Alte Seekarten enthüllen „Geisterriffe“


Seekarte von 1774 und Satellitenbild des Meeres vor Key West – das Vorkommen von Riffen lässt sich so vergleichen. © Loren McClenachan
Drastischer Schwund: Britische Seekarten aus dem 18. Jahrhundert enthüllen das wahre Ausmaß des Korallensterbens. Denn sie zeigen viele Riffe, die in den letzten 240 Jahren verschwunden sind. So gab es allein vor der Südküste Floridas damals noch gut doppelt so viele Riffe wie heute. In Küstennähe sind sogar bis zu 90 Prozent der einstigen Riffe verschwunden, wie Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten. Selbst sie waren über das Ausmaß dieses Korallenverlusts überrascht.

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Die tropischen Korallenriffe haben es schwer: Die Erwärmung und Versauerung der Meere, verschmutztes Wasser und die Zerstörung durch Bagger oder Schleppnetze führen zum Niedergang dieses wertvollen Lebensraums. Selbst das größte Riff der Erde, das Great Barrier Reef, könnte bereits irreversibel geschädigt sein. All diese Veränderungen werden jedoch erst seit wenigen Jahrzehnten kartiert und erforscht. Wie viele Korallenriffe schon vor Beginn dieser Zeit verschwunden sind, ist daher weitgehend unbekannt.

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