Milli Görüs: Ex-Funktionäre sollen betrogen haben


Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Frühere Funktionäre der islamistischen Organisation Milli Görüs sollen nicht nur den Fiskus betrogen haben, sondern auch Zehntausende Muslime. Nun beginnt in Köln der Prozess – er könnte politischen Wirbel auslösen.

Von Ansgar Siemens | SpON

Der Prozess, der am Montag in Saal 112 des Kölner Landgerichts beginnt, birgt Stoff für einen Skandal. Wenn stimmt, was die Ankläger der Staatsanwaltschaft Köln vermuten, dann haben Ex-Funktionäre der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) über Jahre nicht nur den deutschen Staat gelinkt – sondern womöglich Zehntausende Muslime im Land. Deren Spenden wären in die Türkei geflossen, um dort Islamisten zu unterstützen.

Steuerhinterziehung und Betrug in Millionenhöhe lauten die Vorwürfe gegen Osman D., Ex-Vorstandschef der IGMG, den ehemaligen Vize Ali B. und gegen Oguz Ü, vormals Generalsekretär. Angeklagt für jeweils einen der Vorwürfe sind zwei IGMG-Mitarbeiter. Und bevor Marc Hoffmann, Vorsitzender Richter der 12. Großen Strafkammer, die erste Sitzung eröffnet, zeichnet sich bereits ab, dass der Fall auch politisch brisant sein könnte.

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