„Marsch für das Leben“ – Samstagszug der Religioten


Flyer des diesjährigen Marsches. Bild: bb

Am Samstag, dem 16. September 2017 ist es wieder soweit, gegen 13 Uhr beginnt in Berlin der Marsch der biblischen Bescheidwisser-und sager. Alexandra Maria Linder, Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht e.V. hat geladen.
Gut, dass es das Down-Syndrom gibt. Kinder bei denen auf Grund einer Genommutation das gesamte 21. Chromosom oder Teile davon dreifach vorhanden sind. Gottes Schöpfung ist fehlerbehaftet. Das Down-Syndrom wird von den Bibel-Fundamentalisten in hervorragender Art und Weise instrumentalisiert. „Menschen, die selbst von Abtreibung betroffen sind, die mit Krankheiten und Behinderungen leben oder Familien mit besonderen Kindern begleiten, die sich um Schwangere in der Not oder Sterbende kümmern, denen die Würde des Menschen in allen Stadien seiner Existenz, von der Zeugung bis zum Tod, wichtig ist.“ Lesen wir im Anschreiben des Bundesverbandes.
Die von pränatalen Fruchtwasserträumen gebeutelten geben vor „Die Schwächsten schützen“ zu wollen. Sie sind gegen den kassenfinanzierten PraenaTest, gegen Leihmutterschaft, Keimbahnmanipulationen und Experimente mit Mensch-Tier-Mischwesen. Sie sind gegen sexuelle Selbstbestimmung, das Recht der Frauen über ihren Körper, ihre Gesundheit bestimmen zu können. Sie sind gegen das Recht der Eltern gesunde Kinder zu zeugen. Sie wollen menschliche Reproduktion im Sinne ihres biblischen Weltverständnisses. Ihr Ziel ist es Politik so zu beeinflussen, dass Gesetze und Regeln gemäß der religiösen Weltsicht aufgestellt werden.

Unbestritten ihr Recht so zu leben wie sie es wünschen. Bestritten ist der Versuch ihre rückwärts gewandte Weltsicht auf Menschen übertragen zu wollen, die ihre Weltsicht nicht teilen, bestritten wird der Versuch Menschenrecht einzuschränken und Andersdenkende zu diskriminieren.  Die gleichen Leute, die am Samstag für das „Lebensrecht“ eintreten, sind gegen die Ehe für alle, diskriminieren die Würde von Homosexuellen und haben keine Hemmungen Andersdenkende zu diskreditieren.
Liest man die Liste der Grußworte dämmert die Drohung eines möglichen Gottesstaates auf. Wir finden Bosbach, Marx, Koch und jede Menge Religiotie die sich im Bundes-und Landtagen manifestiert. Die EKD und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg versagen sich dem Bibel-Karneval.

Linder und Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, laden für den Freitag, 15. September 2017 zu einer „Fachtagung“ Bioethik und Menschenwürde ein. An der Wissenschaftlichkeit der „Fachtagung“ darf gezweifelt werden. Der Schlusssatz der Einladung meint, „Im Anschluss besteht die Gelegenheit zum gemeinsamen Abendessen.“ Das klingt wie eine Drohung.
Niemand vertritt evangelikale Ideologie deutlicher als Steeb, nicht von ungefähr seine Verbindungen zu Rechtspopulisten und rechtskonservativen Weltsichten. Er ist ein Beispiel dafür, wie christlicher Fundamentalismus  und rechtsextreme Ideologien zusammen gehen können.

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