RASSISMUS: Der Bürgerkrieg, der nie zu Ende gegangen ist


Robert E. Lee. Relief am Stone Mountain. Bild: wikimedia.org/CC BY 2.5 – SteamFan
Der Kampf des Südens gegen den Norden dauerte vier Jahre und war der tödlichste Konflikt Amerikas. Noch heute sind viele Amerikaner besessen von diesem Krieg. Der Grund: Er hat nie wirklich geendet.

Von Hannes Stein | DIE WELT

Wer einen beliebigen amerikanischen Buchladen betritt, es kann auch in der tiefsten Provinz sein, der wird feststellen, dass dort mindestens ein Regal für Werke reserviert ist, die den amerikanischen Bürgerkrieg aus den verschiedensten Perspektiven beleuchten.

Die Schlachtfelder des Bürgerkrieges sind beliebte Ausflugsziele; in manchen Teilen des Landes ziehen die Leute einmal im Jahr blaue und graue Uniformen an, um bedeutende Schlachten nachzustellen.

Der amerikanische Bürgerkrieg, der offiziell von 1861 bis 1865 dauerte, ist unsere nationale Besessenheit, unsere Obsession. Und auch wer (wie der Schreiber dieser Zeilen) erst spät in seinem Leben nach Amerika kam und die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen hat, wird bald von dieser Obsession angesteckt.

Es gibt für diese Besessenheit zwei Gründe, einen offensichtlichen und einen verdeckten. Der offensichtliche Grund: Im amerikanischen Bürgerkrieg sind mehr Amerikaner gefallen als in allen Kriegen nachher – also in beiden Weltkriegen, dem Korea-, dem Vietnamkrieg,  den Kriegen im Irak und Afghanistan zusammengerechnet.

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