Droht eine globale Sand-Krise?

Sand ist nur auf den ersten Blick reichlich vorhanden: Die rasant wachsende Nachfrage führt vielerorts zu Knappheit. © Idealphoto/thisktock
Forscher schlagen Alarm: Der rasant wachsende Sandhunger der Menschheit droht aus dem Ruder zu laufen. Schon jetzt hat der ungeregelte Raubbau dieser knapper werdenden Ressource für viele Regionen schwerwiegende Folgen: Küsten sinken ab, Trinkwasser und Felder versalzen und politische Spannungen und Konflikte eskalieren. Werde hier nicht gegengesteuert, drohe eine globale Sandkrise, warnen die Wissenschaftler im Fachmagazin „Science“.

scinexx

Auf den ersten Blick gibt es Sand auf der Erde eher im Überfluss: Er bedeckt Strände, Meeresböden und Wüstenregionen, häuft Dünen auf und tritt in vielen Böden zutage. Trotz dieser Fülle gibt es aber ein Problem: Sand ist keine schnell nachwachsende Ressource. Bis die Erosion Gesteine zu den Myriaden winzigen Körnchen zermahlen hat, vergehen zehntausende und mehr Jahre.

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Slowakischer Theologe bekommt Lehrverbot wegen Rede auf Schwulenparade

Slowakischer Theologe darf nicht mehr lehren wegen Rede auf Schwulenparade (dpa / Ralf Hirschberger)
Die evangelische Kirche der Slowakei hat dem Theologen Prostrednik wegen einer Rede auf einer Schwulenparade Lehrverbot erteilt.

Dlf24

Er hatte im vergangenen Monat auf der Schwulenparade Bratislava Pride gesprochen und mehr Offenheit der Kirche gegenüber sexuellen Minderheiten verlangt. Er berief sich dabei ausdrücklich auf den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bedford-Strohm. Dieser habe dieselbe Forderung erhoben.

In Interviews warf Prostrednik der Evangelischen Kirche der Slowakei vor, den Anschluss an moderne Tendenzen evangelischer Kirchen anderer europäischer Länder zu verlieren.

FLUCHT DER ROHINGYA: „Wir haben solche Verletzungen noch nie gesehen“

Der siebenjährige Shoabib liegt in dem Krankenhaus in Cox’s Bazar (Bangladesch) auf dem Boden Quelle: Bernat Armangue/AP/dpa
In einem Krankenhaus in Bangladesch werden geflüchtete Rohingyas aus Myanmar behandelt. Die Klinik schlägt Alarm. Die Ärzte sind überlastet. Die UN spricht von einer „ethnischen Säuberung“ der muslimischen Minderheit.

DIE WELT

Der sieben Jahre alte Junge liegt auf einer zerfledderten Matratze am Boden eines überfüllten Krankenhauses in Bangladesch. Verbände verdecken die Wunde, die eine Kugel vor einer Woche in seine Brust gerissen hat. Die Familie des Jungen gehört zur Minderheit der Rohingya, die in Myanmar seit Jahrzehnten verfolgt wird. Dort wurde das Kind verletzt, von Regierungssoldaten, die auf Zivilisten schossen.

Der Junge ist einer von derzeit 80 Rohingyas, die in dem Krankenhaus in der Küstenstadt Cox’s Bazar behandelt werden. Die Patienten sind meist männlich und haben Schusswunden erlitten. Insgesamt haben bisher fast 300.000 Rohingyas in der Stadt Zuflucht gesucht. Sie alle stammen aus Rakhine im benachbarten Myanmar. Der Junge ist der jüngste Patient in dem von der Regierung betriebenen Hospital.

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Wunderwaffengläubigkeit: Schulz schlägt Merkel vor, Vizekanzlerin zu werden

Bild: FB

In den Umfragen liegt die SPD weit hinter der Union. Trotzdem bietet Martin Schulz in einer Pressekonferenz nun Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Platz in seinem Kabinett an. Er strebe weiterhin an, Bundeskanzler zu werden.

DIE WELT

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat den Kampf ums Kanzleramt noch nicht aufgegeben. In einer Pressekonferenz zu den Bedingungen der SPD für einen Koalitonseintritt sagte er: „Ich strebe an, Bundeskanzler zu werden. Und wenn Frau Merkel in mein Kabinett eintreten will, kann sie das gerne als Vizekanzlerin tun“.

Auf den Vorwurf eines Journalisten an Schulz, er habe auch bei langer Suche „keinen gefunden, der noch mit Ihnen koalieren will“ entgegnete er: „Warten Sie mal den Wahlabend ab und dann werden Sie die Prozession in Richtung Willy-Brand-Haus schon sehen“.

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Neonazi-Webseite DailyStormer wechselt auf .at-Adresse

foto: screenshot Die Seite ist mittels VPN auf ihrer .at-Domain erreichbar
Inhalte der Seite sind von Österreich und Deutschland nicht erreichbar – österreichische Domain vor einer Woche angelegt

Von Fabian Schmid | derStandard.at

Die Webseite Daily Stormer, eine der größten Neonazi-Plattformen weltweit, hat seit vergangener Woche eine österreichische Domain. Seit den rechtsextremen Vorfällen in der US-Stadt Charlottesville vor rund einem Monat suchte Dailystormer nach einer neuen Adresse. Nach einem Beitrag von Chefredakteur Andrew Anglin, in dem er die ermordete antifaschistische Gegendemonstrantin verspottete, kündigte der große US-Hostingprovider GoDaddy seinen Vertrag mit der Seite. Andere Anbieter weigerten sich, den DailyStormer aufzunehmen.

Daraufhin kündigte die Seite an, ins Dark Web zu wechseln. Nun hat sie aber mit einer .at-Domain einen neuen Platz gefunden. Registriert wurde die Adresse vergangene Woche von Chefredakteur Andrew Anglin über ein Unternehmen, das in China gemeldet ist. Allerdings scheinen die Angaben bei der Registrierung dubios zu sein, als Adresse wird ein „International Finance Center“ in Shanghai angegeben. Die Webseite dieses Domainvermittlers ist offenbar erst Ende August eingerichtet worden – ein Indiz dafür, dass der Service nur eingerichtet wurde, um „DailyStormer“ und Konsorten einen neuen Platz zu finden.

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„Es gibt keine Schizophrenie“

Jim van Os. Bild: UMC Utrecht
Der bekannte Psychiater und Professor für Psychiatrische Epidemiologie über Sinngebung und neue Ideen für die psychische Gesundheitsfürsorge

Von Stephan Schleim | TELEPOLIS

Jim van Os ist seit Juni 2017 Professor für Psychiatrische Epidemiologie an den Universitätskliniken Utrecht. Dort ist er außerdem Vorsitzender der Abteilungsleitung für unter anderem Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie, wo rund 1200 Angestellte arbeiten. Vorher war er Professor und Leiter der Abteilung für Psychiatrie und Psychologie an den Universitätskliniken Maastricht. Van Os ist außerdem Mitglied der Königlichen Niederländischen Akademie der Wissenschaften und Fellow am King’s College in London. Thomson Reuters bezeichnet ihn seit 2014 als einen der einflussreichsten wissenschaftlichen Denker der Welt.

Seine Ausbildung zum Psychiater absolvierte Van Os in England, Frankreich, Indonesien und Marokko. Er veröffentlichte seine erneuernden Ideen über Schizophrenie und die psychische Gesundheitsfürsorge in führenden wissenschaftlichen Zeitschriften wie Lancet und Nature. Seine Forschung wurde in den letzten Jahren durch die Niederländische Forschungsorganisation mit €5 Millionen unterstützt, durch den Europäischen Forschungsrat mit €12 Millionen. Jim van Os gehört zu den Gründern des Netzwerks PsychoseNet.nl für Patientinnen und Patienten, das in Bälde auch auf Deutsch angeboten wird.

Professor Van Os, Sie sagen, dass es Schizophrenie nicht gibt, und wollen die Diagnose abschaffen. Würden Sie aber bitte unseren Leserinnen und Lesern erst das vorherrschende Verständnis der Störung erklären, bevor wir über Ihr Alternativmodell sprechen?
Jim van Os: Viele betrachten Schizophrenie als chronische Hirnerkrankung, vor allem in der wissenschaftlichen Psychiatrie. Kernsymptome sind Halluzinationen und Wahnvorstellungen, Desorganisation im Denken und Verhalten sowie ein Motivationsverlust, der sich zum Beispiel darin ausdrückt, dass jemand nicht mehr gut für sich sorgt. Dieses Bild der Störung geht oft mit einer negativen Prognose einher, das heißt, dass sich der Zustand der Patientin oder des Patienten nicht mehr verbessert.
 Das bekannte Bild von Schizophrenie als einem „gespaltenen Geist“ stimmt also nicht?
Jim van Os: Dieses Bild entstand im 19. Jahrhundert. Denken Sie etwa an die Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde: Dr. Jekyll weiß nicht, dass es in ihm unbewusst noch den bösen Dr. Hyde gibt. Mit dieser Metapher hat man damals den Begriff „Schizophrenie“ verbunden. Die Bedeutung hat sich in der Wissenschaft längst verändert, in der Allgemeinsprache allerdings nicht.

Menschenaffen erkennen eigenes Unwissen

Können Schimpansen ihre eigenen geistigen Zustände erkennen und überwachen? © Photomaru/ thinkstock
Sie wissen, wenn sie etwas nicht wissen: Schimpansen und Orang-Utans scheinen ihr eigenes Wissen hinterfragen und beurteilen zu können. Ein Experiment zeigt: Die Menschenaffen erkennen, wenn ihnen wichtige Informationen zum Lösen einer Aufgabe fehlen – und versuchen diese Wissenslücke dann gezielt zu schließen. Für die Forscher ist das ein mögliches Zeichen dafür, dass die Tiere, ähnlich wie wir Menschen, die Fähigkeit zur Metakognition besitzen.

scinexx

Menschenaffen sind unsere nächsten Verwandten – und verblüffen uns immer wieder aufs Neue mit ihren kognitiven Fähigkeiten. Schimpansen, Orang-Utans und Co nutzen nicht nur Werkzeuge und haben ein uns sehr ähnliches Sozialverhalten. Sie verstehen sogar einfache Filmhandlungen, erkennen sich selbst im Video und sind dazu in der Lage, neue Laute zu lernen.

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Zivilklage gegen Saudi-Arabien: Neue Vorwürfe wegen Unterstützung der 9/11-Anschläge

Saudische Botschaft soll bereits 1999 einen Testversuch („dry run“) für die Entführung von Flugzeugen finanziert oder auch beauftragt haben

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der Kongress hatte im September des letzten Jahres ein Veto des damaligen US-Präsidenten Barack Obama gegen das Gesetz „Justice Against Sponsors of Terrorism Act“ (JASTA) aufgehoben, um es Angehörigen der Anschlagsopfer zu ermöglichen, Ziviklagen wegen Terrorunterstützung gegen Staaten in den USA zu führen. Gemeint ist damit Saudi-Arabien. Dafür hatte sich auch der damalige Präsidentschaftskandidat und jetzige Präsident Donald Trump ausgesprochen, was er wegen seiner nun größeren Nähe zu Saudi-Arabien nun bedauern könnte.

Obama hatte zuvor sein Veto eingelegt, so seine Begründung, weil er fürchtete, dass das Gesetz, das die Immunität von saudischen Regierungsvertretern aufheben kann, gegen die USA gewendet werden könnte. Das ist allerdings nicht ganz abwegig, schließlich könnten anderen Staaten den USA oder Regierungsvertretern wie Geheimdienstmitarbeitern oder Soldaten ebenfalls vorwerfen, Terrorismus zu unterstützen. Die EU hatte auch von dem Gesetz abgeraten, die Wahrung der Immunität sei ein Kern der Diplomatie und ein Pfeiler des internationalen Rechts. Auch hier fürchtet man, dass andere Staaten mit dem Verweis auf den Präzedenzfall gegen die USA und ihre Nato-Verbündeten vorgehen könnten. Als das Gesetz eingeführt wurde, drohte Saudi-Arabien mit dem Verkauf von US-Staatsanleihen in Höhe von 750 Milliarden US-Dollar, ließ es aber dann doch sein.

Die erste Massenklage von Familienangehörigen und Versicherungen gegen Saudi-Arabien wurden 2003 eingereicht. Im März 2017 legten 1500 Menschen, die beim Anschlag verletzt wurden, und 850 Angehörige von Opfern am Manhattan Federal Court eine weitere Klage gegen Saudi-Arabien ein. Der Vorwurf lautet, die Monarchie habe „der al-Qaida-Terrororganisation materielle Unterstützung und Ressourcen zukommen lassen und die 9/11-Anschläge ermöglicht“. Saudi-Arabien hat einen Antrag bei dem Bundesgericht in New York eingereicht, die Klage fallen zu lassen. Die Kläger haben bis November Zeit, darauf zu reagieren.

Saudi-Arabien stand von Anfang an im Verdacht, in die Anschlagspläne verwickelt zu sein oder zumindest die Attentäter gefördert zu haben. Nicht nur kamen 15 der 19 Selbstmordattentäter in den Flugzeugen aus Saudi-Arabien und gab es 2001 einen Konflikt über die Nahost-Politik zwischen beiden Staaten, es konnten auch einige Flugzeuge mit saudi-arabischen Staatsangehörigen, darunter auch Angehörige der bin Laden-Familie, nach den Anschlägen aus den USA ausfliegen, einige möglicherweise auch in der Zeit, als der Flugraum für Privatflugzeuge noch gesperrt war. 2004 war bestätigt worden, dass es sich um 162 saudische Staatsangehörige gehandelt hat, zwischen 14. und 24.9.2001 flogen weitere 142 Saudis mit gecharterten Maschinen in ihre Heimat.

Erst im Juli 2016 waren 28 Seiten über Saudi-Arabien, die im Abschlussbericht der Kommission, erst ein Jahr nach seiner Fertigstellung veröffentlicht, als geheim eingestuft wurden, was viel Anlass zu Spekulationen bot, vom Kongress freigegeben worden. Hier gibt es weiter zahlreiche Schwärzungen, aber es wird gesagt, dass einige der Selbstmordattentäter Kontakte zu Personen hatten oder von diesen unterstützt wurden, die mit der saudischen Regierung verbunden sein könnten. Zudem wird die fehlende Kooperation seitens Saudi-Arabien bemängelt. Das FBI habe Informationen, dass zwei saudische Geheimdienstmitarbeiter mit im Spiel waren. Nach einem CIA-Memo sollen saudische Regierungsangehörige und Mitglieder der königlichen Familie al-Qaida finanziell unterstützt haben. Weder CIA noch FBI hätten jedoch Beweise liefern können.

Im Visier standen vor allem zwei Männer (Omar al-Bayoumi und Osama Bassnan), die von Saudi-Arabien bezahlt wurden (u.a. von der Frau von Bandar bin Sultan, dem damaligen Botschafter), vermutlich saudische Agenten waren und die vor den Anschlägen in San Diego ab 2000 im engen Kontakt mit Nawaf al-Hazmi und Khalid al-Mihdhar standen, die zu den Selbstmordattentätern gehörten. Sie nahmen in San Diego Flugstunden, hatten zuvor schon in Bosnien und Afghanistan gekämpft und waren mit al-Qaida verbunden, erhielten aber erstaunlicherweise Touristenvisas. Sie standen auch in Kontakt mit weiteren saudischen Agenten und Marineoffizieren. Die Kommission kam allerdings zu dem Schluss, dass es keine Beweise dafür gebe, dass die beiden Saudis wissentlich den beiden Terroristen geholfen hätten.

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Wikingerkrieger war eine Frau

Kriegerische „Walküren“ gab es bei den Wikingern offenbar tatsächlich – sie konnten sogar Offizierinnen werden, wie ein Grabfund belegt. © historisch
Wehrhafte Walküre: Bei den Wikingern waren Krieg und Kampf nicht nur Männersache – es gab auch weibliche Kriegerinnen, wie ein Wikingergrab im Südosten Schwedens belegt. In ihm zeugen zahlreiche Waffen, zwei Pferde und ein Strategiespiel davon, dass hier ein höherrangiger Offizier begraben wurde. DNA-Analysen enthüllen nun, dass dieser Kriegeroffizier in Wirklichkeit eine Frau war. Frauen konnnte demnach bei den Wikingern durchaus hochrangige, „typisch männliche“ Positionen bekleiden.

scinexx

Vor rund tausend Jahren dominierten die Wikinger weite Teile Nordeuropas und besiedelten als erste Europäer sogar das ferne Grönland. Obwohl die Nordmänner auch ein ausgedehntes Handelsnetz unterhielten, waren vor allem die Raubzüge ihrer Krieger gefürchtet. Gängiger Lehrmeinung nach galt dabei die klassische Arbeitsteilung: Männer waren Herrscher und Krieger, die Frauen kümmerten sich um Haus und Kinder.

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Eric Clapton und Rod Steward als kirchlicher Gesang

Kommen die Lieder auch bald ins „Gotteslob“? – (c) Die Presse (Clemens Fabry)
Nachdem „Tears In Heaven“ und „Sailing“ Generationen als Ohrwürmer gequält haben, nimmt die evangelische Kirche sie nun ganz offiziell als kirchliches Liedgut auf.

Die Presse.com

Inoffiziell wurden sie ja sicher schon in der einen oder anderen Kirche gesungen, und auch die Jugendorganisationen haben sie, so darf man annehmen, durchaus beim Lagerfeuer angestimmt. Nun ist es aber offiziell: Einige Lieder von Rockgrößen wie Eric Clapton und Rod Steward sind jetzt ganz amtlich kirchliches Liedgut. Sie stehen in einem Gesangbuch, das die evangelische Kirche in Hessen-Nassau am Sonntag eingeführt hat.

Rod Steward ist mit „Sailing“ vertreten – wie könnte es auch anders sein. Der Clapton-Klassiker „Tears In Heaven“ wird zum Thema Sterben und Ewiges Leben empfohlen.

Unter den 164 neuen Liedern ist auch die Fußballhymne „You’ll Never Walk Alone“, die unter Fans Kultstatus hat. Die Auswahl wurde in einem Beiheft zum klassischen Gesangbuch zusammengefasst.

Merkel verteidigt sich gegen massive Kritik aus den Kirchen

Nach Kritik aus den beiden großen Kirchen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Flüchtlingspolitik verteidigt. Am Sonntag kündigte sie eine europaweite Verteilung von Flüchtlingen „in nicht allzu ferner Zukunft“ an. Zugleich rechtfertigte sie die umstrittene Zusammenarbeit mit Milizen in Libyen, die Schlepper am Ablegen von Flüchtlingsbooten hindern.

FOCUS ONLINE

„Wir können nicht einerseits beklagen, wie schlecht es den Flüchtlingen und Migranten in Libyen geht, uns andererseits aber nicht um sie kümmern, weil uns die Strukturen im Land nicht gefallen“, so Merkel in der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“.

„Schande für Europa“

Am Wochenende hatte sich der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland der Kritik katholischer Erzbischöfe an der Flüchtlingspolitik angeschlossen. Manfred Rekowski sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag): „Eine Politik der Abschottung und Ausgrenzung ist weder aus humanitärer noch aus menschenrechtlicher oder politischer Sicht eine Lösung.“ Nächstenliebe kenne keine Grenzen, der Familiennachzug dürfe nicht eingeschränkt werden.

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Türkische Gemeinde fordert von Parteien Öffnung für Migranten

Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) © Heinrich-Böll-Stiftung @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Türkische Gemeinde sieht knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl bei den politischen Parteien und ihren Programmen Defizite in der Integrations- und Migrationspolitik. Sie fordert die Einführung des kommunalen Wahlrechts sowie eine Migrantenquote.

MiGAZIN

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) sieht bei den politischen Parteien und ihren Programmen Defizite, wenn es um die Integration von Migranten geht. Alle Parteien hätten „großen Nachholbedarf“, Migration als Chance zu begreifen, sagte der TGD-Bundesvorsitzende Gökay Sofuoglu am Freitag in Berlin bei der Vorstellung eines Positionspapiers zur Bundestagswahl.

Zur Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe fordert die TGD unter anderem die Einführung des kommunalen Wahlrechts für nicht aus der EU stammende Migranten und das Zulassen der Mehrstaatlichkeit. Zudem spricht sich der Dachverband für eine Migrantenquote bei den Kandidatenlisten in Parteien sowie für leitende Positionen im Öffentlichen Dienst aus.

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Mehr Blitze durch Schiffsabgase

Blitz hinter einem Flugzeugträger in der Straße von Malakka im Indischen Ozean. Über solchen vielbefahrenen Routen blitzt es doppelt so häufig wie anderswo überd em Meer. © AGU/ pxhere.com
Blitzende Spuren: Der Feinstaub aus Schiffsschornsteinen verstärkt Blitze und Gewitter. Dadurch blitzt es über vielbefahrenen Schifffahrtsrouten doppelt so häufig wie in angrenzenden Gebieten, wie eine Studie enthüllt. Der Grund dafür: Die Abgaspartikel fördern die Bildung kleiner Eiskristalle und verstärken damit die elektrische Spannung in der Gewitterwolke. Dieser Effekt der Feinstaub-Emissionen könnte – bisher unerkannt – auch über Land auftreten, wie die Forscher berichten.

scinexx

Ob Frachtschiffe, Kreuzfahrten oder Tanker: Der weltweite Schiffsverkehr nimmt zu. Allein auf der Ostsee sind täglich bis zu 2.000 Schiffe unterwegs, auf viel befahrenen Routen in Asien können es noch mehr sein. Eines der Probleme dabei: Die Schiffe fahren meist mit Schweröl und stoßen daher große Mengen Abgase und Feinstaubaus. Diese Nanopartikel jedoch haben beträchtliche negative Auswirkungen für Umwelt und Gesundheit.

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Schulz blinkt schwarz-rot

Mit seinen Forderungen bereitet Martin Schulz mögliche Koalitionsverhandlungen nach der Wahl vor. Die wahrscheinlich einzige Option für die SPD: Ein erneutes Bündnis mit CDU/CSU. (Foto: Olivier Hoslet/dpa)
  • Zwei Wochen vor der Bundestagswahl definiert Kanzlerkandidat Martin Schulz unverhandelbare Positionen der SPD.
  • Seine Forderungen: gleiche Löhne für Männer und Frauen, Abschaffung von willkürlich befristeten Arbeitsverträgen und das Rückkehrrecht von Teilzeit-Beschäftigten in Vollzeit.
  • Schulz verspricht zudem die Modernisierung von Schulen und die Abschaffung von Kita-Gebühren. Auch Rentenkürzungen oder eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre sollen mit der SPD nicht möglich sein.

Von Nico Fried | Süddeutsche.de

Parteichef und Kanzlerkandidat Martin Schulz hat erstmals rote Linien für eine Beteiligung der SPD an einer Koalition nach der Bundestagswahl gezogen. Er „garantiere“, dass mehrere inhaltliche Punkte für ihn „nicht verhandelbar“ seien, schreibt Schulz in einer Anzeige, die an diesem Montag in mehreren Zeitungen erscheint.

An diesem Sonntagabend äußerte sich Schulz dazu auch in einem Livestream im Internet. Einige der Vorhaben, die Schulz verspricht, standen bereits in der zu Ende gehenden Legislaturperiode im Koalitionsvertrag von Union und SPD, wurden dann aber nicht verwirklicht. Die Sozialdemokraten machen dafür CDU und CSU, oftmals auch Bundeskanzlerin Angela Merkelpersönlich verantwortlich.

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Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen AfD-Vize Gauland

Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen ermittelt gegen den AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland wegen Volksverhetzung.

Frankfurter Rundschau

Das bestätigte die Behörde der dpa, zuerst hatte „Spiegel Online“ berichtet. Anlass für die Ermittlungen sind Gaulands umstrittene Äußerungen über die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz. Gauland hatte bei einer Wahlkampfveranstaltung davon gesprochen, Özoguz in Anatolien zu „entsorgen“.

Die Rückkehr des Teufelskrauts

Da ist sie ja wieder, leider. Vom Südosten der Stadt her breitet sich eine mehrjährige Ambrosia-Art aus, die schwerer zu bekämpfen…FOTO: HENNING ONKEN
Die Folgen von Ambrosia sind anstrengend. Einst wurden die Blüten groß bekämpft. Heute ist nur noch ein Bezirk dabei – und die Qual zurück.

Von Henning Onken | DER TAGESSPIEGEL

Es ist still geworden um Ambrosia in Berlin. Acht Jahre nachdem der Senat ein Aktionsprogramm gegen die Verbreitung des hochallergenen „Teufelskrauts“ ins Leben rief, scheint das Thema vergessen – obwohl sich die Pflanze weiter ausbreitet.

Am Bahndamm vor der Elsenbrücke in Friedrichshain strecken Hunderte der aus Amerika eingeschleppten Pflanzen ihre Blütenstängel in die milde Septembersonne. Gestärkt vom verregneten Sommer sind sie besonders lang geworden und wuchern auf den angrenzenden Fußweg hinüber. Langsam geben sie ihren staubigen Pollen ab, bis zu einer Milliarde Sporen pro Pflanze. Bis in den November hinein blüht Ambrosia und schüttet stärkere Allergene aus als jede andere Pflanze in Deutschland. Empfindliche Menschen reagieren ab fünf der inhalierten Pollenkörner mit Hautausschlag, Heuschnupfen und Asthma. Auch Gesunde können durch Kontakt mit der Pflanze zu Allergikern werden. Die Stelle in Alt-Stralau hatten Bürger gemeldet – vor mehr als einem Monat.

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Die neue Enthüllung kommt für die AfD wie gerufen

Am vergangenen Mittwoch zeigt sich AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel an einer Wahlveranstaltung guter Dinge – jetzt ist eine alte E-Mail von Weidel mit fragwürdigen Äusserungen aufgetaucht. (Bild: Kai Pfaffenbach / Reuters)
Die Spitzenkandidatin der AfD, Alice Weidel, steht einmal mehr im Mittelpunkt einer Debatte: Eine E-Mail mit höchst fragwürdigem Inhalt soll von ihr verfasst worden sein. Weidel dementiert. So oder so dürfte das der Partei im Wahlkampf nützen.

Von Markus Ackeret | Neue Zürcher Zeitung

Bis weit in den Sommer hinein war es um die Alternative für Deutschland (AfD) ziemlich ruhig geblieben – zu ruhig wohl für die Partei selbst. Das hat sich in den vergangenen Wochen gründlich geändert. Ob Wahlkampftaktik oder nicht: Die AfD hat mit Äusserungen und Fernsehauftritten ihrer Spitzenkandidaten Alexander Gauland und Alice Weidel jenen Gesprächsstoff geliefert, der sie im Wahlkampf beflügelt. Mag Gaulands Äusserung über die SPD-Politikerin Aydan Özoguz auch abstossend und rassistisch und Weidels Abgang aus einer Fernsehsendung inszeniert gewesen sein, die mediale Auseinandersetzung damit war eher hilfreich für die Partei. Sie zeigte aber zugleich, was den künftigen Bundestag erwarten dürfte.

Intrige aus dem Bekanntenkreis?

Eine Spur weiter, und zwar in doppelter Hinsicht, geht die Veröffentlichung einer E-Mail durch die «Welt am Sonntag», die angeblich von Weidel stammt. Zum einen geht der kurze Text inhaltlich über alles Fragwürdige hinaus, was vom Spitzenpersonal der AfD und besonders von der 38-Jährigen bis anhin bekannt war.

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Katalonien: Der Kampf der Separatisten gegen Madrid spitzt sich zu

Ein Anhänger der Unabhängigkeit trägt auf einer Demonstration am Wochenende ein T-Shirt in den katalanischen Nationalfarben.FOTO: ANDER GILLENEA/AFP
Madrid will ein Unabhängigkeitsreferendum Kataloniens mit allen Mitteln verhindern. Und droht sogar mit der Armee. Aber die Rebellen zeigen sich unbeeindruckt.

Von Ralph Schulze | DER TAGESSPIEGEL

Spanien steht vor einem heißen politischen Herbst. Die Medien des Landes werden mittlerweile nur noch von einem einzigen Thema beherrscht – dem für den 1. Oktober geplanten Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens, der wirtschaftsstärksten Region des Landes. Die Separatisten haben für diesen Montag in Barcelona eine Großdemonstration angekündigt. Der 11. September ist der Nationalfeiertag Kataloniens, jedes Jahr versammeln sich an diesem Tag Anhänger der Unabhängigkeit.

Dabei weht den Rebellen der Wind ins Gesicht. Eine Mehrheit der Bevölkerung in Katalonien betrachtet das geplante Unabhängigkeitsreferendum in der Region als illegal. Dies ergab eine von der spanischen Zeitung „El País“ in Auftrag gegebene Studie des Instituts Metroscopia. Demnach denken 56 Prozent der Katalanen, dass die Abstimmung in der Form, in der sie bislang geplant wird, weder legal noch rechtsgültig ist. Der gleiche Prozentsatz der Befragten gab an, dass die separatistische Regionalregierung von Carles Puigdemont ihre Strategie ändern und Verhandlungen mit der Zentralregierung in Madrid aufnehmen sollte.

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Menschenrechtler erheben schwere Vorwürfe gegen Soldaten in Mali

Der für Menschenrechte zuständige malische Minister erklärte im französischen Auslandssender RFI, man werde die Vorwürfe prüfen und gegebenenfalls eine Untersuchung einleiten.

evangelisch.de

Die Einrichtung eines Anti-Terror-Zentrum in Mali wird von schweren Vorwürfen gegen die beteiligten Armeen überschattet. Human Rights Watch warf am Sonntag Soldaten der malischen und burkinischen Armee vor, in dem westafrikanischen Land mutmaßliche Terroristen verschleppt, gefoltert und umgebracht zu haben. Nahe der Stadt Mopti seien drei Massengräbern mit mindestens 14 Leichen entdeckt worden, zudem seien mindestens 27 Fälle dokumentiert worden, in denen Menschen spurlos verschwunden seien.

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Insiders Say the CIA Director Is Turning the Agency into a Center of Christian Dogma

Mike Pompeo (2017). Image: wikipedia.org/CIA – PD

Many insiders are afraid to speak up.

By Tom Boggioni | RawStory/Alternet

According to an investigation by Foreign Policy into changes in the intelligence community under President Donald Trump, the CIA has set aside plans to diversify and has become more white and more Christian under new director Mike Pompeo.

Noting the Pompeo, a former Republican congressman from Kansas,  is a self-professed evangelical, the report states that the new director once claimed, Islamist terrorists will “continue to press against us until we make sure that we pray and stand and fight and make sure that we know that Jesus Christ is our savior is truly the only solution for our world.”

Insiders—many of whom are afraid to come forward—say Pompeo’s religious beliefs are becoming part of CIA dogma to the dismay of longtime employees.

“According to four sources familiar with the matter, Pompeo, who attends weekly Bible studies held in government buildings, referenced God and Christianity repeatedly in his first all-hands speech and in a recent trip report while traveling overseas,” the report states, adding that since taking over, Pompeo has also set about establishing a chaplaincy on the CIA campus.

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