Regensburger Domspatzen: Des Führers Knabenchor


Die Regensburger Domspatzen bei Adolf Hitler auf dem Obersalzberg am 13. August 1938. (Foto: Bischöfliche Zentralbibliothek Regensburg, Nachlass Theobald Schrems)
Der Chor hat erstmals seine Geschichte im Nationalsozialismus aufgearbeitet. Dabei zeigt sich, wie bereitwillig er sich für das antiklerikale Regime einspannen ließ.

Von Johann Osel | Süddeutsche.de

September 1938, die Eröffnung des Reichsparteitags in Nürnberg. Die Regensburger Domspatzen sind dabei, die Burschen tragen Uniformen des Jungvolks der Hitler-Jugend. Und sie singen, dazu sind sie eingeladen, das Lied „Wach auf“ aus Richard Wagners „Meistersingern“. Adolf Hitler war angetan, äußerte er doch den Wunsch, der Chor möge im Folgejahr wieder auftreten.

Der Nürnberger Oberbürgermeister hatte im Auftrag des Führers bereits in Regensburg angefragt – der Überfall auf Polen, der Beginn des Zweiten Weltkrieges, kam dazwischen, der Reichsparteitag fand nicht statt. Seit 1936, als die Domspatzen auf dem Obersalzberg sangen, nicht das einzige Mal, bekamen sie einen „Führerzuschuss“, erst 8000, dann 12000 Reichsmark.

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