Israel: „Wir werden weder Juden noch Araber entwurzeln“


Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versprach, dass jüdische Siedlungen in besetzten Gebieten nie wieder geräumt werden. Foto: dpa
Die 50-Jahrfeier der „Befreiung von Judäa und Samaria“ stößt auch in Israel selbst auf Kritik. Unter dem Applaus seiner Anhänger gibt Premier Netanjahu eine Bestandsgarantie für Siedlungen ab.

Von Inge Günther | Frankfurter Rundschau

Der Aufwand war groß, der Erfolg eher zweifelhaft. Bei dem kontroversen Staatsakt, mit dem Israels Regierung am Mittwochabend „50 Jahre Siedlungen in Judäa und Samaria“, gemeinhin bekannt als das Westjordanland, zelebrierte, blieb ein Gutteil der 4000 Sitze im eigens eingerichteten Amphitheater des Siedlungsblocks Gusch Etzion leer. Umso vollmundiger fiel die Rede von Premier Benjamin Netanjahu aus, der unter dem Applaus der versammelten Anhängerschaft eine Bestandsgarantie für Siedlungen abgab. „Ich sage es klar“, so Netanjahu: „Siedlungen werden nicht noch mal im Land Israel geräumt“ – ein Begriff, der offenkundig die besetzten palästinensischen Gebiete einschließt. „Wir werden weder Juden noch Araber entwurzeln.“

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