Irland: Konfessioneller Glaubensunterricht in staatlichen Grundschulen wird abgeschafft


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In Irland dominiert die katholische Kirche den Bildungsbereich. Sogar an staatlichen Schulen durfte sie bislang Kindern Unterricht im Glauben erteilen. Das soll sich nach dem Willen der zuständigen Schulbehörde nun ändern.

Von Daniela Wakonigg | hpd.de

Über 90% der Grundschulen in Irland stehen in kirchlicher Trägerschaft – obwohl sie vom Staat finanziert werden. Als Gegengewicht zur Vormachtstellung insbesondere der katholischen Kirche im Bildungssektor werden seit 2008 sogenannte Community National Schools (Nationale Gemeinschaftsschulen) in staatlicher Trägerschaft etabliert.

Community National Schools verstehen sich laut dem irischen Bildungsminister Richard Bruton als „multi-konfessionelle Schulen, die alle Glaubensrichtungen willkommen heißen und eine Atmosphäre schaffen, in der der Glauben respektiert wird ohne irgendeinen speziellen Glauben zu fördern“. Dieser Aufgabe entsprechend bieten die staatlichen Grundschulen einen multi-religiösen Gemeinschaftsunterricht für alle Schüler an. Sofern Eltern den Unterricht ihrer Kinder in einer bestimmten Religion wünschten, war bisher allerdings auch dieser erlaubt. In der Praxis betraf dies vor allem katholische Schüler. Nicht zuletzt, weil der Staat Irland der katholischen Kirche bei Gründung der Community National Schools zugesichert hatte, dass sie dort katholischen Schülern dieselbe religiöse Ausbildung anbieten dürfe wie an katholischen Schulen. Zuvor hatte die katholische Kirche gedroht, dem neuen Schulmodell widrigenfalls die Unterstützung zu verweigern.

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