Auf offener Straße vergewaltigt

  • Die 16-Jährige wollte mit den drei Männern von Höhenkirchen-Siegertsbrunn nach München fahren.
  • Auf dem Weg fallen zwei über sie her und vergewaltigen sie, einen dritten Übergriff verhindert ein mutiger Augenzeuge.
  • Die zwei mutmaßlichen Vergewaltiger sitzen inzwischen in Untersuchungshaft, der dritte ist wieder auf freiem Fuß.

Von Martin Bernstein | Süddeutsche.de

Drei junge Männer sind am Freitagabend mitten in Höhenkirchen-Siegertsbrunn über eine 16 Jahre alte Münchner Schülerin hergefallen, die mit ihnen zusammen zum S-Bahnhof gehen wollte. Zwei 27 und 17 Jahre alte Afghanen vergewaltigten die Jugendliche auf offener Straße; der dritte Täter, 18 Jahre alt, wurde von einem couragierten Passanten, der dazwischenging, in letzter Minute verjagt.

Weil so viele Anwohner, die das Geschehen auf der Haringstraße mitbekommen hatten, sofort die Polizei alarmierten, gelang es dieser mit einem Großaufgebot, die drei mutmaßlichen Täter noch am Ort zu stellen und festzunehmen. Ein Polizeisprecher lobte die Zivilcourage der Augenzeugen. Die beiden mutmaßlichen Vergewaltiger aus Großkarolinenfeld und Germering sitzen nun in Untersuchungshaft. Bei dem dritten Mann aus Emmering sah ein Haftrichter keine Wiederholungs-, Flucht- oder Verdunkelungsgefahr, die einen Haftbefehl rechtfertigen würde.

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LAMPEDUSA: Flüchtlinge ziehen durch Straßen – „Wir sind in Anarchie gestürzt“

Themenbild. dpa
Auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa schlägt der Bürgermeister Alarm wegen Flüchtlingen, die sich betrinken und Passanten anpöbeln. Es fehlten polizeiliche Kontrollen, die öffentliche Sicherheit sei bedroht.

DIE WELT

Der Bürgermeister von Lampedusasieht die öffentliche Sicherheit durch Migranten und fehlende Kontrollen durch Polizeikräfte auf der Mittelmeerinsel bedroht. „Im vergangenen Monat sind wir in die Anarchie gestürzt, die Regeln des bürgerlichen Lebens werden nicht respektiert“, sagte Salvatore Martello der Zeitung „La Repubblica“.

Lampedusa stand lange im Mittelpunkt der Flüchtlingskrise. Mittlerweile kommen aber weniger Migranten dort an: Von mehr als 100.000 in Italien insgesamt waren es auf Lampedusa in diesem Jahr rund 6200. In den Erstaufnahme-Einrichtungen werde aber zu wenig kontrolliert, ob sich die Ankömmlinge dort überhaupt aufhielten, beklagte Martello.

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«Reformatoren fühlten sich vom humanistischen Denken angezogen»

Der Historiker Jan-Friedrich Missfelder erforscht Renaissance und Reformation. Die Verbindung sieht er im Humanismus.

Interview Christa Miranda | SRF

SRF: Wie sind Renaissance und Reformation miteinander verknüpft?

Jan-Friedrich Missfelder: Die Renaissance kann als übergreifende Epoche verstanden werden. Sie schliesst auch die Reformation mit ein. Die Verbindung ergibt sich vor allem über den Humanismus: Humanisten forderten damals «ad fontes», also «zurück zu den Quellen».

Zu welchen Quellen?

Zu den antiken Quellen, aber natürlich auch zu den christlichen Quellen: zu den Texten der Bibel und jenen der Kirchenväter.

Die Kirchenkritik verbindet einzelne Vertreter des Humanismus mit den Reformatoren. Beide übten Kritik an den Zuständen in den Kirchen, Kritik an Formen der Frömmigkeit, aber auch an Autoritäten. Dabei bezogen sie sich auf die wiederentdeckten Urtexte.

Wie kommt es, dass sich die beiden Grossereignisse in der gleichen Zeit und fast am gleichen Ort entwickelten?

Viele Reformatoren fühlten sich vom humanistischen Denken angezogen und entwickelten es weiter. Aber natürlich lässt sich das eine nicht unmittelbar vom anderen ableiten.

In Italien, dem Heimatland der Renaissance und Ursprungsland des Humanismus, gab es keine erfolgreichen reformatorischen Bewegungen. Es gab zwar solche Bewegungen, aber sie scheiterten.

«  Luther interessierte sich wohl schlicht nicht für naturwissenschaftliche Entdeckungen. »

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Warum eine Scharia-Scheidung in Europa gelten sollte

Vor dem Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg wird über die Anerkennung einer Scharia-Scheidung verhandelt.FOTO: DPA
Bisher wurden Scheidungen nach Scharia-Recht in Europa akzeptiert, wenn der Einzelfall das hergab. Dass sich das jetzt ändern soll, wäre falsch.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESSPIEGEL

Dass Frau und Mann dieselben Rechte haben sollten, hat sich, wie bekannt ist, leider noch nicht überall herumgesprochen. Jetzt sendet der Europäische Gerichtshof (EuGH) eine starke Botschaft. Scheidungen nach islamischem Recht sollen in EU-Ländern nicht mehr länger anerkannt werden. Die Scharia diskriminiere Frauen, schreibt der EuGH-Generalanwalt in seinem Votum für ein aus Deutschland stammendes Verfahren.

In den meisten Fällen folgen die Richter dem Urteilsvorschlag ihres Kollegen. Hier sollten sie es nicht tun. Das Votum ist ein Beispiel dafür, wie ein Gutmeinender das Gegenteil von dem schafft, was er im Sinn hat. Es wäre zu begrüßen, wenn sich der Rest der Welt das Eherecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs zum Vorbild nähme. Aber die Realität sieht anders aus.

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INTERVIEW MIT EINEM CYBORG : „Ich wurde gehackt und es war gut“

Bild: FAZ.net
Neil Harbisson ist farbenblind und hat sich eine Antenne in den Schädel verpflanzen lassen, mit der er Farben hören kann. Warum er die Putzmittelabteilung in Supermärkten liebt und auch anderen Menschen empfiehlt, Cyborgs zu werden.

Von Nadine Bös | Frankfurter Allgemeine

Herr Harbisson, Sie können Farben hören. Wie klingt eine rote Ampel für Sie?

Das hängt ein bisschen von der Ampel ab. Es gibt verschiedene Rottöne bei Ampeln. Nicht alle haben ein pures Rot. Es sind verschiedene Abstufungen der Note F: F und Fis. Eine tiefe Note.

Können Sie das mal vorsingen?

Nein, ich bin kein guter Sänger. Ich kann die Farben nicht wirklich singen. Wenn wir jetzt ein Instrument hätten, wäre das was anderes. Nein, eine rote Ampel singen, das krieg ich nicht hin.

Mögen Sie lieber eine grüne Ampel versuchen?

Ich bin wirklich kein guter Sänger. Ich habe schon mal versucht, Farben zu singen, aber ich habe es immer bereut, weil es nicht klingt, wie es soll.

Schade! Sonst hätten Sie uns einen Regenbogen vorsingen können…

Ok, also Rot ist sehr tief, so hmmmmm, und dann kommt Orange, Grün und so weiter – es klingt wie eine einfache Tonleiter von F bis F. Rot ist das tiefste, danach kommt Orange, Gelb, Grün, Türkis, Blau und zum Schluss Violett. Eigentlich ist das tiefste Infrarot und das höchste Ultraviolett, die kann ich auch über die Antenne wahrnehmen. Es gibt Tausende Infrarot- und Ultravioletttöne, für den Menschen sind sie aber alle eigentlich unsichbar.

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Mit den Frauen kam das Wissen

Grab einer der Frauen, die aus der Fremde kamen, im Lechtal südlich von Augsburg. Foto: Stadtarchäologie Augsburg
Am Übergang von der Stein- zur Bronzezeit kamen viele Frauen nach Süddeutschland, um dort Familien zu gründen. Mit ihnen kam das Know-how der Metallverarbeitung

Von Andrea Naica-Loebell | TELEPOLIS

Eine neue Studie zeigt, dass über Jahrhunderte hinweg am Übergang zur Bronzezeit im bayerischen Lechtal erwachsene Frauen zuzogen und vor Ort ansässige Männer heirateten. Mit ihnen kam das Wissen aus ihren Herkunftsregionen, sie sorgten für kulturellen Austausch und den Transfer technischer Fähigkeiten.

Naturwissenschaftliche Methoden wie die Genetik und die Isotopenanalyse verhelfen der Frühgeschichte zu ganz neuen Erkenntnissen. In der Wissenschaftszeitschrift PNAS veröffentlicht ein deutsches Forscherteam ihre Studie (Female exogamy and gene pool diversification at the transition from the Final Neolithic to the Early Bronze Age in central Europe) über die Herkunft von 84 Individuen, die zwischen 2500 und 1650 v.Chr. im Lechtal südlich von Augsburg bestattet wurden. Philipp Stockhammer vom Institut für Vor- und Frühgeschichte der LMU München, Corina Knipper vom Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie, Alissa Mittnik und Johannes Krause vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte sowie Kollegen untersuchten die Skelette, die in Gräbern in Augsburg, Haunstetten, Königsbrunn und Wehringen lagen (vgl. Was war vor 4000 Jahren an der SGL-Arena?).

Der Lößboden im Lechtal war fruchtbar, in der frühen Bronzezeit lebten hier Ackerbauern und Viehzüchter. Ihre Vorfahren waren etwa 3000 Jahre zuvor über das Karpatenbecken aus Anatolien und Syrien eingewandert (vgl. Die ersten europäischen Bauern waren Migranten). In den letzten Jahrzehnten wurden in der Region mehr als 400 frühgeschichtliche Gräber entdeckt und ausgegraben, viele waren geplündert, einige enthielten aber noch reiche Grabbeigaben, die den Wohlstand der lokalen Bevölkerung in der Kupfer- und Bronzezeit spiegeln.

Aus diesem Pool untersuchten die Forscher für die aktuelle Studie nun 84 Skelette genauer. Die sieben Gräberfelder lassen sich einzelnen Gehöften zuordnen und enthalten Verstorbene der jeweiligen Sippe über mehrere Generationen. „Die Gehöfte reihten sich entlang einem fruchtbaren Lössrücken in der Mitte des Lechtals. Größere Dörfer gab es zu dieser Zeit im Lechtal nicht“, erklärt Philipp Stockhammer.

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China: Kirchenbesuch für Kinder bald verboten?

China topologisch (CC-by-sa/3.0 by Dubaduba, Wiki Commons)
Die Anwesenheit von Kindern in den Kirchen wurde bislang geduldet. Nun könnte sich dies ändern, nachdem neue Massnahmen erlassen wurden. Mehrere Provinzen sind davon betroffen.

kath.net

Während des Sommers erhielten die Kirchgemeinden der Provinz Henan ein offizielles Schreiben. Darin wurde ihnen jegliche Art von Aktivitäten für Jugendliche untersagt, «um die Gesundheit und die Sicherheit der Jugendlichen während der sommerlichen Hitze sicherzustellen». In den Nachbarprovinzen wurden restriktivere Bestimmungen herausgegeben: «Den Schülern und Lehrkräften wird verboten, zur Kirche zu gehen.» Begründet wird dies mit einem Gesetz, das es untersagt, «Jugendliche unter Druck zu setzen oder zu beeinflussen, so dass sie einer beliebigen Religion Glauben schenken.»

Allerdings berichtet das katholische Nachrichtenportal UCAN von einem Erlass in Wenzhou, einer bezirksfreien Stadt im Süden der Provinz Zhejiang, der ein anderes Motiv anführt: «Minderjährige, die zu früh religiösem Unterricht und Schulung in Kirchen ausgesetzt würden, sind ein Hindernis für die reibungslose Implementierung des Erziehungssystems.» Diese neuen Bestimmungen gelten für vier Provinzen im Süd-Osten Chinas (Fujian, Zhejiang, Jiangsu und Henan) und der autonomen Region der Inneren Mongolei, alles Gegenden, in denen die Christen einen grossen Prozentsatz der Bevölkerung ausmachen.

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Mykonos-Attentat: Mord im Namen der Mullahs

Die Tatwaffe, mit der Sharif die Kurden im Mykonos erschoss.NOWAK (2), POLIZEI, DPA (2), AP, ZEICHNUNGEN: CHRISTINE BÖER
Iranische Agenten stürmen ein Restaurant in Berlin, erschießen vier Exilanten. Genau 25 Jahre ist das her. Rekonstruktion eines Verbrechens, das die Weltpolitik erschütterte.

Von Hannes Heine | DER TAGESSPIEGEL

Wenn der Sommer in den Herbst übergeht, sich in Berlin die ersten Blätter färben, wird Parviz Dastmalchi nervös. Je näher der 17. September rückt, desto wilder träumt er. Seit 25 Jahren geht das so. Auch wenn die nächtlichen Bilder heute nicht mehr so aufwühlend sind wie in den Neunzigern. In seinen Träumen damals raste Dastmalchi über die Autobahn, auf der sich plötzlich Blöcke türmen, er kann nicht bremsen – und wacht im Moment des Aufpralls auf. Oder der Traum mit dem Galgen: Dastmalchi im Iran, zum Tode verurteilt, die Schlinge reißt bei der Hinrichtung.

Seinen eigenen Tod träumt man nicht. Der Mensch wacht rechtzeitig auf. Beim Psychologen war Dastmalchi nur einmal. Damals, vor 25 Jahren. „Was sollte der erzählen?“, fragt Dastmalchi. „Ich wusste, was ich erlebt habe.“

Heute weiß nicht nur er es. Parviz Dastmalchi überlebte Berlins erstes islamistisches Attentat. Als Zeuge trat er in einem der weltweit spektakulärsten Prozesse wegen Staatsterrors auf. Und Dastmalchi trug dazu bei, dass der Iran heute kritischer betrachtet wird als damals – ja, dass der Blick auf fundamentalistische Anschläge und konfessionelle Schlachten im Nahen Ostenein anderer wurde. In jenen Tagen rückten auch die Kurden ins öffentliche Bewusstsein. Sie sind daraus, wie aktuelle Nachrichten zeigen, nicht verschwunden.

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Vatikan lehnt Aufhebung der Immunität eines Diplomaten in den USA ab

Einem Diplomaten aus dem Vatikan wird in den USA zur Last gelegt, kinderpornografische Bilder angeschaut zu haben. Der Mann wurde zurück nach Rom beordert. Dort soll der Fall nun untersucht werden.

DIE WELT

Ein Mitglied des Diplomatischen Korps des Vatikan in den USA ist wegen des Verdachts, kinderpornografische Bilder angeschaut zu haben, von seinem Posten in Washington zurückbeordert worden.

Wie der Heilige Stuhl am Freitag mitteilte, befindet sich der Priester derzeit in Vatikanstadt. Dort wurden vertrauliche Ermittlungen eingeleitet.

Das US-Außenministerium teilte mit, es habe den Vatikan gebeten, die diplomatische Immunität des Priesters aufzuheben. Der Vatikan habe dies jedoch abgelehnt. Der Vatikan erklärte, es sei üblich, dass souveräne Staaten in derartigen Fällen ihre Diplomaten zurückrufen.

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Hamas will Herrschaft über Gazastreifen abgeben

Ezzedine al-Qassam Brigaden – APA/AFP/SAID KHATIB
Die Regierung von Palästinenserpräsident Abbas sei eingeladen, „in den Gazastreifen zu kommen und ihre Aufgaben sofort zu übernehmen“. Die Fatah reagiert verhalten positiv.

Die Presse.com

Die seit zehn Jahren im Gazastreifen herrschende Hamas hat sich bereit erklärt, die Verwaltung des mit einer Blockade Israels und Ägyptens belegten Küstenstreifens am Mittelmeer abzugeben.

Die radikal-islamische Palästinenserorganisation teilte am Sonntag mit, sie lade die Regierung von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas im Westjordanland dazu ein, „in den Gazastreifen zu kommen und ihre Aufgaben sofort zu übernehmen“. Es wurde jedoch damit gerechnet, dass die Hamas die Kontrolle ihrer Sicherheitskräfte behält.

„Ergebnis großzügiger Bemühungen von Ägypten“

In der Stellungnahme akzeptierte die Hamas weitere Schlüsselforderungen der rivalisierenden, moderateren Fatah-Organisation von Abbas für eine innerpalästinensische Versöhnung. Die Hamas erklärte sich bereit, ihr Verwaltungskomitee für den Gazastreifen aufzulösen. Außerdem stimme die Organisation allgemeinen Wahlen zu, hieß es in der Mitteilung. Der Schritt sei Ergebnis „großzügiger Bemühungen von Ägypten, eine palästinensische Versöhnung herbeizuführen“.

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„IS-MÄDCHEN“ AUS SACHSEN: Linda W. droht im Irak die Todesstrafe

Themenbild.
Der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi hat sich zu dem 16-jährigen „IS-Mädchen“ aus Sachsen geäußert. Die Justiz werde über eine mögliche Todesstrafe entscheiden. Ihr Alter bewahre das Mädchen nicht davor.

DIE WELT

Der 16-jährigen Deutschen Linda W. droht im Irak die Todesstrafe. Der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi sagte am Samstag, die Justiz seines Landes werde entscheiden, ob W. mit der Todesstrafe rechnen muss.

„Teenager sind bestimmten Gesetzen zufolge verantwortlich für ihre Taten, besonders, wenn diese Tat eine kriminelle Handlung ist, wenn es um die Tötung unschuldiger Menschen geht“, sagte al-Abadi in einem exklusiven Interview mit der Nachrichtenagentur AP. W. befinde sich weiterhin in einem Gefängnis in Bagdad.

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Eva und die Schlange – ihre wahre Geschichte

Bild: Lucas Cranach d. Ä. 1530 (public domain)
Sie hat mit Adam die Sünde in die Welt gebracht. Kulturforscher Stephen Greenblatt sagt, wie das Märchen von Eva und der Schlange bis heute unser Denken über Tod, Sex und Moral beeinflusst.

Von Johann Grolle | SpON

Es war einmal eine Katastrophe. Eine Katastrophe, die sich nur in den Köpfen vollzog. Doch richtete sie mehr Verheerungen an als jedes Erdbeben und jeder Hurrikan. Sie warf die Menschheit um ein Jahrtausend zurück.

Diese Katastrophe schildert jetzt der amerikanische Kulturwissenschaftler Stephen Greenblatt. Aber würde sein Buch nur vom Desaster handeln, sagt er, hätte er es nicht schreiben können. Mehr noch interessiere er sich für das Schöne, das Erhabene, das Großartige. Und auch davon gibt es genug zu erzählen. Denn am Anfang stand eine fast 3000 Jahre alte Geschichte. Und diese, sagt Greenblatt, sei außergewöhnlich, kraftvoll und wunderschön. Sie erzählt von Adam und Eva.

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Ankara bestellt deutschen Botschafter ein

Bild: FB
Die Türkei wirft den deutschen Behörden vor, mit einer Kurden-Demo in Köln „Terror-Propaganda“ genehmigt zu haben.

Süddeutsche.de

Die Regierung in Ankara hat den deutschen Botschafter in der Türkei wegen einer Kurden-Demonstration in Köln ins türkische Außenministerium zitiert. Man verurteile die Veranstaltung der mit den „PKK-Terroristenorganisationen“ verbundenen Gruppen sowie dass die Verbreitung von „Terror-Propaganda“ zugelassen worden sei, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums.

In der Erklärung wird den deutschen Behörden vorgeworfen, sie hätten das Zeigen von Plakaten mit dem Bild des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan erlaubt und zugelassen, dass während der Veranstaltung Reden gehalten wurden. In Köln hatte es am Samstag eine Veranstaltung des Demokratischen Gesellschaftszentrum der Kurden Deutschlands gegeben.

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Diyarbakir – Stadt-Zerstörung und Enteignung

Sur nach der Zerstörung. Bild: heise.de/TP
Die Zerstörung von Städten und Dörfern im Südosten der Türkei dauert unvermindert an. Damit einher geht die Vertreibung der kurdischen Bevölkerung

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Ein UN-Bericht kritisiert die seit 2015 andauernde systematische Zerstörung von Siedlungen und Städte mit überwiegend kurdischer Bevölkerung. Er wirft der Türkei massive Menschenrechtsverletzungen vor: Folter, Gewalt, Mord und Vertreibung. Rund 355.000 Menschen seien im Südosten vertrieben worden. Durch Enteignungen und städtebauliche Veränderungen wie zum Beispiel in Diyarbakir-Sur, erzwingt die Regierung einen ethnischen, sozialen, kulturellen und demografischen Wandel in der Region.

Diyarbakir-Sur 2014: Ein alter Mann sitzt einsam auf einem Hocker und blickt durch eine Lücke in der über 4000 Jahre alten Stadtmauer hinunter auf die weite Ebene mit den Hevsel-Gärten an den Hängen des Tigristals. Innerhalb der Festungsmauer befindet sich die Altstadt, auch Surici oder Sur genannt.

Befand sich die Altstadt, muss man korrekterweise sagen, denn sie existiert fast nicht mehr. Mehr als ein Drittel der Altstadt ist schon abgerissen, die Bewohner vertrieben. Satellitenaufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörung. Eine seit 4000 Jahren besiedelte Stadt mit einer spezifischen Kultur geht unter.

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Sekten und »braune« Esoterik: Sektenbeauftragter Pöhlmann über aktuelle Trends

Matthias Poehlmann Sektenbeauftragter ELKB ©EPV/Harmsen
Vor einer »braunen Esoterik« warnt der Sektenbeauftragte Matthias Pöhlmann. Was unter »rechter« oder »brauner« Esoterik zu verstehen ist – und wie man eine Sekte erkennt.

Sonntagsblatt

Vor einer zunehmenden »braunen Esoterik« hat der Sektenbeauftragte der bayerischen Landeskirche Matthias Pöhlmann gewarnt. Er beobachte häufig »problematische Überlappungen« zwischen politischen Ansichten und Verschwörungstheorien, sagte Pöhlmann im Interview. Diese rechte Esoterik gefährde das demokratische System.

Welche Trends beobachten Sie aus Anlass der Bundestagswahl?

Es gibt erneut einen Trend zu »brauner« oder »rechter« Esoterik. Ich beobachte problematische Überlappungen zwischen politischen Ansichten und Verschwörungstheorien. Ein Beispiel dafür sind die Aktivitäten die sogenannte Friedensweg-Bewegung, deren Initiator Erich Hambach allerlei Verschwörungstheorien verbreitet. Er tritt mit braunen Esoterikern auf, gibt Interviews in höchst fragwürdigen Videokanälen im Internet. So etwas dient nicht zur Stärkung unseres demokratischen Systems.

Es gibt einen beängstigenden Bodensatz für Politikverdrossenheit und Frustration, der sich in Verschwörungstheorien oder im Hass auf die Medien oder das System ausdrückt.

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Lammert kritisiert bestehende „Kirchenspaltung“

„Versöhnte Verschiedenheit“ sei nichts anderes als eine „versteckte Kapitulationserklärung“, kritisierte der Bundestagspräsident beim Ökumenischen Fest in Bochum. Evangelische und katholische Würdenträger widersprechen.

evangelisch.de

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat Protestanten und Katholiken zur Überwindung der „Kirchenspaltung“ aufgerufen. Er könne keine relevanten Glaubensunterschiede erkennen, die die Einheit verhindern könnten, sagte Lammert auf einem ökumenischen Fest am Samstag in Bochum. Nicht der Glaube sei in der Krise, sondern die Institutionen, die den Glauben vermittelten. Zu der Veranstaltung hatten die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), der Deutsche Evangelische Kirchentag, die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der Katholiken eingeladen.

Lammert warb für eine „gelebte Einheit“, die im Zentrum des christlichen Selbstverständnisses stehen müsse. Die Bedeutung von Religion habe weltweit in den vergangenen Jahren eine „erstaunliche Revitalisierung“ erfahren, betonte der Bundestagspräsident. Der vielfach beklagte Glaubensverlust sei damit nicht gegeben und religiöse Normen als ethisch unverzichtbar in den Gesellschaften verankert. Zu beobachten sei aber ein Bedeutungsverlust der Kirche, weil sie ihr „Amtsverständnis“ wichtiger nehme als die Diskussion um den gemeinsamen Glauben.

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Die Pleitetour der Freifrau von Beverfoerde

Hedwig Freifrau von Beverfoerde (2014). Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0 – Metropolico.org
Sie zogen durch neun Städte, um den Menschen zu erklären, warum die Ehe für alle abzuschaffen gehört. Es ist ihnen nicht gelungen. Hedwig von Beverfoerde sollte sich Hobbys suchen. Ein Kommentar.

Von Katja Thorwarth | Frankfurter Rundschau

Fleißig hatten sie die Werbetrommel auf allen Kanälen gerührt: Freifrau Hedwig von Beverfoerde, ihr klerikaler Verein „Demo für alle“ sowie die rechte Splittergruppe CitizenGo um Eduard Pröl. Einen orangefarbenen Bus mit einem Stich ins Braune hatten sie aus Österreich gechartert, unschuldige Jugendliche solange indoktriniert, bis sie freiwillig in das Gefährt stiegen, um einem Kreuzzug gleich durch die Republik zu rasen und ihre Botschaften aus der bundesrepublikanischen Mottenkiste in zehn Städten zu verbreiten. Die Jungs und Mädels in ihren orangenen T-Shirts können einem nur leidtun und sollten sie ein Trauma davontragen – verantwortlich ist dafür einzig die Freifrau von Beverfoerde.

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Wie ein verurteilter Sexualstraftäter die isländische Regierung zu Fall bringt

Islands Premierminister Bjarni Benediktsson © Angela Weiss/AFP
Ein Vertuschungsskandal um einen verurteilten Sexualstraftäter hat Island in eine Regierungskrise gestürzt. Im Zentrum der Affäre steht der Vater des Ministerpräsidenten.

Von Daniel Bakir | stern.de

Dafür, dass Island ein beschaulicher Inselstaat am Rande Europas ist, haben es die politischen Skandale in letzter Zeit in sich. Erst neun Monate ist es her, dass der damalige Regierungschef David Gunnlaugsson nach Enthüllungen in den sogenannten „Pamana Papers“ zurücktreten musste. Er soll eine Beteiligung an einer Briefkastenfirma in einer Steueroase verschwiegen haben.

Nun ist auch die Folgeregierung am Ende und wieder geht es um einen Skandal in höchsten Regierungskreisen. Die isländische Partei Bright Future hat die Koalition mit den Konservativen und den Liberalen aufgekündigt und das Land damit in eine Regierungskrise gestürzt. Der konservative Ministerpräsident Bjarni Benediktsson kündigte am Freitagabend an, dass er Neuwahlen im November wolle. „Wir haben die Mehrheit verloren und ich sehe nicht, dass wir sie wiederherstellen können“, sagte er vor Journalisten. Islands Präsident nahm das Rücktrittsgesuch des Premiers am Samstag Medienberichten zufolge an.

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Orban warnt vor Einwanderung und „Mischvölkern“

Archivbild: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban – REUTERS
Ungarns Premier spielt erneut auf einen angeblichen Plan des US-Milliardärs Soros an. Dieser wolle die Länder Europas dazu zwingen, Einwanderungsländer zu werden.

Die Presse.com

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat vor den seiner Meinung nach drastischen Folgen von Einwanderung gewarnt. Die Länder, die schon zu Einwanderungsländern geworden seien, würden unaufhaltbar zu „Ländern mit einem Mischvolk“ werden, sagte Orban am Samstag in Budapest vor Vertretern der ungarischen Kirchen und Anhängern seiner Regierung.

Orban spielte erneut auf einen angeblichen Plan des US-Milliardärs und Philanthropen George Soros an. Dieser wolle die Länder Europas dazu zwingen, Einwanderungsländer zu werden. Der „Soros-Plan“ zielt nach Darstellung von Orban darauf ab, die Völker Ost-Mitteleuropas „ihrer christlichen und nationalen Identität“ zu berauben.

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Pakistan: Christ zum Tode verurteilt

35-jähriger Christ erwartet in Pakistan Todesstrafe wegen angeblicher Blasphemie.

evangelisch.de

Wegen angeblicher Gotteslästerung per Whatsapp ist in Pakistan ein Christ zum Tode verurteilt worden. Wie pakistanische Medien am Samstag berichteten, wurde der 35-jährige Mann aus der Metropole Lahore am Donnerstag für schuldig befunden. Er war im Juli 2016 angeklagt worden, nachdem ein Freund ihn wegen eines Gedichtes, das er ihm über den Online-Messenger-Dienst Whatsapp geschickt hatte, bei der Polizei angezeigt hatte. Der Anwalt des zum Tod am Galgen verurteilten Mannes will gegen das Urteil Berufung einlegen.

Hintergrund der Anzeige seien persönliche Motive gewesen, sagte  Anwalt Anjum Wakeel. Der Christ habe eine Affäre mit einer muslimischen Frau gehabt, was bei dessen Freund auf Ablehnung gestoßen sei.

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