Vorurteile gegenüber Roma in evangelischer Kirche tief verwurzelt


Kirche © Sebastian Rittau @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Auch in der evangelischen Kirche sitzen Vorurteile gegenüber Sinti und Roma teilweise bis heute tief, wie eine Studie darlegt. Sie zeigt auch, dass sich die Kirche in der NS-Zeit an der Minderheit schuldig gemacht hat.

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Vorurteile gegenüber Sinti und Roma sind einer Studie zufolge auch innerhalb der evangelischen Kirche tief verwurzelt und bis heute kaum aufgearbeitet. Laut einem am Mittwoch auf einer Tagung der Evangelischen Akademie in Berlin vorgestellten Gutachten der Heidelberger Historikerin Verena Meier über „Protestantismus und Antiziganismus“ gibt es zahlreiche Belege kirchlichen Versagens bis in die Gegenwart. Bis heute fehle es an einer systematische Forschung zu diesem Thema, sagte Meier und appellierte an die Kirche, sie müsse aus dem „Erinnerungsschatten“ heraustreten. Auftraggeber der Studie war der Zentralrat der Sinti und Roma.

Zementiert wurden die Vorurteile laut Meier bereits vom Reformator Martin Luther (1483-1546), der die Feindschaft gegen Sinti und Roma theologisch rechtfertigt habe. Die anhaltende Diskriminierung der Minderheit über die Jahrhunderte sei bei den Protestanten deshalb auf Desinteresse gestoßen, oder sie hätten sich aktiv daran beteiligt.

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