Im Land der blinden Flecken


Bild: FAZ.net
„Fake News“ wurden als die große Gefahr für die Demokratie in diesem Land und für den Bundestagswahlkampf beschworen. Bislang war davon wenig zu sehen. Stattdessen gibt es ein anderes Problem.

Von Michael Hanfeld | Frankfurter Allgemeine

Fake News? Dazu fällt einem gleich Donald Trump ein. „Fake News“ ist sein Stichwort, wenn es um die amerikanische Medienlandschaft geht, die nichts anderes über ihn verbreite. Diese wiederum, besonders die Zeitungen an der Ostküste, sieht ihn als Erfinder der „Fake News“ an. Was seine Leute als „Alternative Facts“ ausgaben, ist das Metier der Faktenchecker von der „Washington Post“ bis zum Portal „Politifact“. Sie beschäftigen sich mit wenig anderem als seinen Einlassungen und finden Fehler sonder Zahl. Doch „Fake News“, sagt Alex Tornero, der Kreativchef der Werbeagentur „The Strategy Group“ bei einem Besuch auf dem Land in Columbus, Ohio, damit hätten die Linken angefangen, die Demokraten. Dem wollten er und seine Kollegen deshalb das wahre „America First“ entgegensetzen, „The Real Donald Trump“, der sich wirklich um die Leute kümmert und die Belange der „Vergessenen“ ernst nehme. So verschieden kann man das sehen und so sah es denn auch in der Wahlwerbung aus. Der Präsidentschaftswahlkampf war eine mutmaßlich aus Mokau mitgesteuerte „Fake News“-Schlacht, die bis heute andauert.

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