Krebstherapie: „Ich habe Methadon nie als Wundermittel bezeichnet“

foto: uniklinikum ulm Die Chemikerin Claudia Friesen konnte die Wirksamkeit von Methadon gegen Krebszellen bislang nur an Zellkulturen von Patienten und in Tiermodellen nachweisen. Nun sollen klinische Studien folgen.
Claudia Friesen erforscht seit Jahren die Wirkung von Methadon auf Krebszellen im Labor. Um herauszufinden, wie das Opioid bei Patienten wirkt, ist sie auf Ärzte angewiesen

Interview Günther Brandstetter | derStandard.at

Die deutsche Chemikerin Claudia Friesen vom Uniklinikum Ulm wurde von Onkologen und medizinischen Fachgesellschaften heftig kritisiert, nachdem sie in Fernsehsendungen über die erfolgreiche Behandlung von Krebspatienten durch die Kombination von Chemotherapie und Methadon berichtet hatte. Tatsächlich steht die klinische Forschung dazu erst am Anfang. Evidenzbasierte Wirkungsnachweise an Patienten fehlen bislang.

STANDARD: Wie ist die Lage am Uniklinikum Ulm? Gab es nach Ihren Fernsehauftritten viele Anfragen von Patienten zu Methadon in der Krebstherapie?

Claudia Friesen: Anfangs waren es um die 1.000 Anfragen täglich. Momentan melden sich ich immer noch gut 200 Menschen pro Tag bei mir. Seit April sind es insgesamt 40.000 Anrufe und E-Mails. Ich beantworte alle. Das heißt, es gibt für mich keine freies Wochenende und keine Freizeit mehr.

STANDARD: Sie sind in den vergangenen Jahren schon mehrmals zum Thema Methadon in der Krebstherapie im Fernsehen aufgetreten. Warum war diesmal die Resonanz so heftig?

Friesen: Vielleicht war das Interesse an dem Thema diesmal so groß, weil der Gegenwind so stark war. Besonders in Deutschland. So gut wie jede medizinische Fachgesellschaft hat eine Stellungnahme zu Methadon in der Krebstherapie verfasst.

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„Marsch für das Leben“ – Samstagszug der Religioten

Flyer des diesjährigen Marsches. Bild: bb

Am Samstag, dem 16. September 2017 ist es wieder soweit, gegen 13 Uhr beginnt in Berlin der Marsch der biblischen Bescheidwisser-und sager. Alexandra Maria Linder, Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht e.V. hat geladen.
Gut, dass es das Down-Syndrom gibt. Kinder bei denen auf Grund einer Genommutation das gesamte 21. Chromosom oder Teile davon dreifach vorhanden sind. Gottes Schöpfung ist fehlerbehaftet. Das Down-Syndrom wird von den Bibel-Fundamentalisten in hervorragender Art und Weise instrumentalisiert. „Menschen, die selbst von Abtreibung betroffen sind, die mit Krankheiten und Behinderungen leben oder Familien mit besonderen Kindern begleiten, die sich um Schwangere in der Not oder Sterbende kümmern, denen die Würde des Menschen in allen Stadien seiner Existenz, von der Zeugung bis zum Tod, wichtig ist.“ Lesen wir im Anschreiben des Bundesverbandes.
Die von pränatalen Fruchtwasserträumen gebeutelten geben vor „Die Schwächsten schützen“ zu wollen. Sie sind gegen den kassenfinanzierten PraenaTest, gegen Leihmutterschaft, Keimbahnmanipulationen und Experimente mit Mensch-Tier-Mischwesen. Sie sind gegen sexuelle Selbstbestimmung, das Recht der Frauen über ihren Körper, ihre Gesundheit bestimmen zu können. Sie sind gegen das Recht der Eltern gesunde Kinder zu zeugen. Sie wollen menschliche Reproduktion im Sinne ihres biblischen Weltverständnisses. Ihr Ziel ist es Politik so zu beeinflussen, dass Gesetze und Regeln gemäß der religiösen Weltsicht aufgestellt werden.

Unbestritten ihr Recht so zu leben wie sie es wünschen. Bestritten ist der Versuch ihre rückwärts gewandte Weltsicht auf Menschen übertragen zu wollen, die ihre Weltsicht nicht teilen, bestritten wird der Versuch Menschenrecht einzuschränken und Andersdenkende zu diskriminieren.  Die gleichen Leute, die am Samstag für das „Lebensrecht“ eintreten, sind gegen die Ehe für alle, diskriminieren die Würde von Homosexuellen und haben keine Hemmungen Andersdenkende zu diskreditieren.
Liest man die Liste der Grußworte dämmert die Drohung eines möglichen Gottesstaates auf. Wir finden Bosbach, Marx, Koch und jede Menge Religiotie die sich im Bundes-und Landtagen manifestiert. Die EKD und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg versagen sich dem Bibel-Karneval.

Linder und Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, laden für den Freitag, 15. September 2017 zu einer „Fachtagung“ Bioethik und Menschenwürde ein. An der Wissenschaftlichkeit der „Fachtagung“ darf gezweifelt werden. Der Schlusssatz der Einladung meint, „Im Anschluss besteht die Gelegenheit zum gemeinsamen Abendessen.“ Das klingt wie eine Drohung.
Niemand vertritt evangelikale Ideologie deutlicher als Steeb, nicht von ungefähr seine Verbindungen zu Rechtspopulisten und rechtskonservativen Weltsichten. Er ist ein Beispiel dafür, wie christlicher Fundamentalismus  und rechtsextreme Ideologien zusammen gehen können.

Auftritt Alice Weidel in Jena – Rechtsextreme skandieren „U-Bahn nach Auschwitz“

AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel (mit Brille) an der Spitze eines „Spaziergangs“ durch Jena, eingerahmt von den Thüringer AfD-Politikern Wiebke Muhsal und Stephan Brandner. © Martin Schutt/DPA
Eine ganz normale Wahlveranstaltung der AfD mit Alice Weidel in Jena. Der Zulauf ist mäßig. Dennoch herrscht in der Innenstadt Ausnahmezustand. Die Atmosphäre ist aggressiv, auch Nazi-Parolen bleiben nicht aus.

stern.de

Eine abgeriegelte Stadt mit geschlossenen Geschäften am späten Nachmittag, mehrere Gegendemos, Polizeihubschrauber über der Innenstadt, Scharfschützen auf Dächern – ein Hauch von G20 in Jena am Dienstagnachmittag. Der Anlass: Eine Wahlveranstaltung der AfD mit Spitzenkandidatin Alice Weidel, zu der sich nach Polizeiangaben letztlich rund 250 Teilnehmer einfinden. Polizeiaufgebote aus Thüringen, Sachsen und Niedersachsen achten darauf, dass knapp 900 Gegendemonstranten und AfD-Unterstützer nicht direkt aufeinander treffen. Augenzeugen zufolge kommt es dennoch zu vereinzelten Rangeleien.

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Dieses 130-Tonnen-Monster lauert in Londons Kanalisation

Ein Ende des Fettberges, der jetzt in Whitechapel, London, entdeckt wurde Quelle: AP/Thames Water
Er ist so schwer wie zehn Doppeldecker-Busse, 250 Meter lang und verstopft die Kanalisation im Osten Londons: Der gigantische Berg aus verklumptem Fett und Damenbinden schockiert selbst das gestandene Abwasserunternehmen der Stadt.

DIE WELT

Einer der größten Fettberge aller Zeiten ist in Londons Untergrund gefunden worden. Er wiegt 130 Tonnen, so viel wie zehn Londoner Doppeldecker-Busse, und ist 250 Meter lang.

Was ein Fettberg ist? Die aus dem Englischen übernommene Bezeichnung „fatberg“ ist ein großer Klumpen aus Fett, Binden, Feuchttüchern – also kurzum alles, was in die Toilette geworfen wird und nicht wie Toilettenpapier zerfällt.

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Die Schweiz wird über das Burkaverbot abstimmen

Nora Illi, Frauenbeauftragte des Islamischen Zentralrats der Schweiz IZRS, protestierte 2016 im Tessin gegen das dortige Verhüllungsverbot – ein solches könnte es bald auch auf nationaler Ebene geben. (Bild: Keystone / i-Press / Pablo Gianinazzi)
Auf den letzten Drücker hat das Egerkinger Komitee die nötigen Unterschriften für seine Initiative für ein Verhüllungsverbot zusammenbekommen. Die Gegner stehen schon parat.

Von Simon Hehli | Neue Zürcher Zeitung

Diese Woche ist Deadline – und erst kurz vor Ablauf der Sammelfrist können die Befürworter eines nationalen Burkaverbots aufatmen: Wie der Solothurner SVP-Nationalrat und Vorkämpfer gegen die Verhüllung, Walter Wobmann, erklärt, sind die nötigen 100 000 Unterschriften beisammen und beglaubigt. Am Freitag will sein Egerkinger Komitee die Bögen bei der Bundeskanzlei einreichen. Die Initianten hatten mit einer hohen Anzahl ungültiger Unterschriften zu kämpfen. Laut Wobmann gab es in den letzten Wochen aber eine «massive Mobilisierung». Wie die «Luzerner Zeitung» berichtet, hat ein 76-jähriger Pensionär aus Willisau im Alleingang 9700 Unterschriften beigesteuert.

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Pingos: Die grünen Riesen aus dem Eis

Der Pingo „Ibyuk“ im Delta des Mackenzie-Flusses (Foto: Bernhard Edmaier)
„Pingos“ sind kreisrunde Hügel in der Tundra im Norden Kanadas, die wie von Geisterhand jedes Jahr größer werden. Was steckt hinter dem imposanten Phänomen?

Von Angelika Jung-Hüttl | Süddeutsche.de

Die Inuits im Norden Kanadas nennen ihn „Ibyuk“, was so viel bedeutet wie „der Dicke“. Ibyuk ragt 49 Meter hoch empor, mit einem Basisdurchmesser von 300 Metern – eine markante Landmarke in der flachen Tundralandschaft im Delta des Mackenzie-Flusses im Norden Kanadas. Das Besondere an dem Hügel: Er besteht unter seiner Pflanzendecke ganz aus Eis, er ist innerhalb der letzten 1200 Jahren allmählich aus der flachen Landschaft emporgewachsen und er wächst immer noch um einige Millimeter pro Jahr in die Höhe.

Neben Ibyuk beulen sich noch etwa 1350 weitere, allerdings kleinere solcher Eishügel aus dem flachen Mackenzie-Delta heraus. In der Inuitsprache heißen sie Pingos.

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Berns Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mutmasslichen Hassprediger

Der mutmassliche Hassprediger der Bieler Ar’Rahman-Moschee ist ins Visier der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland geraten. Sie nahm Ermittlungen gegen den 64-jährigen Libyer auf. Das berichtet der «Blick» am Mittwoch unter Berufung auf einen Sprecher der Behörde. 

Neue Zürcher Zeitung

 Der Sachverhalt werde auf die strafrechtliche Relevanz hin geprüft. Mehrere Schweizer Medien warfen dem Vorbeter vor, gegen Andersgläubige gehetzt zu haben.

Die Zeitungen «Der Bund» und «Tages-Anzeiger» sowie das Schweizer Fernsehen SRF berichteten im August, der Prediger habe in der Bieler Ar’Rahman-Moschee auf Arabisch gegen Andersgläubige gehetzt. Die Medien berufen sich dabei unter anderem auf Tonbandaufnahmen. Demnach soll der Vorbeter zur Vernichtung Andersgläubiger aufgerufen haben.

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Alitalia sieht sich auch in Zukunft als ‚Papstfluglinie‘

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verkaufsverhandlungen sollen im November stattfinden – Lufthansa, Ryanair und Easyjet interessiert

kath.net

Die angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia sieht sich auch nach einem Verkauf weiterhin als Partner für den Vatikan bei Auslandsreisen des Papstes. Eine Anfrage des Heiligen Stuhls für die Reise von Franziskus nach Myanmar und Bangladesch Ende November liege allerdings noch nicht vor, teilte das Unternehmen am Dienstag auf Nachfrage in Rom mit. Bis zum 2. Oktober können Bieter verbindliche Angebote für Alitalia vorlegen, die Verkaufsverhandlungen sollen im November stattfinden. Zu den Interessenten zählen neben Lufthansa auch die Billigflieger Ryanair und Easyjet.

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Wikinger: „Sonnensteine“ funktionierten auch bei Wolken

Wikinger-Seefahrer vor Grönland. Bei ihrer Überquerung des offenen Atlantiks könnten spezielle „Sonnensteine“ eine effektive Navaigationshilfe gewesen sein. © Gemälde von Carl Rasmussen (1841–1893)
Kristall als Navigationshelfer: Die Wikinger-Seefahrer könnten tatsächlich mithilfe von Sonnensteinen navigiert haben – und dies überraschend genau. Denn wie ein Experiment bestätigt, kann man mit diesen doppelbrechenden Kristallen den Sonnenstand und die Nordrichtung selbst bei bewölktem Himmel bestimmen. Die so ermittelten Werte weichen dabei nur um wenige Grad vom richtigen Kurs ab, wie die Forscher berichten.

scinexx

Die Wikinger waren Meister der Seefahrt: Ganz ohne Magnetkompass überquerten sie den Atlantik und gelangten sogar bis nach Grönland und Nordamerika. Sie navigierten dabei mit einfachsten Mitteln, darunter einer Art Sonnenkompass in Form eines runden Holzbretts mit Schattenstab und Markierungen.

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Jerusalem droht Amnesty International

Das Boykott-Verbot könnte erstmals gegen Amnesty International angewendet werden. Die Menschenrechtsorganisation nimmt es gelassen.

Von Inge Günther | Frankfurter Rundschau

Israel will erstmals ein gesetzliches Boykott-Verbot anwenden, um Amnesty International (AI) zu belangen. Die Menschenrechtsorganisation hatte im Juni aus Anlass von 50 Jahren Besetzung der palästinensischen Gebiete die internationale Gemeinschaft aufgerufen, Siedlerprodukte zu boykottieren. Ihre Kampagne macht sich auch dafür stark, ein Waffenembargo gegen Israel und militante Palästinenser-Organisationen zu verhängen.

Der israelische Finanzminister Mosche Kahlon hatte bereits im Juli angekündigt, als gemeinnützig anerkannten NGOs, die gegen das Anti-Boykott-Gesetz verstoßen oder staatlichen Interessen schadeten, steuerliche Vorteile zu entziehen. Das regierungsnahe Blatt „Israel Hajom“ berichtete in seiner Dienstagsausgabe, Vertreter von Amnesty sollten jetzt zu einer Anhörung in der Finanzbehörde in Jerusalem vorgeladen werden.

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Tattoos: Nanopartikel auf Abwegen

Körperkunst: In Deutschland ist mittlerweile fast jeder Zehnte tätowiert. © Ryan McVay/ thinkstock
Wandernde Tinte: In Tätowierungen enthaltene Farbpigmente bleiben nicht ewig in der Haut. Stattdessen lösen sich kleinste Nanopartikel der Körperkunst ab und wandern durch den Organismus. Dort reichern sie sich unter anderem in den Lymphknoten an, wie eine Studie zeigt. Das Problem: Wie sich diese Miniteilchen im Körper verhalten, ist völlig unbekannt.

scinexx

Ob Arschgeweih oder echte Körperkunst: Tätowierungen liegen im Trend. Schon die Gletschermumie Ötzi schmückte sich vor 5.000 Jahren mit rätselhaften Tattoos in Form von Strichen und Kreuzen – später machten sich auch die Maya und die Maori in Neuseeland fein, indem sie Farbe unter die Haut brachten. Heute hat die Beliebtheit von Tätowierungen einen neuen Höhepunkt erreicht: In Deutschland zieren inzwischen fast jeden zehnten Körper Tinte und Farbpigmente, die unter die Haut gestochen wurden.

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Belgischer Orden will weiterhin die aktive Sterbehilfe durchführen

Die belgische Ordensgemeinschaft Broeders van Liefde (Brüder der Nächstenliebe) bleibt bei ihrem „Nein“ zur Forderung von Papst Franziskus, in ihren 15 psychiatrischen Einrichtungen keine Euthanasie mehr durchzuführen.

kath.net

Die belgische Ordensgemeinschaft Broeders van Liefde (Brüder der Nächstenliebe) bleibt bei ihrem „Nein“ zur Forderung von Papst Franziskus, in ihren 15 psychiatrischen Einrichtungen keine Euthanasie mehr durchzuführen. In einer Pressekonferenz vertraten die Ordensmänner in einem Statement, dass man in den eigenen Einrichtungen die Freiheit der Ärzte, Euthanasie durchzuführen oder nicht, respektiere. Ebenso respektiere man die freie Entscheidung des Pflegepersonals, dabei mitzuhelfen oder nicht. Diese Freiheit, stellen die Ordensmänner weiter fest, sei durch das (belgische) Gesetz gewährleistet. Der Provinzialobere Raf De Rycke bestätigte bei der Pressekonferenz, dass die Brüder und das medizinische Fachpersonal auch künftig aktive Sterbehilfe leisten werden, obendrein sogar an Patienten, die nicht in absehbarer Zeit sowieso sterben werden. Er stufte diese Haltung als vereinbar mit der Glaubenslehre der Kirche ein, auch reagiere man damit auf Entwicklungen und Veränderungen in der Gesellschaft.

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US-Waffenlieferungen – Heikle Fracht aus Ramstein

Von ihrem pfälzischen Stützpunkt Ramstein aus versorgen die Amerikaner ihre Truppen. (Foto: Airman 1st Class Kenny Holston/Air Force photo)
  • Die US-Regierung hat offenbar Waffen über den Militärstützpunkt Ramstein an syrische Rebellen liefern lassen.
  • Eine Genehmigung hatte sie dafür nach Angaben der Bundesregierung nicht.
  • Demnach haben die USA seit 2010 keine Lieferungen nach Syrien oder in dessen Nachbarländer beantragt.
  • Eine serbische Tageszeitung berichtete jedoch bereits Ende 2015 über entsprechende Transporte.

Von Frederik Obermaier, Paul-Anton Krüger | Süddeutsche.de

Das US-Militär hat offenbar zeitweise über seinen Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein Waffen und Munition aus Osteuropa an syrische Rebellen geliefert. Da entsprechende Genehmigungen der Bundesregierung fehlten, haben die Amerikaner womöglich deutsches Recht gebrochen. Das haben monatelange Recherchen der Süddeutschen Zeitung und der Journalistennetzwerke Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) und Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) ergeben.

Die Bundesregierung beteuert, von Waffenlieferungen über deutsches Territorium nach Syrien nichts zu wissen – dabei gibt es schon seit einiger Zeit Hinweise auf das fragwürdige Treiben der Amerikaner.

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Schorlemmer und Wolff: „Wir lassen uns den Blick nicht vernebeln!“

Die beiden Theologen Christian Wolff und Friedrich Schorlemmer. Quelle: Patrick Moye
“Reformation in der Krise“: Dieses Papier beschäftigt seit Tagen die Evangelischen Kirche in Deutschland. Der frühere Leipziger Thomaspfarrer Christian Wolff und der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer wollten mit ihrer Streitschrift einen Impuls im Reformationsjahr setzen – jetzt verteidigen sie ihr Papier gegen Kritik.

Leipziger Volkszeitung

„Reformation in der Krise“: Dieses Papier beschäftigt seit Tagen die Evangelischen Kirche in Deutschland. Der frühere Leipziger Thomaspfarrer Christian Wolff und der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer wollten mit ihrer Streitschrift einen Impuls im Reformationsjahr setzen – jetzt verteidigen sie ihr Papier gegen Kritik.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) reagierte kühl: Ein „belebender Diskussionsbeitrag“ sei die kritische Schrift zum Reformationsjahr der beiden Pfarrer Schorlemmer und Wolff zwar. Aber das Memorandum würde noch nicht zur Umsetzung taugen. Aus der Kirchentagsleitung hieß es vielsagend: „Wir nehmen das Papier zur Kenntnis.“ Ähnlich schmallippig reagierte Lutherbotschafterin Margot Käßmann: „Ich höre die Kritik.“ Die mitteldeutsche Bischöfin Ilse Junkermann aus Magdeburg äußerte Unverständnis: „Ich verstehe nicht, dass die beiden etwas einfordern, was bereits geschieht.“

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Cassinis spektakuläre letzte Stunden nahen

foto: nasa/jpl-caltech Cassini beim Durchtauchen zwischen dem Saturn und seinen Ringen.
Fast zwanzig Jahre nach ihrem Start wird die Raumsonde Cassini am Freitag in die Atmosphäre des Saturn stürzen – und dabei bis zum Ende senden

Von Klaus Taschwer | derStandard.at

Ihr Todessturz kann seit dem letzten Manöver nun nicht mehr aufgehalten werden und ist unwiderruflich: Die Sonde Cassini, die seit 13 Jahren den Planeten Saturn, seine Ringe und Monde erforschte, flog am Montagabend unserer Zeit in nur 120.000 Kilometern am Saturnmond Titan vorbei und wurde dadurch, wie seit langem geplant, auf Kollisionskurs mit ihrem wichtigsten Forschungsobjekt gelenkt.

Passiert nichts Unvorhergesehenes, dann wird die internationale Mission, an der tausende Forscher aus 17 Ländern (inklusive Österreich) beteiligt sind, Freitagnachmittag unserer Zeit zu Ende gehen. Bis zum spektakulären Absturz in den Ringplaneten werden acht Messgeräte an Bord der Raumsonde wissenschaftliche Daten sammeln. Die letzten Radiosignale werden gegen 13.54 Uhr erwartet – fast genau 20 Jahre nach dem Start der gemeinsamen Saturnmission Cassini-Huygens am 15. Oktober 1997.

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Gerichtsurteil: Ultraorthodoxe Israelis müssen zum Militär

Archivbild eines israelischen Soldaten. – REUTERS
Das Gesetz, das ultraorthodoxe Juden vom Militärdienst befreit, müsse innerhalb eines Jahres aufgehoben werden, entschied der Oberste Gerichtshof Israels.

Die Presse.com

Der Oberste Gerichtshof Israels hat am Dienstag gegen die Wehrpflichtbefreiung ultraorthodoxer Juden entschieden. Jenes Gesetz, das ultraorthodoxe Juden vom Dienst in der Armee befreit, solange sich diese dem Religionsstudium widmen, müsse innerhalb eines Jahres aufgehoben werden, entschied das Gericht, wie die Zeitung „Haaretz“ am Dienstagabend in ihrer Onlineausgabe berichtete.

Die Entscheidung des neunköpfigen Gerichts unter Vorsitz der scheidenden Höchstrichterin Miriam Naor sei acht zu eins ausgefallen, so die Zeitung.

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Bundesregierung erwägt härteres Vorgehen gegen Türkei

Der diplomatische Ton könnte schärfer werden zwischen Deutschland und der Türkei. (Foto: dpa)
  • Derzeit wird geprüft, ob die Türkei auf eine sogenannte „Staaten-Liste“ gesetzt werden soll.
  • Auf ihr befinden sich jene Staaten, in denen Geheimnisträger aus Nachrichtendiensten und bestimmten Bereichen der Polizei und der Bundeswehr mit „besonderen Sicherheitsrisiken“ zu rechnen haben.
  • Ihnen könnten dann Urlaubsreisen in die Türkei untersagt werden, auch eine Ehe oder eine Beziehung mit einem türkischen Partner könnte als Risiko eingestuft werden.

Von Georg Mascolo | Süddeutsche.de

Die Bundesregierung und ihre Sicherheitsbehörden erwägen einen drastischen Kurswechsel gegenüber der Türkei. Derzeit wird geprüft, ob das Land auf eine sogenannte „Staaten-Liste“ gesetzt werden soll. Auf ihr befinden sich jene Staaten, in denen Geheimnisträger aus Nachrichtendiensten und bestimmten Bereichen der Polizei und der Bundeswehr mit „besonderen Sicherheitsrisiken“ zu rechnen haben, etwa Einschüchterungs- und Erpressungsversuchen.

Die Konsequenzen für Tausende Beamte mit Zugang zu Verschlusssachen wären gravierend: Ihnen könnten dann Urlaubsreisen in die Türkei untersagt werden, auch eine Ehe oder eine Beziehung mit einem türkischen Partner könnte im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung als Risiko eingestuft werden.

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Der Kunde ist König – aber nicht mit Putin

S-400 während einer Übung zur Siegesparade in Moskau im Mai 2010. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 – Участник:Goodvint
Dass die Türkei ein russisches Raketenabwehrsystem kauft, hat weitreichende Folgen für den Westen und die Nato. Erdogan sorgt dafür, dass Moskaus militärisch-industrieller Komplex im Nahen Osten Fuß fasst.

Von Michael Stürmer | DIE WELT

Der Kunde ist König – aber nicht immer. Wenn es sich um Flugabwehrraketen handelt, wie sie die Türkei dieser Tage bei Wladimir Putin bestellt, dann ist es der Lieferant, der das Spiel beherrscht. Mit der Hardware kommt unausweichlich die Software.

Die Systeme, um die es geht, sind hoch entwickelt und durchaus geeignet, westlichen Produkten den Luftraum zu versperren, ob israelisch, europäisch oder amerikanisch. Sie brauchen auch Einweisung, technische Bedienung und Wartung, und da kommen russische Militärs zum Zuge.

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Islamwissenschaftler: Nicht die Religion macht den Terror

Gedenken an die Opfer des Anschlags auf den Musikclub Bataclan am Place de la République in Paris. Foto: dpa
Es besteht keine direkte Verbindung zwischen gesellschaftlichen, politischen und religiösen Revolten und dem Übergang zum islamisch auftretenden Terrorismus. Das sagt der französische Politikwissenschaftler Olivier Roy in seinem jüngsten Buch. Er hat das zuvor bereits vielfach kundgetan.

Von Dirk Pilz | Berliner Zeitung

Jetzt aber fügt er in diesem Band, der im Titel das Osama bin Laden zugeschriebene Zitat „Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod“ führt, hinzu: die Genialität des IS bestehe darin, dass er den jungen Freiwilligen ein Narrativ zur Verfügung stelle, innerhalb dessen sie sich verwirklichen könnten. Das ist eine starke These mit weitreichenden Folgen.

Denn Roy macht weder eine angeblich gescheiterte Integrationspolitik noch den Salafismus, schon gar nicht die Religion des Islam für den Terror verantwortlich. Er entlässt beide zwar nicht aus der Schuld, aber er meidet die Verlockungen einfacher Kausalzusammenhänge, wie sie etwa der Sozialwissenschaftler Gilles Kepel bedient, mit dem sich Roy seit Jahren leidenschaftlich streitet, auch in diesem Buch.

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Modular Robot Self-Heals and Even Redesigns Itself for New Tasks

Marco Dorigo, Nithin Mathews
The thing before the thing before the thing before the Terminator.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

The T-1000 blob-terminator seems like a too-easy touchstone, but when it comes to autonomously reconfigurable robots―machines that become other machines at will―it really is perfect. See, this is a very real goal within robotics and artificial intelligence. It’s what we might even think of as a fundamental goal, a toppling of a once-fundamental limitation of robots (or even machines, generally) as a concept: They are only what we make them.

Writing this week in Nature Communications, computer scientist Marco Dorigo and colleagues at Universite Libre de Bruxelles in Belgium describe a robotics system that basically consists of a bunch of little robots that are able to work together to build themselves into different kinds of big robots. The result isn’t exactly liquidmetal Robert Patrick, but it’s a key demonstration of shape-shifting robotics that may easily be scaled from from just a few modular subunits to however many you can reliably network together in a small space (which is a lot).

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