Sanktionsdrohungen lassen die Türkei kalt


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Strafmaßnahmen treffen das Land nicht, behauptet die Regierung in Ankara. Und noch mehr: Mit Deutschland werde man bald untrennbar verbunden sein

Von Christian Geinitz | Frankfurter Allgemeine

Die türkische Regierung fürchtet sich angeblich nicht vor möglichen Wirtschaftssanktionen aus Deutschland, ihrem wichtigsten Handels- und Investitionspartner. „Die Maßnahmen, die darauf abzielen, die Türkei mit Beschränkungen zu belegen, werden beiden Seiten schaden“, sagte der für die Wirtschaft zuständige stellvertretende Ministerpräsident Mehmet Şimşek vor eingeladenen deutschen Journalisten in Ankara. Es sei ein Irrglaube, dass mögliche deutsche Strafaktionen die Türkei „aushungern“ könnten: „Sie können kompensiert werden, denn die Türkei ist eine offene Volkswirtschaft, und es gibt viele Länder da draußen.“ Der Schlagabtausch zwischen Berlin und Ankara habe sich in letzter Zeit zu einem „Teufelskreis von hochexplosiver Rhetorik entwickelt, den wir durchbrechen wollen“, sagte Şimşek. Ähnlich äußerte sich der Sprecher und Berater von Staatschef Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, vor derselben Journalistengruppe: „Beide Seiten sollten daran arbeiten, die Spannungen zu deeskalieren. Aber wir werden uns keiner Drohung beugen.“

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