Berlin: Lieber eine tote Ratte als ein krankes Kind


In Berlin sind viele Parks und Spielplätze gesperrt, weil sich dort Ratten herumtreiben, die gefährliche Krankheiten übertragen können. Der Grund für die aktuelle Plage ist ein ganz einfacher.

Von Anna Kröning | DIE WELT

Der Spielplatz ist mit Bauzäunen und einem Schloss verriegelt, daneben hängt ein Zettel: „Der Bereich ist wegen einer Schädlingsbekämpfung vorübergehend gesperrt“. Schon seit vier Wochen ist es still im Heinrich-Zille-Park in Berlin-Mitte, die Rutsche bleibt unbenutzt und kein Kind spielt im Sand. Eine Frau mit einem kleinen Jungen an der Hand kommt die Bergstraße entlang und bleibt vor dem Tor stehen. „Was soll das denn? Hier war doch immer auf?“ Der Junge will zur Rutsche, doch die Mutter zieht ihn weg.

Der Spielplatz in der Bergstraße ist einer von vielen öffentlichen Plätzen, die derzeit in der Hauptstadt gesperrt sind – wegen Ratten. Die Stadt kämpft gegen die Schädlinge, die mehr als 70 verschiedene Krankheiten wie Salmonellen, Borreliose, Tollwut, Leptospirose und Tuberkulose übertragen können.

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