Parteien gehen auf Distanz zu Islam-Verbänden


Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Der Zentraltrat der Muslime hat einen Kompass herausgegeben, der eine Entscheidungshilfe für muslimische Wähler sein soll. Darin beschreibt er auch, dass deutsche Parteien immer mehr auf Distanz zu Islam-Verbänden gehen.

Handelsblatt

Die Parteien gehen nach Erkenntnissen des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zunehmend auf Distanz zu den Islam-Verbänden. Dabei treibe sie vor allem die Sorge um, ausländische Staaten und Organisationen könnten mit Geld und der Entsendung radikaler Imame Moscheegemeinden politisch beeinflussen. Das schreibt der ZMD in einem am Montag veröffentlichten „Kompass“ zur Bundestagswahl. Er ist als Entscheidungshilfe für muslimische Wähler gedacht.

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer antwortete auf die Frage, wie ihre Partei zur Anerkennung muslimischer Vereine als Religionsgemeinschaft und Körperschaft des Öffentlichen Rechts stehe: „Wir wollen nicht, dass fremde Staaten Einfluss auf deutsche Religionsgemeinschaften nehmen – und sehen daher das Engagement der Türkei oder Saudi-Arabiens sehr kritisch.“ Die Grünen erklärten, es sei inakzeptabel, „dass Verbände aus dem Ausland gesteuert und zu politischen Zwecken genutzt werden“.

weiterlesen

Advertisements

5 Gedanken zu “Parteien gehen auf Distanz zu Islam-Verbänden

  1. Rolo

    Klar, politisches Zweckverhalten, aber warum? Ist es eine Art von unbewusstem Selbstzerstörungstrieb oder ist es vielleicht der gewollte Ausverkauf unserer Kultur. Oder ist es einfach nur grenzenlose Dummheit ?

    Gefällt mir

    1. @Rolo, Bundestagswahl, da sind stärkere Ambitionen Richtung Islam-Verbänden nicht vermittelbar. Nach der Wahl geht alles weiter wie gehabt.
      Gibt man den Islamverbänden nicht die gleichen Rechte wie die christlichen Kirchen sie besitzen, gibt es auch keinen Grund mehr, an den Rechten der Kirchen festzuhalten.

      Gefällt mir

  2. Das wäre an sich ein bemerkenswerter Wandel im Verhältnis der Parteien – auch der Bundesregierung? – zu den muslimischen Organisationen. Mir sind jedoch noch die Bilder in Erinnerung: Merkel Arm in Arm mit diesem schillernden Aiman Mazyek anlässlich einer Demonstration wegen eines der zahlreichen islamisch motivierten Anschläge. Auch die jahrelange Wertschätzung von DITIB, bekanntlich personell, finanziell und weisungsmäßig von Ankara gesteuert, durch die Bundesregierung – bestehend ja aus Parteienvertretern! – ist nicht vergessen. Ex-Muslime, von denen es mehr gibt, als bekannt ist, wurden nie zu einer der Islam-Konferenzen eingeladen. Warum eigentlich nicht? Ganz einfach: Sie tragen nicht dazu bei, der Religion in unserer Gesellschaft wieder eine tragende Rolle zurückzugeben und die Privilegien der Kirche dadurch zu rechtfertigen, dass sie nach und nach auch den Vertretern der islamischen Religion gewährt werden.

    Bis zum Beweis des Gegenteils ist davon auszugehen, dass diese »Distanz« gegnüber den muslimischen Organisationen gerade so lange anhält, wie der Wahlkampf noch dauert. Schließlich ist den Wahlkampfstrategen nicht verborgen geblieben, dass eine beträchtliche Mehrheit – geht man von den Untersuchungen von Ruud Koopmans vom WZB aus – der Bevölkerung dem Islam generell und den islamischen Organisationen speziell, die vorgeben die Muslime in Deutschland zu vertreten, skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen. Als zu groß wird – ganz pauschal gesprochen – der kulturelle Abstand zwischen beiden Ethnien empfunden. Ganz besonders trifft das auf viele Menschen aus dem arabischen Raum zu.

    Im Artikel heißt es: »Die Unionsparteien wollen nach eigenen Angaben „helfen, dass sich der friedliche und integrationsbereite Islam in Deutschland auf dem Boden des Grundgesetzes so organisiert, dass er Verhandlungs- und Dialogpartner von Staat und Gesellschaft sein kann“«. Ein Blick auf das Verhalten der tonangebenden Imame und sonstigen Sprechern der Muslime gegenüber z.B. den theologischen Bestrebungen eines Mouhanad Khorchide an der Universität Münster oder der Gründung einer »liberalen« Moschee in Berlin durch Seyran Ates zeigen, welche Gesinnung unter den führenden Islamvertretern tatsächlich verbreitet ist. Dieser Kampf wird in Deutschland ausgetragen. Ich kann dazu nur sagen: Nein, danke, klärt das in Eurer Wüstenregion aus, wo diese krude Religion herstammt.

    Gefällt mir

    1. Habe wie bei Facebook, um zu sehen, wer mir zustimmt, auf „Gefällt“ geklickt. Schon „stimmte“ mir ein Dritter zu. War ich aber selbst. Sorry, will mich nicht selbst loben. Rückgängig zu machen, geht aber nicht.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s