Verbrechen scheint sich für untere Einkommensschichten zu lohnen

Bild: heise.de/TP
Nach einer Studie von Kriminologen verdienen Räuber, Diebe oder Drogenhändler mehr als Arbeitnehmer ohne oder mit Highschool-Abschluss

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Nach einem Sprichwort heißt es, Verbrechen lohnt sich nicht. Damit ist vor allem gemeint, dass Verbrecher damit rechnen müssen, gefasst und bestraft zu werden, aber die Frage ist natürlich auch, ob eine berufsmäßig ausgeübte Verbrechenskarriere dem Einkommen nach lohnend ist. Dass organisierte Kriminalität für die oberen Ränge, aber auch Betrug im Internet oder im Finanzsektor reich machen können, weiß man. Verlässlichen Statistiken über die kleineren Durchschnittskriminellen gibt es aus verständlichen Gründen nicht.

In den USA verlangt allerdings die Steuerbehörde, dass auch illegal erworbenes Einkommen gemeldet und versteuert werden muss. Genannt wird beispielsweise Geld, das durch den Verkauf illegaler Drogen verdient wird. Das müsse in der Steuererklärung „Form 1040, Zeile 21“ oder im „Schedule C oder Schedule C-EZ“ eingetragen werden, falls es durch selbständige Arbeit eingenommen wurde. Das wird selbstverständlich kaum wahrgenommen, manchmal aber doch, berichtet CNN, nämlich geben festgenommene Kriminelle ihre Einnahmen manchmal an, um nicht zusätzlich wegen Steuerhinterziehung beine Strafe aufgebrummt zu bekommen.

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Biochemiker: „Ein krebserregendes Pestizid hat im Körper nichts verloren“

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Pestizid – und auch eines der umstrittensten

Interview Nora Laufer | derStandard.at

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ist in der EU seit Jahren umstritten. Während die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit das Pestizid für ungefährlich erklärt hat, stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation Glyphosat als „wahrscheinlich für den Menschen krebserregend“ ein.

Im Juni 2016 hat die Europäische Kommission die Zulassung um eineinhalb Jahre verlängert, diese läuft mit Dezember 2017 aus. Dann soll entschieden werden, ob Glyphosat für weitere zehn Jahre zugelassen wird. Großkonzerne wie Monsanto setzen sich dafür ein, NGOs suchen das zu verhindern. Der Biochemiker Helmut Burtscher von der Umweltorganisation Global 2000 hat sich in „Die Akte Glyphosat“ mit der Geschichte und dem Einsatz von Glyphosat beschäftigt.

STANDARD: Die Ages, die österreichische Agentur für Ernährungssicherheit, nennt Glyphosat „weitgehend unbedenklich“. Sie sagen, es ist schädlich. Wem sollen Konsumenten glauben?

Burtscher: In diesem Fall nicht der Ages, denn Glyphosat ist leider alles andere als unbedenklich. „Weitgehend“, sagt die Ages, weil Glyphosat die Augen reizen kann.

STANDARD: Welche Beweise existieren dafür, dass es schädlich ist?

Burtscher: Glyphosat ist laut der WHO wahrscheinlich bei Menschen krebserregend. Diese Einstufung kommt unter anderem daher, dass Glyphosat bei Mäusen und Ratten in den Versuchen der Industrie Tumore hervorgerufen hat. Die Beweislage hierfür ist ausreichend, manche dieser Tumore sind immer wieder aufgetreten. Der Lymphdrüsenkrebs, der in drei von fünf Mausstudien aufgetreten ist, tritt auch bei Menschen, die mit glyphosathaltigen Pestiziden arbeiten, häufiger auf. Das Krebsrisiko ist ernst zu nehmen.

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London: Ein Knall, dann ein Feuerball

Nach einem Terroranschlag auf die Londoner U-Bahn Station Parsons Greene hat die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. (Foto: AP)
  • In der Londoner U-Bahn-Station Parsons Green ist am Morgen eine selbstgebaute Bombe explodiert und hat 22 Menschen verletzt.
  • Augenzeugen berichten, es habe einen Knall gegeben, dann sei ein „Feuerball“ in die Luft gestiegen.
  • Ersten Einschätzungen zufolge war der Brandsatz eher laienhaft gebaut und ist deshalb nicht vollständig explodiert.

Von Cathrin Kahlweit | Süddeutsche.de

IED bedeutet in der Sprache der britischen Polizei „improvisierter explosiver Gegenstand“, und das war es auch, was für Laien auf den ersten Fotos aus dem U-Bahn-Waggon zu erkennen war, die Passanten nach dem Anschlag in Londonin den sozialen Netzwerken hochgeladen hatten: eine Lidl-Tüte, ein weißer Plastik-Eimer, darin verkohlte Kleider, an den Seiten hingen einige Kabel heraus.

Fast wirkte das Corpus Delicti ein wenig lächerlich, aber nichts kann mehr lächerlich sein in einer Stadt, die vier Terroranschläge allein in diesem Jahr zu ertragen hatte. 22 Verletzte wurden nach der Attacke, deren Hintergründe zunächst im Dunklen blieben, in Londoner Krankenhäusern behandelt: Einige hatten Brandverletzungen erlitten, weil sie neben der Tür des Waggons nah an den Flammen gestanden hatten, die meisten aber waren bei der auf die Explosion folgende Panik verletzt worden – die nur deshalb nicht weiter eskalierte, weil sich die Türen der U-Bahn in just dem Moment öffneten, als um 8.20 Uhr ein Feuerball aus dem Eimer aufstieg.

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Kirchenhistoriker Kaufmann: 500. Reformationsjubiläum „vergeigt“

Der Göttinger Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann bilanziert vor Abschluss der Feiern zu 500 Jahren Reformation ein „vergeigtes Jubiläum“. Die Besuchererwartungen seien „hypertroph“ gewesen und verfehlt worden.

evangelisch.de

Die Jubiläumsblase mit ihren fantastischen Zielen eines „Sommermärchens“, des Entstehens einer „Generation 2017“ und eines Wachsens der evangelischen Kirche gegen den Trend sei geplatzt, schreibt der Universitätsprofessor Thomas Kaufmannin einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Freitag). Die Besuchererwartungen seien „hypertroph“ gewesen und verfehlt worden.

Als Grund für die aus seiner Sicht schlechte Bilanz des Festjahres nennt der Wissenschaftler, dass die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) die akademische Theologie von der Planung für das Jubiläumsjahr ausgeschlossen habe. „Die früheren Reformationsjubiläen wurden vor allem von Staatsakteuren und Theologieprofessoren bestimmt.

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Buchmesse kann sich gegen Neonazis kaum wehren

Udo Voigt, langjähriger Vorsitzender der verfassungsfeindlichen NPD und EU-Abgeordneter, will auf der Buchmesse für seine Gesinnung werben. Foto: Imago
Die Frankfurter Buchmesse will Auftritte von Rechtsextremen unterbinden. Doch Udo Voigt, langjähriger Chef der verfassungsfeindlichen NPD, kündigt sein Kommen an.

Von Danijel Majic | Frankfurter Rundschau

Udo Voigt scheint sich sicher zu sein: Er und seine Gesinnungsgenossen werden bei der kommenden Buchmesse auftreten. „Die Frankfurter Buchmesse bietet eine willkommene Möglichkeit, die mediale Schweigespirale zu durchbrechen und für unsere Anliegen Gesicht zu zeigen“, lässt der EU-Abgeordnete und langjährige Vorsitzende der verfassungsfeindlichen NPD in einer Pressemitteilung wissen. Er freue sich auf Frankfurt. Zeit und Ort seines Auftritts „auf der Buchmesse“ würden noch bekanntgegeben.

Die Präposition „auf“ ist in diesem Statement entscheidend. Mitte dieser Woche hatte die FR berichtet, dass die rechtsextreme Stiftung „Europa Terra Nostra“ zwei von ihr herausgegebene Bücher auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren will und in diesem Rahmen auch Auftritte Voigts, des britischen Neonazis Nick Griffin und des wegen Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe verurteilten Roberto Fiore aus Italien plane.

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Arktisches Meereis auf erneutem Niedrigstand

Diesem Eisbär schmilzt langsam der Lebensraum unter den Füßen weg. © Stefan Hendri
Schon wieder Eismangel im hohen Norden: Das arktische Meereis hat erneut seinen sommerlichen Tiefstand erreicht. Seine Fläche liegt bei nur rund 4,7 Millionen Quadratkilometern – das ist erneut deutlich unter dem langjährigen Mittel. Der Trend zum Eisschwund in der Arktis setzt sich damit fort, wie Forscher berichten. Die Nordost-Passage war in diesem Sommer für Schiffe sogar ohne Unterstützung von Eisbrechern befahrbar.

scinexx

Der Klimawandel heizt die Arktis schneller auf als fast jede andere Region auf der Erde. Das hat Folgen: Die Ausdehnung der Meereisdecke schrumpft schon seit Jahren sowohl im Sommer als auch im Winter. Im Dezember 2016 hatte das arktische Meereis sogar die kleinste Ausdehnung, die je in diesem Monat gemessen wurde. Im gleichen Winter erlebte der hohe Norden gleich drei ungewöhnliche Hitzewellen.

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„Türkischstämmige Migranten in einer besonders ungünstigen Lage“

Straßenszene in Rabat, Marokko: Viele versuchen, aus dem armen Land in Nordafrika nach Europa zu gelangen – in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft Quelle: picture alliance / NurPhoto
Forscher haben die langfristigen Erfolgsaussichten von Migranten aus Nordafrika untersucht. Die Ergebnisse lassen sich auch auf türkische Einwanderer in Deutschland übertragen – und sind ernüchternd.

Von Daniel Eckert | DIE WELT

Die Integration von Zuwanderern ist eine Aufgabe für Generationen. Spätestens seit der Flüchtlingskrise besteht daran kein Zweifel mehr. Doch die wahre Größe der Aufgabe zeichnet sich erst schemenhaft ab. Der anhaltend hohe Migrationsdruck aus Afrika und dem Nahen Osten wird die deutsche Gesellschaft auch künftig vor riesige Herausforderungen stellen.

Forscher warnen, dass die bisherigen Anstrengungen bei Weitem nicht ausreichen, um das Jahrhundertprojekt zum Erfolg zu führen. Scheitert es, drohen langfristig soziale Verwerfungen, und selbst falls die seit 2015 ins Land gekommenen Flüchtlinge alle relativ schnell Arbeit finden werden, sind damit nicht alle Probleme gelöst.

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Facebook ließ gezielte Werbung an „Judenhasser“ zu

Bild: heise.de
Das Werbesystem von Facebook steht erneut in der Kritik. Diesmal geht es nicht um die Frage, ob das Netzwerk bei der Reichweite der Anzeigen schummelt, sondern um die Tatsache, dass man mit dem System gezielt Antisemiten als Zielgruppe auswählen konnte.

heise online

Das soziale Netzwerk Facebook – gleichzeitig eines der größten Werbe-Unternehmen der Welt – hat Anzeigen-Kunden ermöglicht, gezielt Antisemiten anzusprechen. Wie das US-Magazin ProPublica enthüllt hat, konnten Nutzer für die Vermarktung von Nazi-Andenken oder die Werbung für rechtsradikale Veranstaltungen die Zielgruppe „Juden-Hasser“ auswählen. Facebook entfernte diese und ähnliche antisemitische Kategorien, nachdem ProPublica seine Recherchen öffentlich gemacht hatte. Die Zielgruppe beruhte auf Angaben, die die Facebook-Anwender über sich selbst gemacht hatten und wurde von einem Algorithmus eingeführt.

Werbung an Antisemiten

Nach eigenen Angaben konnte ProPublica Anzeigen für Leute platzieren, die etwa „Nazi Party“ oder die SS aus dem Dritten Reich als Arbeitgeber eingetragen hatten. Die Zielgruppen seien aber klein gewesen, schränkte das Magazin ein. So habe man in der Kategorie „Jew Hater“ 2274 Facebook-Mitglieder erreichen können sowie mit „German Schutzstaffel“ und „Nazi Party“ als Arbeitgeber jeweils 3149 und 2449 Profile. Um Werbung nur für sie zu schalten, seien sie zu klein gewesen. Das habe sich aber geändert, nachdem Nutzer mit einem Interesse an der deutschen NPD in die Auswahl genommen wurden (194.600).

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Ig-Nobelpreis verliehen: Didgeridooklänge mindern Schnarchen

foto: reuters/gretchen ertl Didgeridoo-Lehrer Alex Suarez bei der 27. Ig-Nobelpreis-Zeremonie an der Harvard University.
Von großen Ohren und verschüttetem Kaffee: Auf den ersten Blick kuriose Forschung wurde in Boston geehrt

Von Christina Horsten | derStandard.at

Kaffee verschütten nervt. „Wir alle tun es und wir alle hassen es“, sagt Jiwon Han auf der Bühne des Sanders-Theaters der US-Eliteuniversität Harvard in Boston. „In meiner Schulzeit hatte ich zu viel Zeit und habe ein Physik-Forschungspapier darüber geschrieben.“ Das Ergebnis – und das Geheimnis nicht verschütteten Kaffees: Den Becher von oben festhalten, geradeaus schauen und rückwärts gehen.

„Aber ist das praktisch? Überhaupt nicht! Also ist der Deckel erfunden worden. Aber ich habe verstanden: Bei Forschung geht es nicht darum, wie alt man ist oder wie klug – sondern darum wie viel Kaffee man trinkt. Und mit ausreichend Kaffee und etwas Pech landet man dann in Boston.“ Dort nahm Jiwon Han in der Nacht auf Freitag seinen Ig-Nobelpreis für sein Forschungspapier über verschütteten Kaffee entgegen – einen von zehn Spaßpreisen für wissenschaftliche Veröffentlichungen, die „erst zum Lachen und dann zum Denken anregen“. Die Ig-Nobelpreise („ignoble“ heißt auf Deutsch „unwürdig“) wurden bereits zum 27. Mal an seriöse, wenn auch kuriose Forschungen verliehen – und sind längst Kult. Die undotierten Auszeichnungen sollen „das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren“.

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Hepatitis: Tödliche Pandemie

Hepatitis B-Viren unter dem Elektronenmikroskop © CDC
Verborgener Killer: Weltweit sterben mehr Menschen an einer viralen Hepatitis als an Tuberkulose, Aids oder Malaria, wie eine neue Studie enthüllt. Allein im Jahr 2016 gingen 1,34 Millionen Todesfälle auf Kosten dieser leberzerstörenden Infektion. Das Tückische daran: Betroffene merken oft jahrelang nichts davon, weil sich Symptome erst bemerkbar machen, wenn sich eine Leberzirrhose oder Leberkrebs entwickelt haben.

scinexx

Die virale Hepatitis ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation leben mehr als 325 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis-Infektion, jedes Jahr stecken sich allein mit Hepatitis C 1,7 Millionen Menschen neu an. Das Fatale daran: Die fünf bisher bekannten Hepatitis-Viren verursachen Leberentzündungen und zerstören im Laufe der Zeit das Lebergewebe. Dadurch können Leberzirrhosen und Leberkrebs entstehen – und zum Tode führen.

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Studie warnt vor Einfluss der Muslimbruderschaft in Österreich

Österreichisches Innenministerium: Ziel sei „die graduelle Islamisierung der Gesellschaft“

kath.net

In Österreich gibt es „beträchtliche Verbindungen“ zur Muslimbruderschaft. Dies berichtet der „Kurier“ unter Berufung auf eine Studie der George Washington Universität, die sogar ausdrücklich vor Aktivitäten der islamistischen Muslimbruderschaft in Österreich warnt. Die Muslimbruderschaft verfüge über „beträchtliche Verbindungen und Einfluss“ und der Vereinigung nahestehende Personen und Organisationen würden Schlüsselpositionen für das Leben von muslimischen Zuwandern in Österreich einnehmen. Als Quelle für den Bericht „The Muslim Brotherhood in Austria“, der mit Hilfe der Universität Wien, dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) sowie dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) entstand, dienten bestehende Publikationen, Zeitungsartikel, Beiträge aus Social Media sowie Gerichtsprotokolle.

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Warum „glauben“ Sie den Fakten nicht?

Foto: APA/AFP/RYAN MCBRIDE Die Wissenschaft steht vor einem Problem: Faktenresistenz
Menschen klammern sich an Behauptungen, die bewiesenermaßen unwahr sind. Doch warum? Forscher haben herausgefunden, wann Menschen besonders empfänglich dafür sind, an „alternative Fakten“ zu glauben.

Von Jürgen Klatzer | kurier.at

Es gibt Dinge, über die sich hervorragend streiten lässt. Zum Beispiel der Musikgeschmack des Nachbarn oder die Kindererziehung des befreundeten Paares. Was für den einen gut und richtig ist, kann für den anderen schlecht und falsch sein. Deshalb ziehen sich die Diskussionen mit Nachbarn und Freunden in die Länge.

Dann gibt es aber Themen, die schnell geklärt sind. Beispielsweise der von Menschen gemachte Klimawandel, Darwins Evolutionstheorie oder dass Aids durch den HIV-Virus ausgelöst wird. Trotzdem zweifeln Menschen an Fakten, und schenken Informationen Glauben, die bewiesenermaßen unwahr sind. So halten sie Impfungen für ein gefährliches Gift, die biblische Schöpfungsgeschichte für einleuchtend und die Erderwärmung für ein „Konzept der Chinesen, um die amerikanische Wirtschaft zu schwächen“ (Donald Trump).

Wieso ignorieren wir Fakten?

Doch wieso negieren Menschen Fakten? Sind sie schlecht informiert? Nein, sagt der deutsche Psychologe Tobias Rothmund. „Wir tendieren aber dazu, Fakten vor dem Hintergrund unserer persönlichen Einstellungen und Motivationen zu bewerten.“

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Syrien: Warum das russische Militär erfolgreicher vorgeht als die US-Koalition

Russische Suchoi Su-25 auf dem Flughafen Basil al-Assad in Latakia. Foto: Mil.ru / CC BY 4.0
Die Analyse des französischen Militärhistoriker Michel Goya weicht ab von den Standards der üblichen Wahrnehmung

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Es ist, ähnlich wie in Deutschland, in den tonangebenden französischen Medien eine Ausnahme, wenn Positives über den russischen Militäreinsatz in Syrien zu lesen ist. In Frankreich herrschte ebenfalls der Konsens, das Brachiale des Einsatzes zu betonen, die Opfer, die russische Luftangriffe unter der Zivilbevölkerung verursachten, die moralisch verwerfliche Zusammenarbeit mit dem Machthaber Baschar al-Assad, der rücksichtslos gegen eine militärische Opposition vorgeht, mit der die französische Regierung und die Leitmedien offen und pauschal, also wenig differenziert, sympathisierten.

Am Mittwoch, dem 13. September, erschien in Le Monde ein Artikel über eine Analyse des Militärhistorikers Michel Goya, der einen anderen Blick auf den russischen Militäreinsatz wirft. Die Überschrift gibt die Richtung vor: „Warum die russische Militärintervention in Syrien ein Erfolg ist.“

Die kurze Begründung lautet: Weil der russische Einsatz sein primäres politisches Ziel, die Rettung der Regierung Baschar al-Assad, die in großen Schwierigkeiten steckte, mit großer Effizienz erreicht und dazu beigetragen hat, auch den militärischen Sieg wahrscheinlich zu machen. Zwar sei der Krieg in Syrien noch weit von seiner Beendigung entfernt, aber er könne nun nicht mehr von Baschar al-Assad verloren werden.

Im Orginal spricht Colonel Goya, der eine Karriere in der französischen Armee gemacht hat und sich als Autor auf moderne Kriegsführung spezialisiert hat, vom „syrischen Regime“; das soll dem Leser vorab signalisieren, dass es sich hier nicht um einen „Assadisten“ handelt, der ein Fan gleich ein Loblied auf die syrische Herrschaft singt.

Goya beurteilt in seiner Analyse nicht die Politik, sondern lediglich das militärische Vorgehen. In einem früheren Artikel, den er im Dezember letzten Jahres im Figaro zum Kampf um Aleppo veröffentlichte, nennt Goya Assad einen „salaud“,was mit Schweinehund oder noch Derberem übersetzt werden kann.

Sein aktuelles Resümée dürfte westlichen Militärs nicht gefallen. Russland habe seine Ziele mit dem Einsatz von vergleichsweise beschränkten Mitteln erreicht, stellt er fest. Nach seiner Analyse hatte Russland etwa 4.000 bis 5.000 Truppen und 50 bis 70 Flugzeuge als hauptsächliche Streitmacht im Einsatz. Die Kosten von etwa 3 Millionen Euro pro Tag würden geschätzt etwa ein Viertel oder ein Fünftel dessen betragen, was die US-amerikanischen Bemühungen in der Region benötigen.

Er stellt auch einen Vergleich mit der französischen Anti-IS-Militäroperation „Chammal“ in Syrien und im Irak an, der bei Einsatz von 1.200 Soldaten und 15 Flugzeuge geschätzt eine Million Euro am Tag kostet. Goya stellt den durchschnittlich 6 täglichen Flugzeugeinsätzen der Franzosen durchschnittlich 33 täglichen Einsätzen der russischen Flugzeuge gegenüber.

Angesichts der Resultate ist es unbestreitbar, dass die Russen eine „operationelle Produktivität“ (bezüglich der eingesetzten Mittel und der strategischen Effekte) haben, welche diejenige der Amerikaner und der Franzosen weit übertrifft.

Michel Goya

Ein weiterer Unterschied sei, dass der russische Militäreinsatz von Anfang an umfassender konzipiert und umgesetzt worden sei und mit Überraschungsmomenten arbeitete. Anders als bei den Amerikanern, die strategisch mit Stückwerk operierten – eine Phase der Erklärungen, stufenweise Verstärkungen -, habe sich Russland von Anfang an massiv und vollständig engagiert.

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Tunesien: Musliminnen müssen nicht mehr Muslime heiraten

Noch immer leiden viele Frauen in Tunesien unter Diskriminierung und Gewalt. – REUTERS
Seit 1973 durften muslimische Tunesierinnen keine andersgläubige Männer heiraten. Nun wurde das Verbot aufgehoben.

Die Presse.com

Tunesische Musliminnen können in ihrer Heimat künftig nichtmuslimische Männer heiraten. Sämtliche Bestimmungen, die derartige Partnerschaften bisher untersagten, seien für null und nichtig erklärt worden, teilte das Präsidialamt am Donnerstag in Tunis mit. Das bisherige Verbot hatte nur muslimische Frauen betroffen. Kritiker werteten es als diskriminierend und forderten seit langem eine Abschaffung der Verfügung von 1973 und nachfolgender Bestimmungen.

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Stiftung wehrt sich gegen Lutherbild auf NPD-Wahlplakat

links: Bildnis von Gewalt gegen Juden entstanden 1250 ;rechts: „Von den Juden und ihren Lügen“: mit dieser Schrift begann Martin Luthers Serie judenfeindlicher Schriften von 1543. Bild: zu-Daily.de
Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt wehrt sich gegen die rechtswidrige Verwendung des Luther-Konterfeis auf Wahlplakaten der rechtsextremen NPD.

evangelisch.de

Die Stiftung habe eine außergerichtliche Aufforderung auf Unterlassung an die Partei geschickt, sagte eine Sprecherin der Stiftung dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag in Wittenberg. Ursprünglich wäre die Frist an diesem Donnerstag abgelaufen. Dann hätte die Stiftung, falls die NPD nicht reagiert hätte, eine einstweilige Verfügung auf Unterlassung eingereicht.

Das Ziel, dass die Plakate abgehängt werden, konnte allerdings bisher noch nicht erreicht werden. Die NPD spielt offenbar auf Zeit und hat zunächst eine Fristverlängerung bis zum kommenden Montag beantragt. Erst dann entscheidet sich, ob die Stiftung eine einstweilige Verfügung erwirkt. Am 24. September wird allerdings bereits ein neuer Bundestag gewählt. Danach müssen alle Wahlplakate wieder zügig abgehängt werden.

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Salafisten haben kein Anrecht auf deutsche Staatsbürgerschaft

Ismail Tipi (2013), Bild. wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 – Gerd Seidel
Integrationsexperte Ismail Tipi (CDU) begrüßt Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster

kath.net

Ein mutmaßlicher Salafist hat auf Einbürgerung geklagt. Damit scheiterte er jetzt vor dem Oberverwaltungsgericht Münster. Die Begründung: Es gebe Anhaltspunkte, dass er Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung unterstützt habe. Zu der Klage kam es, da die Stadt Wuppertal die Einbürgerung abgelehnt hatte.

„Damit ist wieder eine gute und klare Entscheidung getroffen wurden. Jemand, der zur salafistischen Szene gehört, einen radikalen Islam propagiert und sich damit gegen unsere Demokratie, unsere Werte und unsere Grundgesetze wendet, hat kein Anrecht darauf eingebürgert zu werden. Das müssen wir ganz deutlich sagen“, sagte dazu der hessische Landtagsabgeordnete und CDU-Integrationsexperte Ismail Tipi, wie einer Pressemeldung zu entnehmen ist.

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Saturn’s Cassini Orbiter (1982-2017)

Earth/Saturn size comparison. Image: NASA
On Friday, Cassini will vaporize itself in Saturn’s skies.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

The Cassini orbiter is ready to die. Nearly 20 years after it departed Earth, and 13 years after it arrived at Saturn, the workhorse spacecraft is nearly spent. Its fate was orbitally sealed on Monday, when it flew by Titan, Saturn’s largest moon, for one last gravity assist. Mission leads dubbed this Cassini’s „goodbye kiss.“

It was also a kiss of death, as Titan swung Cassini towards its final destination. On Friday at around 6:32 AM ET, the spacecraft will plunge into the ringed gas giant. It will radio back data for as long as possible, capturing a taste of Saturn’s atmosphere and the closest visuals of the planet humankind has ever witnessed, before it meteorically vaporizes in the skies, a dramatic end to its tenure as the most productive interplanetary orbiter in decades.

„There isn’t anything like Cassini,“ Jonathan Lunine, a planetary scientist who has worked on Cassini-Huygens from its inception, told me at his Cornell University office in Ithaca, New York. „Now, it’s going to be in my mental rearview mirror. It’s going to be a strange feeling.“

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Erste Frau leitet evangelisches Militärdekanat

Symbolbild. Militärpfarrer spenden gemeinsam den Segen
Erstmals wird ein evangelisches Militärdekanat in Deutschland von einer Frau geführt: Die Theologin Petra Reitz wurde im rheinisch-bergischen Rösrath als Leitende Dekanin des Militärdekanats Köln offiziell in ihr Amt eingeführt.

EKD

Die 55-Jährige ist damit für die Militärseelsorge in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zuständig. Die vier evangelischen Militärdekanate in Köln, Kiel, München und Berlin bilden die Mittelebene der evangelischen Militärseelsorge.

Im Gottesdienst zu ihrer Amtseinführung hob Reitz die Bedeutung von Verantwortung und eigenständiger Entscheidung hervor. Wo alter „Hurra-Patriotismus“ ausgedient habe, sei es die Entscheidung für die Grundwerte der Demokratie und des Grundgesetzes, die Menschen in die Pflicht nehme, sagte Reitz laut Redetext vor Soldaten aus ihrem Dekanat.

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Gegen Scheidungen nach Scharia-Recht

Der Europäische Gerichtshofs in Luxemburg. (Foto: dpa)
  • Der EU-Generalanwalt Saugmandsgaard Øe hat sich dafür ausgesprochen, Privatscheidungen nach Scharia-Recht generell nicht mehr anzuerkennen.
  • Sollte der EuGH diesem Antrag folgen, hätte das Auswirkungen auf die deutsche Rechtspraxis.
  • Deutsche Gerichte lehnen solch eine Scheidung nicht grundsätzlich ab. Sie müssen aber prüfen, ob sie mit fundamentalen Grundsätzen des deutschen Rechts vereinbar ist.

Von Wolfgang Janisch | Süddeutsche.de

Noch hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) kein abschließendes Urteil gefällt. Aber sollte sich der an diesem Donnerstag vorgelegte Schlussantrag des Generalanwalts durchsetzen, wird die deutsche Justiz bei der Anerkennung ausländischer Scheidungen namentlich aus islamischen Staaten deutlich restriktiver entscheiden müssen als bisher. Denn nach dem Vorschlag des dänischen Juristen Henrik Saugmandsgaard Øe sollen sogenannte Privatscheidungen, wie sie von Geistlichen eines Schariagerichts ausgesprochen werden, generell nicht mehr anerkannt werden. Und zwar deshalb, weil sie Frauen keinen gleichberechtigten Zugang zum Scheidungsverfahren böten und daher diskriminierend seien.

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