Humanisten zeigen nackte Luther-Skulptur vor der Trierer Basilika


„Die nackte Wahrheit über Martin Luther“: Mit dieser fast vier Meter hohen Skulptur vor der Konstantin-Basilika will die Giordano-Bruno-Stiftung Aufsehen erregen. TV-Foto: Christian Kremer Foto: (h_ko )
Religionskritiker haben am Donnerstag eine Skulptur des Reformators vor der Konstantin-Basilika in Trier aufgestellt. Der Evangelische Kirchenkreis kann die Kritik nachvollziehen, weist aber auch auf die Bedeutung Martin Luthers hin.

Von Christian Kremer | volksfreund.de

Sie ist 3,98 Meter hoch und nackt. Die Skulptur von Martin Luther am Rand des Vorplatzes der Konstantin-Basilika hat einen Hut auf. Die Figur reißt ihren Mantel auf und enthüllt nicht nur das etwas klein geratene Gemächt der riesigen Statue. Auf der Innenseite des schwarzen Kleidungsstücks steht: „Luthers Ratschläge gegen die Juden hat Hitler genau ausgeführt.“ Das Zitat stammt von dem deutsch-schweizerischen Philosophen Karl Jaspers. Auf dem grauen Block, auf dem die Skulptur steht, ist zu lesen: „Die nackte Wahrheit über Martin Luther.“ In kleiner Schrift steht ein Hinweis auf die Internetseite der Urheber: die Giordano-Bruno-Stiftung (GBS).


Die Stiftung hat der in Trier geborene Philosoph und Schriftsteller Michael Schmidt-Salomon gegründet. Sie steht für Religionskritik, für evolutionären Humanismus. „Mit der Aktion will die GBS die weitgehend unkritische Verehrung des Reformators infrage stellen“, heißt es auf einem Flugblatt, das neben der Statue ausgelegt ist. Für die Würdigung des 500. Jahrestags der Reformation würden 250 Millionen Euro Steuergeld ausgegeben. Die dunkle Seite Luthers, zu der aus Sicht der Stiftung vor allem seine antisemitischen Schriften gehören, werde dabei ausgeblendet.

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