Heribert Hirte: Dodo des Monats August 2017


Dodo des Monats August 2017 ©HFR

Kannte jemand Heribert Hirte, vor seinem Interview, welches er dem Internetauftritt des deutschen Episkopats, katholisch.de gegeben hatte, als Mitglied des Bundestages? Wohl eher nicht. Rechtswissenschaftler Hirte ist so etwas wie ein Nebenberufspolitiker, ein parlamentarischer Hinterbänkler, der sich die Thematik der Religionsfreiheit auf die Fahnen geschrieben hat.
Hirte ist gebürtiger Kölner, sein rheinländischer Katholizismus damit älter als das Christentum, so argumentiert er auch, doch dazu später etwas mehr.
Seine private Facebook-Seite ist toter als Kardinal Meisner, Kommentatoren warten auf Antworten, die ihnen wahrscheinlich niemals gegeben werden. In Sachen Politik ist Unkenntnis, besser Desinteresse zu erkennen. Soviel gepflegte Inkompetenz wird dem Rheinländer wieder zu einem Direktmandat in den Bundestag verhelfen, katholische Provinzialität in Berlin, vielleicht ist er ja einer der Mentoren von Jens Spahn, der mit seiner Dorftrottel-Attitüde wesentlich mehr Schwierigkeiten in der Großstadt hat, als ein Kölner.

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Wir haben – auch in Absprache mit den Bundesländern – die Vorschriften für das Bewachungspersonal in den Flüchtlingsheimen verschärft und mit Blick auf die Religionsfreiheit eine höhere Sensibilität angemahnt. Die tatsächlichen Herausforderungen für ein friedliches Miteinander in Deutschland sehe ich allerdings ganz woanders.

Frage: Nämlich wo?

Hirte: In dem zunehmenden Atheismus in unserem Land – damit tun sich alle Religionen gleichermaßen schwer. Ich vertrete entschieden die These, dass wir in Deutschland kein Problem der Islamisierung, sondern vielmehr ein Problem der Entchristlichung und des wachsenden Atheismus haben. Der Widerstand gegen Minarette, Kreuze oder andere religiöse Zeichen im öffentlichen Raum ist immer dort am stärksten, wo auch der Atheismus am stärksten ausgeprägt ist. Beispielhaft für dieses Problem kann man den geplanten Bau der Ahmadiyya-Moschee in Erfurt nennen, aber auch die Debatte um das Kuppelkreuz auf dem Neubau des Berliner Stadtschlosses.katholisch.de

Es ist diese dumme, alte Leier, deren sich Pfaffen, Politiker und ihre Apologeten seit Jahrhunderten bedienen, der Atheismus ist das Problem. Mir ist kein Fall bekannt, dass ein Atheist in einer Kirche seine Weltanschauung vertreten hätte, ausgenommen jene, die den Pfaffen das Maul reden und sich auf die moralbegründenden Eigenschaften kirchlichen Daseins berufen, dabei all jenes vergessen wollen, dass Frauenrechte, Gleichberechtigung, soziale Teilhabe, Bildung, Gesundheitsvorsorge den Kirchen abgerungen werden mussten. Die katholischen Pfaffen erst mit dem Zweiten Vatikanum die Religionsfreiheit anerkannten und bis heute die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verneinen, weil sie dem Naturrecht widerspreche. Das ist der Blödsinn Manisch-Depressiver die bei einer geschnitzten männlichen Halbnackt-Figur feuchte Träume bekommen.

Atheisten, und Ungläubige müssen sich dem Diktat des Christentums unterwerfen, ob nun akustische Umweltverschmutzung in Form von Glockengeläut, das Ertragen sogenannter Stiller Feiertage mit Tanzverbot, das Waffengeklirr und Geschrei aufeinander schießender Soldaten haben nie gestört. Atheisten müssen den Luther-Kult ertragen und die Kotzgrenze dürfte erreicht sein, es gibt nichts Blödes was im Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum nicht gesagt wurde. Wir müssen Radio u. Fernsehsendungen ertragen, die man wegschalten kann, die man als Atheist aber mit seinem Rundfunkbeitrag finanziert. Wir ertragen Eure besserwisserische Larmoyanz, dieses kindlich greinende beleidigt sein wenn es um Eure „religiösen Gefühle“ geht. Wir ertragen, dass man unseren Vereinen die Gleichheit vor dem Gesetz verweigert, weil man den aufklärerischen und bildungspolitischen Auftrag mit dem Wort Parodie wegredet. Wir ertragen Eure bigotte Moral, wir sehen die Diskrepanz zwischen Eurem Wollen und Eurem Sein. Wir ertragen Eure Bibelsprüche, Eure Werbung in S-und U-Bahnen, in Zügen, Bussen und in der Tram, auf Bahnhöfen, Straßen und öffentlichen Toiletten. Wir ertragen, wenn Eure milliardenschweren Kirchenkonzerne bettelnd auf den Plätzen stehen.

Und wenn es Euren Gott gibt, dann erträgt er uns, dann habt Ihr uns zu ertragen, alles andere ist ein Mangel an Glaube. Und wenn es ihn nicht gibt, ändert sich für uns nichts, für Euch aber Alles.
In Eurer ganzen göttlichen Verzweiflung seit Ihr lächerlich. Ihr erkennt nicht, dass der Prozess der Entchristlichung zu einem guten Teil aus Euch selbst entspringt, aus Eurer institutionalisierten Religion, Euer weltliches Leben steht im tiefen Widerspruch zu den Schriften Eurer Wüstenreligion. Ihr habt mitgeholfen die Bedingungen für die Säkularisation zu entwickeln, sie braucht Euch nicht mehr. Bis auf jene, die sich eben ein selbstbestimmtes Leben, ohne jedweden Gottesgehorsam vorstellen können.

Der erste Blitzableiter auf einer Kirche hat alles geändert. Ihr habt es noch nicht begriffen.
Ihr versprecht etwas und müsst es nie erfüllen, Ihr lasst Euch bezahlen, bringt aber keine Leistung – Krämerseelen.

Das macht Menschen wie Hirte Angst, dass macht ihm mehr Angst als eine mögliche Islamisierung. Sein Gott sei in der Welt und sei es als Dhimmi, nur keine Atheisten, alles andere ist recht.

 

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