Segnungsroboter: Religiotie im Speicher


Vom Roboter gesegnet (Bild: EKHN/Rahn)
Auf der Weltausstellung der Reformation 2017 in Wittenberg ließen sich Tausende Besucher von einem Roboter segnen. Das Kunstwerk sollte zur Diskussion über die Zukunft von Mensch und Maschine anregen. Kirchgänger und Neulinge reagierten unterschiedlich.

heise.de

20 bis 150 gespendete Segen pro Tag – „BlessU-2“ war auf der Weltausstellung in Wittenberg gefragt. Der Segnungsroboter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN)entwickelte sich zu einer der Hauptattraktionen der Freiluftschau. Mehr als 9000 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich von dem Roboter segnen zu lassen. Die Diskussionen über Sinn und Unsinn einer solchen Aktion seien leidenschaftlich gewesen, sagte der Projektleiter der EKHN für die Weltausstellung, Fabian Vogt.

Segnen per Touchscreen

Der Roboter besteht aus einer Blechkiste mit Monitor zum Berühren, an der Seite zwei Arme, oben ein Kopf mit Augen und einem digitalen Mund. „Wir haben uns bewusst gegen ein menschliches Aussehen entschieden“, sagte Vogt. Schließlich sollte die Installation das Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine deutlich machen. Wer sich von dem Roboter segnen lassen will, kann wählen: Sieben Sprachen (darunter auch Hessisch), Männer- oder Frauenstimme und vier Kategorien von Segenssprüchen. Der Roboter wählt dann einen der 16 Bibelsprüche aus. Zum Schluss lässt sich der Spruch ausdrucken.

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