Wachkoma-Patient in anderen Bewusstseinszustand gebracht


Das Modell eines menschlichen Gehirns: Im Gehirn des Patienten reizten die Wissenschaftler den Vagus-Nerv in der Hoffnung, dadurch verschiedene Hirnbereiche zu aktivieren. (Foto: Armin Weigel/dpa)
Neurowissenschaftler haben es geschafft, einen Wachkoma-Patienten in einen anderen Bewusstseinszustand zu bringen. Als er seine Lieblingsmusik hörte, begann er zu weinen.

Von Astrid Viciano | Süddeutsche.de

Niemand hatte mehr damit gerechnet, 15 Jahre nach jenem Autounfall, der den Patienten aus dem Leben geschleudert hatte. Bei dem sein Gehirn mit aller Wucht gegen die Schädelknochen gestoßen war, die Schädelbasis zerbarst. 15 Jahre, nachdem die Neurologen ihm auf der gängigen Skala für Bewusstseinsstörungen leidige fünf Punkte gegeben hatten, nur knapp über dem schlechtesten Wert. Der Mann reagierte nicht auf Ansprache. Er gab nur unverständliche Laute von sich. Er reagierte, wenn überhaupt, nur noch auf Schmerzreize. Der Patient lag im Wachkoma; von einer Besserung war heute, nach all den Jahren, nicht mehr auszugehen. Und doch: Der 35-Jährige schaffte es jetzt, Kontakt mit seiner Umwelt aufzunehmen.

Dabei halfen Neurowissenschaftler allerdings kräftig nach. Sie nämlich prüften ein neues Verfahren an dem Patienten, so berichtet es ein französisches Forscherteam um Angela Sirigu vom CNRS in Bron im Fachblatt Current Biology. Ihr ehrgeiziges Vorhaben: Menschen, die seit Jahren im Wachkoma liegen, in einen anderen Bewusstseinszustand zu bringen. In einen Zustand, der ihnen erlaubt, mit ihrer Umgebung zu kommunizieren. ´

weiterlesen