Warum „glauben“ Sie den Fakten nicht?


Foto: APA/AFP/RYAN MCBRIDE Die Wissenschaft steht vor einem Problem: Faktenresistenz
Menschen klammern sich an Behauptungen, die bewiesenermaßen unwahr sind. Doch warum? Forscher haben herausgefunden, wann Menschen besonders empfänglich dafür sind, an „alternative Fakten“ zu glauben.

Von Jürgen Klatzer | kurier.at

Es gibt Dinge, über die sich hervorragend streiten lässt. Zum Beispiel der Musikgeschmack des Nachbarn oder die Kindererziehung des befreundeten Paares. Was für den einen gut und richtig ist, kann für den anderen schlecht und falsch sein. Deshalb ziehen sich die Diskussionen mit Nachbarn und Freunden in die Länge.

Dann gibt es aber Themen, die schnell geklärt sind. Beispielsweise der von Menschen gemachte Klimawandel, Darwins Evolutionstheorie oder dass Aids durch den HIV-Virus ausgelöst wird. Trotzdem zweifeln Menschen an Fakten, und schenken Informationen Glauben, die bewiesenermaßen unwahr sind. So halten sie Impfungen für ein gefährliches Gift, die biblische Schöpfungsgeschichte für einleuchtend und die Erderwärmung für ein „Konzept der Chinesen, um die amerikanische Wirtschaft zu schwächen“ (Donald Trump).

Wieso ignorieren wir Fakten?

Doch wieso negieren Menschen Fakten? Sind sie schlecht informiert? Nein, sagt der deutsche Psychologe Tobias Rothmund. „Wir tendieren aber dazu, Fakten vor dem Hintergrund unserer persönlichen Einstellungen und Motivationen zu bewerten.“

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