LOW-FAT-DIÄT : Eine einzige fette Lüge


Bild. FAZ.net
Jahrzehntelang hieß es: Finger weg von tierischen Fetten. Doch dass sie krank machen, wurde nie bewiesen. Nun hat sich das endlich auch in Deutschland herumgesprochen.

Von Richard Friebe | Frankfurter Allgemeine

Wo sind die Warnungen vor dem Erzfeind geblieben? Den Anteil an Fett als Energielieferant auf allerhöchstens dreißig Prozent begrenzen? Steht nirgends mehr. Wenn Milchprodukte, dann fettarm? Gestrichen. Gesättigte Fette meiden? Fehlanzeige. Was ist los bei den obersten Ernährungsberatern der Republik? Die „10 Regeln“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind seit kurzem fast komplett fettwarnungsfrei. Eine Revolution.

Es ist der bislang letzte Akt eines Dramas mit tragischen Helden, Bösewichten, Narren und wahrscheinlich vielen unschuldigen Opfern. Dabei hatte alles recht seriös und sinnvoll begonnen – verglichen jedenfalls mit der ersten Promi-Fastenkur, die von Lord Byron empfohlen wurde. Der war vor gut zweihundert Jahren für seine Kartoffel-Essig-Diät fast so berühmt wie für seine Gedichte. Den frühen Ernährungsforschern dagegen ging es nicht um die schlanke Linie. Sie wollten nur wissen, was der schwer arbeitende Mann braucht, um arbeitsfähig zu bleiben. Und wie man bei wachsender Bevölkerung die Massen möglichst günstig satt bekommt.

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