Bürgermeisterwahl in Istanbul: „Materialermüdung“ in der AKP


foto: afp Istanbul-Chef: Kadir Topbas.
„Materialermüdung“ nannte es Tayyip Erdogan, der türkische Staats- und Parteichef, vor Monaten, und sein drohendes Wort klingelt seither landauf, landab in den Ohren von Abgeordneten, Bürgermeistern und Funktionären seiner konservativ-islamischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP).

Von Markus Bernath | derStandard.at

Nach 15 Jahren an der Macht knirscht es im Gebälk der so erfolgreichen türkischen Volkspartei. Wer sich müde fühle, möge sein Amt zurücklegen, empfahl Erdogan seinem Parteivolk. „Ich bin nicht müde“, machte der Bürgermeister von Istanbul klar und trat am Freitag vergangene Woche doch zurück.

Der Abtritt von Kadir Topbas, dem Chef der 17-Millionen-Metropole, zog den Vorhang über die Grabenkämpfe in der Regierungspartei weg. Am Donnerstag beeilte sich die AKP, einen neuen Bürgermeister ins Amt zu hieven. Mevlüt Uysal, Bürgermeister des Stadtteils Basaksehir weit im Westen Istanbuls, galt als Favorit. Vielen aber auch nur als Zwischenlösung bis zu den nächsten Wahlen.

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