Rechtspopulismus: De Maizière versteht die Ostdeutschen nicht


FOTO: MATTHIAS BALK DPA
Der Minister macht die „Veränderungsmüdigkeit“ der Ostdeutschen für den dortigen Erfolg der Rechtspopulisten verantwortlich. Wer so argumentiert, hat wenig verstanden.

Von Antje Sirleschtov | DER TAGESSPIEGEL

Als Gitta Schüßler vor 13 Jahren für die NPD in den sächsischen Landtag einzog, fragten sich viele erschrocken, wie es passieren konnte, dass sich eine 40 Jahre alte Mutter mehrerer Kinder, Buchhändlerin zumal, in einer rechtsradikalen Partei engagiert. Für Schüßler lag die Antwort auf der Hand: Nach der Wende schlossen in ihrer Heimat erst die Betriebe, dann die Grundschulen und zum Schluss ließ man die wenigen Lehrer mit russlanddeutschen Zuzüglern, die kaum Deutsch sprachen, allein. In dieses politisch-gesellschaftliche Vakuum sprang die Frau hinein.

Wenn an diesem Sonntag die Wahllokale geschlossen sind, werden wohl in Ostdeutschland viele Wähler ihre Stimme wieder einer radikalen Partei, diesmal der rechtspopulistischen AfD, gegeben und damit maßgeblich dafür gesorgt haben, dass diese in den Bundestag einziehen kann. Und wieder wird die Frage auftauchen: Warum tun die Ossis das bloß?

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