger“ gibt.

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Darum warnt das Auswärtige Amt nicht vor Türkei-Reisen

Ein Urlaub in der Türkei ist zwar riskanter geworden, eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für das Land gibt es aber nicht (Archivbild) © Marius Becker/DPA
Die Bundesregierung hat ihre Reisehinweise für die Türkei nochmals verschärft. Eine offizielle Reisewarnung spricht das Auswärtige Amt jedoch nicht aus. Das sind die Gründe dafür.

Von Daniel Wüstenberg | stern.de

Elf Deutsche sitzen nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin in der Türkei aus politischen Gründen im Gefängnis – das sind elf Menschen, die ihren Aufenthalt in dem Land mit ihrer Freiheit bezahlen mussten. Keine Frage: Die Türkei hat sich binnen kurzer Zeit von einem Urlaubsparadies in ein Hochrisikoziel verwandelt, insbesondere für Berufsgruppen wie Menschenrechtler oder Journalisten und für Deutsche mit engen persönlichen Bindungen in die Türkei.

Bereits nach der Verhaftung des Kölner Menschenrechtsaktivisten Peter Steudtner im Juli hatte die Bundesregierung ihre Reisehinweise für das Land verschärft, jetzt legte das Auswärtige Amt noch einmal nach. Es weist nun darauf hin, dass mit nicht nachvollziehbare Inhaftierungen auch in den Touristenregionen der Türkei zu rechnen ist (den genauen Wortlaut der Reisehinweise für die Türkei lesen Sie hier auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes). Weiter steht in dem Text, dass der konsularische Zugang zu Inhaftierten seitens der deutschen Botschaft in einigen Fällen nicht gewährt werde. Deutschen wird zu erhöhter Vorsicht geraten und empfohlen sich in die „Krisenvorsorgeliste der Konsulate und der Botschaft einzutragen“. Nach einem enspannten Urlaub klingt das nicht.

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Nach Streit um „Nazi-Glocke“: Bürgermeister tritt zurück

Im Glockenturm der Herxheimer Kirche St. Jakob hängt seit 1934 eine Bronzeglocke mit Hakenkreuz und dem Spruch „Alles fuer’s Vaterland – Adolf Hitler“. (Foto: dpa)
  • Eine Kirchenglocke im rheinland-pfälzischen Herxheim trägt eine Inschrift und ein Hakenkreuz aus der NS-Zeit.
  • Seit Monaten debattiert der Ort über den Umgang mit dem historischen Stück von 1934.
  • Nach umstrittenen Aussagen zur NS-Zeit tritt Bürgermeister Becker zurück.

Süddeutsche.de

Es ist nur eine Glocke, aber sie wurde Ronald Becker zum Verhängnis. Die Glocke im Kirchturm der rheinland-pfälzischen 700-Einwohner-Gemeinde Herxheim erregte internationales Aufsehen wegen ihrer Verzierung: Über einem großen Hakenkreuz prangt unübersehbar der Spruch „Alles fuer’s Vaterland“, und darunter der Name Adolf Hitlers.

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Verteidigerin einer säkularen Gesellschaft: Regierungskritische Journalistin in Indien erschossen

Nach der Ermordung der Journalistin Gauri Lankesh formiert sich ein Protestzug in Bangalore. (Bild: AP)
Gauri Lankesh war bekannt für ihre Kritik am aggressiven hinduistischen Nationalismus in Indien. Ihre Ermordung wirft auch ein Schlaglicht auf die Pressefreiheit in dem Schwellenland.

Von Volker Pabst | Neue Zürcher Zeitung

Vom Hergang her würde man die Tat eher in Russland oder einem anderen Land mit bekanntermassen bedeutender Gefährdungslage für kritische Journalisten verorten. Doch sie ereignete sich in Indien. Als Gauri Lankesh am Dienstagabend die Türe ihres Hauses in der südindischen Metropole Bangalore aufmachte, eröffneten zwei Männer das Feuer und flüchteten auf einem Motorrad. Die 55-jährige Journalistin verstarb noch zu Hause an den Treffern in Brust und Kopf.

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AI Will Soon Identify Protesters With Their Faces Partly Concealed

Image: University of Cambridge/ National Institute of Technology/ Indian Institute of Science
Protesters regularly wear disguises like bandanas and sunglasses to prevent being identified, either by law enforcement or internet sleuths. Their efforts may be no match for artificial intelligence, however.

By Louise Matsakis | MOTHERBOARD

new paper to be presented at the IEEE International Conference on Computer Vision Workshops (ICCVW) introduces a deep-learning algorithm—a subset of machine learning used to detect and model patterns in large heaps of data—that can identify an individual even when part of their face is obscured. The system was able to correctly identify a person concealed by a scarf 67 percent of the time when they were photographed against a „complex“ background, which better resembles real-world conditions.

The deep-learning algorithm works in a novel way. The researchers, from Cambridge University, India’s National Institute of Technology, and the Indian Institute of Science, first outlined 14 key areas of the face, and then trained a deep-learning model to identify them. The algorithm connects the points into a „star-net structure,“ and uses the angles between the points to identify a face. The algorithm can still identify those angles even when part of a person’s mug is obscured, by disguises including caps, scarves, and glasses.

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Wegretuschiertes Kreuz: Lidl will Verpackungen ändern

Aus Rücksicht auf die angespannte Situation legten die beiden deutschen Bischöfe ihr Kreuz zeitweise ab. (Foto: picture alliance / dpa/n-tv) Diese Kreuze wurden nicht von Lidl entfernt.
Nach massiver Kritik an der Bearbeitung eines Fotomotivs auf mehreren Produktverpackungen lenkt die Supermarktkette Lidl nun ein: Das Produktdesign werde „schnellstmöglich“ geändert, teilte der Discounter am Dienstagabend auf epd-Anfrage mit.

evangelisch.de

Für Aufregung gesorgt hatte die Aufmachung einiger Produkte der Lidl Eigenmarke „Eridanous“, auf denen Kirchen der griechischen Insel Santorini abgebildet sind: Die Kreuze auf den Dächern der Gebäude waren wegretuschiert worden.

Kunden in mehreren europäischen Ländern und die Kommunalregierung der Insel zeigten sich von der Retusche empört. „Es tut uns leid, wenn wir mit der Produktgestaltung unserer Eigenmarke ‚Eridanous‘ für Unmut bei unseren Kunden gesorgt haben“, hieß es von Lidl weiter. „Es war nie und wird auch nie unsere Absicht sein, mit unseren Produkten oder der Produktgestaltung weltanschauliche Positionen zu vertreten.“

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Im Prozess in Freiburg geht es nicht um Merkel oder die AfD

Der Angeklagte Hussein K. im Landgericht in Freiburg. (Foto: Patrick Seeger/dpa)
Der Fall um den Mord an einer Studentin vereint alles, was an der europäischen Flüchtlingspolitik zu kritisieren ist. Aber das Gericht hat nur eins zu bewerten: die Schuld von Hussein K.

Von Annette Ramelsberger | Süddeutsche.de

In Freiburg hat am Dienstag der Prozess gegen einen Flüchtling begonnen, dem vorgeworfen wird, eine 20 Jahre alte Medizinstudentin vergewaltigt und ermordet zu haben. Doch schon das Wort Flüchtling ist hier falsch. Es geht um einen jungen Mann, der schon mit 13 seine Heimat Afghanistan verlassen hat, dann im Iran lebte, sich schließlich aufmachte nach Westen – irgendwo hin. Aber nicht, weil er wirklich verfolgt worden wäre.

Der Fall dieses Mannes erregt sehr viele Menschen. Und das aus gutem Grund. Im Fall des Hussein K. haben alle Sicherungen versagt – deutsche, griechische, europäische. In Griechenland war der junge Mann 2013 zuerst gestrandet. Dort hatte er auch seine erste schwere Straftat begangen: Er hatte eine Studentin ausgeraubt und über die Klippen in den sicheren Tod gestürzt. Sie überlebte wie durch ein Wunder. Dafür kam er in Haft, doch schon nach zweieinhalb Jahren leerte das finanziell schwache Griechenland seine Gefängnisse per Amnestie und entließ Hussein K. Er sollte in seiner Bewährungszeit Integrationskurse besuchen – er tat es nicht. Als das einem Staatsanwalt auffiel, erließ er einen Haftbefehl, jedoch nur in Griechenland, nicht europaweit. Da aber war Hussein K. längst nach Norden weitergezogen.

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Why Religion Fears Science

Image: Church and State
My Grandfather was a Cherokee Medicine Man, a very outspoken cuss, and one who never minced words. He served in WW2 and Korea with the U.S. Army where he retired as a Sgt. Maj. So, when he spoke, I would listen. He told me one day as we were fishing; “Religion is a scam and Jesus was a gifted Con Man”.

By Carol Bell | Church and State

That statement stuck with me throughout my life.

The points he made went like this: After primitive man conquered fire (he was quick to note man never discovered fire, he learned to harness it), he would sit around the campfire and discuss the days events. My grandfather would tell me how many Indian Nations still do this as they pass down stories and legends.

Primitive Man, when sitting around the campfire, more than likely wondered how he got there. What was the force which caused him to be there? What were those lights in the sky at night? What was that orb which gave off light and chase away the dark? Man was still in the hunter gatherer stage of development so he had nothing to go on to answer his questions.

Somewhere, someone got the idea there was a spirit, a deity, who created everything. This satisfied many people and it answered all their questions. Soon, someone had the idea, possibly after a bad storm, that offerings should be made to this deity or in some societies, deities. The offerings would range from food to precious items to humans themselves. Men would appoint themselves as conduits to the Gods and would create laws they said the God gave to them.

My Grandfather said the pure idea of religion was corrupted by those who only sought wealth and power over everyone else.

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