Meeresschwämme als Auslöser der kambrischen Explosion


Der für die Artenexplosion nötige Anstieg des Sauerstoffgehalts in den Ozeanen geht womöglich auf Kieselschwämme zurück

derStandard.de

Vor etwa 540 Millionen Jahren stieg die Zahl der Tierarten auf der Erde sprunghaft an. In dieser Phase des frühen Erdzeitalters Kambrium erschienen innerhalb von wenigen Millionen Jahren praktisch alle heute existierenden Tierstämme. Laut einer neuen Studie von Grazer und Berliner Wissenschaftern könnten Meeresschwämme die Grundlage für diese „kambrische Explosion“ geschaffen haben.

Schon Charles Darwin grübelte über das ziemlich abrupte Einsetzen einer vielgestaltigen Tierwelt. Was letztlich den plötzlichen Sprung in der Evolution auslöste, ist bis heute ungelöst, auch wenn unterschiedliche genetische, ökologische und geologische Ursachen diskutiert werden.

Anstieg der Sauerstoffkonzentration

In der urzeitlichen Welt des Kambriums enthielten die damaligen Ozeane vorerst noch so wenig Sauerstoff, dass heutige Fische dort schnell sterben würden. Für die an der TU Graz lehrende Geowissenschafterin Dorothee Hippler ist klar, dass für die Entstehung komplexer Lebensformen ein Anstieg der Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre und im Meerwasser vorausgesetzt werden muss. „Da mehrzellige Organismen Sauerstoff zum Atmen benötigen, war das für die Entstehung sichtbaren Lebens entscheidend“, so die Forscherin.

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