Wie ein verurteilter Sexualstraftäter die isländische Regierung zu Fall bringt


Islands Premierminister Bjarni Benediktsson © Angela Weiss/AFP
Ein Vertuschungsskandal um einen verurteilten Sexualstraftäter hat Island in eine Regierungskrise gestürzt. Im Zentrum der Affäre steht der Vater des Ministerpräsidenten.

Von Daniel Bakir | stern.de

Dafür, dass Island ein beschaulicher Inselstaat am Rande Europas ist, haben es die politischen Skandale in letzter Zeit in sich. Erst neun Monate ist es her, dass der damalige Regierungschef David Gunnlaugsson nach Enthüllungen in den sogenannten „Pamana Papers“ zurücktreten musste. Er soll eine Beteiligung an einer Briefkastenfirma in einer Steueroase verschwiegen haben.

Nun ist auch die Folgeregierung am Ende und wieder geht es um einen Skandal in höchsten Regierungskreisen. Die isländische Partei Bright Future hat die Koalition mit den Konservativen und den Liberalen aufgekündigt und das Land damit in eine Regierungskrise gestürzt. Der konservative Ministerpräsident Bjarni Benediktsson kündigte am Freitagabend an, dass er Neuwahlen im November wolle. „Wir haben die Mehrheit verloren und ich sehe nicht, dass wir sie wiederherstellen können“, sagte er vor Journalisten. Islands Präsident nahm das Rücktrittsgesuch des Premiers am Samstag Medienberichten zufolge an.

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