London: Ein Knall, dann ein Feuerball


Nach einem Terroranschlag auf die Londoner U-Bahn Station Parsons Greene hat die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. (Foto: AP)
  • In der Londoner U-Bahn-Station Parsons Green ist am Morgen eine selbstgebaute Bombe explodiert und hat 22 Menschen verletzt.
  • Augenzeugen berichten, es habe einen Knall gegeben, dann sei ein „Feuerball“ in die Luft gestiegen.
  • Ersten Einschätzungen zufolge war der Brandsatz eher laienhaft gebaut und ist deshalb nicht vollständig explodiert.

Von Cathrin Kahlweit | Süddeutsche.de

IED bedeutet in der Sprache der britischen Polizei „improvisierter explosiver Gegenstand“, und das war es auch, was für Laien auf den ersten Fotos aus dem U-Bahn-Waggon zu erkennen war, die Passanten nach dem Anschlag in Londonin den sozialen Netzwerken hochgeladen hatten: eine Lidl-Tüte, ein weißer Plastik-Eimer, darin verkohlte Kleider, an den Seiten hingen einige Kabel heraus.

Fast wirkte das Corpus Delicti ein wenig lächerlich, aber nichts kann mehr lächerlich sein in einer Stadt, die vier Terroranschläge allein in diesem Jahr zu ertragen hatte. 22 Verletzte wurden nach der Attacke, deren Hintergründe zunächst im Dunklen blieben, in Londoner Krankenhäusern behandelt: Einige hatten Brandverletzungen erlitten, weil sie neben der Tür des Waggons nah an den Flammen gestanden hatten, die meisten aber waren bei der auf die Explosion folgende Panik verletzt worden – die nur deshalb nicht weiter eskalierte, weil sich die Türen der U-Bahn in just dem Moment öffneten, als um 8.20 Uhr ein Feuerball aus dem Eimer aufstieg.

weiterlesen