Geschlechtsneutrale Kinder-Kleidung löst Sturm der Entrüstung aus


Aktuelle Unisex-Kindermode von Zara Quelle: ZARA.com
Ein Londoner Kaufhaus unterscheidet nicht länger zwischen Jungen- und Mädchen-Kleidung und bietet eine geschlechtsneutrale Bekleidungslinie an. Verärgerte Bürger laufen dagegen Sturm. Das aber widerspricht dem Zeitgeist.

Von Claudia Wanner | DIE WELT

Auf dem Papier scheint die britische Insel der natürliche Kandidat, eine Revolution der traditionellen Kleiderordnung anzuzetteln. Seit über 500 Jahren ist der Schottenrock auf der Insel akzeptiertes Beinkleid für den Herrn. Auch wenn er lange vorrangig im unwegsamen Hochland des Nordens seinen Schwerpunkt hatte: Heute wird der Faltenrock aus Wolle – maßgeschneidert und im klassischen Karostoff – bei festlichen Veranstaltungen im ganzen Land getragen, bei Hochzeiten, Bällen, Empfängen.

Doch britische Gelassenheit war Fehlanzeige, als eine große Kaufhauskette ankündigte, dass sie Kinderkleidung nicht mehr getrennt nach „Mädchen“ und „Jungen“ ausweist, sondern sie wahlweise mit „Jungen & Mädchen“ oder „Mädchen & Jungen“ beschriftet. Auch auf separat ausgewiesene Bereiche für die jungen Kunden in den Geschäften will John Lewis künftig verzichten.

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