Schutzmacht – Schutzgeld – Schutzjuden


Bild: Peter Laskowski/FB
Mal ganz abgesehen von dem martialischen Vokabular – ist der Begriff den Alice Weidel verwendet, auch noch ganz anders belastet, wenn sie behauptet die AfD sei die „einzig verbliebene Schutzmacht“ der Homosexuellen.

Von Wolfgang Brosche | Gespräche über Pflaumenbäume

Diese „Schutzmacht“ läßt natürlich sofort an Schutzgelderpressung denken – mag sein, daß die AfD für diesen Schutz kein Geld kassiert (da bezahlt wohl bereits Moskau – aber ein Zubrot kann an ja nicht abschlagen), doch Wohlverhalten, Liebedienerei, Kuschen…wird sie verlangen – wie es ja David Berger schon an den Tag legt, seit der mit der AfD schmust – und jetzt natürlich auch mit Frau Weidel.

Wenn Weidel von „Schutzmacht“ schwadroniert, heißt das eigentlich: „Haltet bloß die Goschen.Wir lassen Euch leben, das muß Euch reichen!“ Nie mehr Ehe für Alle Schutz vor Diskriminierung etc. Es ist kein Wunder, daß Berger in diesem Gesang einstimmt, denn sein Selbsthaß treibt immer bizarrere Blüten…

Eine zweite Assoziation, die mir sofort kam:
Seit dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert setzte dem allgemeinen und hoheitlichen Antisemitismus die Institution des „Schutzjuden“ bösartige Akzente auf den Judenhaß obenauf.
Gegen die Entrichtung von Gebühren konnten sich einige Juden diesen Titel kaufen und damit ein paar Privilegien, Gnadenakte also, die auch rasch wieder zurückgezogen werden konnten. Solange sie dem jeweiligen Landesherrn etwas einbrachten, wurden einige Juden geduldet.
Den Gipfel setzte dieser Praxis dann Goebbels auf mit seinem Spruch: „Wer Jude ist, bestimme ich!“
Noch viel schlimmer trieb es dann der Propagandaminister, als er gestattete, daß einige bereits im KZ vegetierende Juden beim übelsten Propagandafilm – „Jud Süß“ – mitachen durften als Statisten, damit ihre Gebräuche auch ganz authentisch dargestellt würden. Dieser Film erzählt auf perfideste Weise allerdings die tragische Geschichte eines solchen „Schutzjuden“ – der hier in niedrigster Propagandamanier zum Schurken Betrüger, Kriegstreiber und Vergewaltiger wird. Dafür also brauchten die Nazis „ihre“ Schutzjuden – zur Denunziation und Verleumdung. Keine Frage, daß diese Statisten schließlich doch ins Gas geschickt wurden.

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