Was sich an der Kirche ändern muss: „Genug Geld wäre da“


Eine Frau bettelt vor der Kirche Santa Sabina in Rom (picture alliance / dpa / Lars Halbauer)
Hat die Kirche ein Milieuproblem? Auf den Kirchenbänken scheinen fast nur Menschen aus einer bestimmten, bürgerlichen Schicht sitzen. Die Pfarrerin Ute Pfeiffer trauert einer inklusiven Kirche nach, die alle Menschen herzlich aufnimmt – ganz gleich, ob arm oder reich.

Pfarrerin Ute Pfeiffer im Gespräch mit Kirsten Dietrich | Deutschlandfunk Kultur

Kirsten Dietrich: Die Kirche hat ein Milieuproblem. Egal, ob evangelisch oder katholisch, zu Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen kommen fast nur Menschen aus einer bestimmten, bürgerlichen Schicht. Kontakt gerade zu sozial schwächeren Menschen oder dem, was man früher unter Arbeiterschaft gefasst hat – schwierig. Das war es früher schon, das ist es heute immer noch. Es gibt Projekte, die versuchen, diesen Graben zu überwinden, aber die haben es nicht leicht. Ute Pfeiffer ist Pfarrerin in der Berlin-Brandenburgischen Landeskirche, und sie bezeichnet sich selber als Kiezpfarrerin: Nachbarschaftscafés und andere Projekte außerhalb der Kirchenmauern sind die Orte, an denen sie am liebsten arbeitet. Das gab schon Stress mit der Verwaltung um die Frage, ob sie da ihre Zeit als Pfarrerin sinnvoll verbringt. Ute Pfeiffer sagt: Ja, unbedingt. Über ihre Erfahrungen hat sie ein Buch geschrieben, und über die Forderungen an die Kirchen, die sie daraus ableitet, habe ich vor der Sendung mit ihr gesprochen. Pfarrer haben lange Arbeitstage – aber arbeiten sie auch an den richtigen Themen und Schwerpunkten, wollte ich von ihr wissen.

Ute Pfeiffer: Na ja, sagen wir so, wir haben halt bestimmte berufliche Kernaufgaben, aber es kommt auch immer drauf an, in welcher Position man eingesetzt ist, in einer Gemeindepfarrstelle oder einer sogenannten Projektpfarrstelle oder in der Spezialseelsorge im Krankenhaus. Danach richten sich natürlich auch ein Stück die Kernaufgaben. Es ist aber schon deutlich, dass die Arbeit an Aufgaben, die aus meiner Sicht nicht dem Beruf entsprechen, sondern eher berufsfremd anzusiedeln sind, sich doch häufen.

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