Katholische Parallelwelten in Deutschland


Foto: Jan Egesborg/Surrend Johannes Paul II. und die Sexualmoral der katholischen Kirche stehen hier in der Kritik. Das Werk ist eine Auftragsarbeit für das Karikatur-Museum in Kassel
Jetzt ist es amtlich: Ungarn, die Slowakei und andere EU-Länder müssen sich an der Verteilung von 120.000 Flüchtlingen beteiligen. Der Europäische Gerichtshof hat vorgestern die Klagen der beiden Staaten gegen einen entsprechenden Beschluss der EU-Mitglieder vom September 2015 zurückgewiesen, bei dem sie überstimmt worden waren. Was nun? Während die Slowakei ankündigte, das Urteil zähneknirschend zu akzeptieren, wiesen Ungarn und auch Polen den Richterspruch scharf zurück und bringen sich damit einmal mehr nicht nur in Konfrontation mit der politischen Linie der EU, sondern auch der deutschen Politik.

Von Joachim Valentin | katholisch.de

In allen drei genannten EU Staaten bilden nationalkonservative Parteien die Regierung, alle erfahren eine breite Unterstützung aus Klerus und Episkopat und vermutlich auch der katholischen Bevölkerung.

Und die polnischen, ungarischen, slowakischen, aber auch die kroatischen und andere nichtdeutschsprachige Gemeinden oder „Missionen“ in Deutschland? Wie denken hier die Gemeindemitglieder über die EU-Flüchtlingspolitik? Wie denken sie über die Linie der deutschen Kanzlerin und der hiesigen katholischen Kirche, die von den Kardinälen Marx und Woelki unmissverständlich im Namen des Evangeliums und von Papst Franziskus propagiert wird? Der Skandal besteht weniger darin, dass in deutschen Großstädten bis zu 40% der Katholiken in diesem Punkt vermutlich anderer Meinung sind als die „katholische Öffentlichkeit“, sondern dass „wir“, die „biodeutschen“ Katholiken es schlicht nicht wissen!

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