Erbgut gewaltiger Baumkiller entschlüsselt

Die Fruchtkörper der Hallimasche sind um befallene Bäume herum zu sehen. Unterirdisch bilden sie riesige Netzwerke. | Eidg. Forschungsanstalt WSL
544 Tonnen wiegt eines der grössten Lebewesen der Welt: Ein Pilz der Gattung Armillaria (Hallimasche). Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Forschungsanstalt WSL hat nun das Erbgut von vier Arten dieser Pflanzenschädlinge entschlüsselt.

Luzerner Zeitung

Weltweit befallen Hallimasche mehr als 500 Pflanzenarten in Wäldern und Parks und lösen Wurzelfäule aus. Ihr unterirdisches Netzwerk aus Pilzfadensträngen (Rhizomorphen), mit denen sie nach neuen Wurzeln suchen, kann gewaltig werden: So ist beispielsweise das grösste Lebewesen der Schweiz ein Riesen-Hallimasch, der 2004 im Schweizer Nationalpark entdeckt wurde und eine Grösse von 50 Fussballfeldern hat. Die sichtbaren Fruchtkörper sind dagegen geradezu unscheinbar.

Ein Individuum in den USA mit dem Spitznamen „humongous fungus“ („gigantischer Pilz“) besitzt sogar ein Netzwerk mit einer Fläche von fast 1000 Hektaren und einem Gewicht von 544 Tonnen. Damit gehört es zu den grössten Lebewesen der Erde, wird allerdings beispielsweise von Riesenmammutbäumen übertroffen.

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Kanada: Katholischer Aufklärungsunterricht für Regierung unakzeptabel

Themenbild.

Die katholischen Schulen des Bundesstaates Alberta arbeiten einen neuen Lehrplan aus, der die Sexualität entsprechend der katholischen Lehre behandeln soll. Die Regierung will diesen nicht akzeptieren.

katholisch.de

Aufklärungsunterricht der sich an die Lehre der Kirche hält, ist nach Ansicht der Regierung des kanadischen Bundesstaates Alberta für den Lehrplan an katholischen Schulen „unakzeptabel“.

Das Council of Catholic School Superintendents of Alberta (CCSSA, dt. Rat der katholischen Schulleiter von Alberta) hat es als „problematisch“ bezeichnet, wenn das Bildungsministerium einen Lehrplan, der einen positiven Zugang zum „homosexuellen Lebensstil“, zu Masturbation, Oral- und Analverkehr und zur Gender-Ideologie enthalte. Das CCSSA arbeitet seit einem Jahr gemeinsam mit Vertretern der Schulbehörde an der Weiterentwicklung des Lehrplanes, einschließlich des Aufklärungsunterrichts.

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Zwei Meter weniger Eisdicke: Österreichs größter Gletscher zerfällt

Die Pasterze am 31. August 2017. Im Bereich der Gletscherzunge im Vordergrund schmolz die Eisdicke in nur vier Monaten um fünf bis zehn Meter. Wo das Eis mit Schutt bedeckt ist, schmilzt weniger, da der Schutt die Strahlung abschattet. – Zamg
2017 ist ein schlechtes Jahr für die heimischen Gletscher: Die Pasterze hat im Schnitt etwa zwei Meter an Eisdicke verloren, am Sonnblick sieht es nicht besser aus.

Die Presse.com

Die Pasterze, Österreichs größter Gletscher, hat innerhalb eines Jahres im Mittel zwei Meter an Eisdicke verloren. In den vergangenen fünf Jahren waren es sogar 25 Meter. Die Pasterzenzunge dürfte damit in den kommenden 40 Jahren völlig verschwinden, informierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) am Dienstag. Die Gletscher am Sonnblick verloren ebenfalls zwei Meter Eisdicke.

2017 war ein schlechtes Jahr für die heimischen Gletscher, hieß es in der Aussendung. Die von der Zamg regelmäßig vermessenen Gletscher in den Hohen Tauern gingen mit zehn Prozent weniger Schnee aus dem Winter, und schmolzen im heißen Sommer extrem stark. „Dass die Gletscher schmelzen, erleben wir mittlerweile schon jedes Jahr, aber heuer waren die Massenverluste besonders hoch“, erläuterte Zamg-Experte Bernhard Hynek.

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US-Bischöfe veröffentlichen Gebetbuch gegen Dämonen

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Kurz vor Halloween hat die US-Bischofskonferenz ein Gebetbuch herausgebracht, das alle Gläubigen in ihrem Kampf ‚gegen die Mächte der Dunkelheit’ unterstützen soll.

kath.net

Die katholische Bischofskonferenz der USA (USCCB) hat kurz vor Halloween ein Buch mit Gebeten „gegen die Mächte der Dunkelheit“ veröffentlicht. Die Gebetstexte sind der englischen Übersetzung des Exorzismusrituals entnommen.

Das vollständige Rituale für den Exorzismus ist nur für Bischöfe erhältlich. Die Bischofskonferenz hat eine Auswahl von Gebeten die für alle Gläubigen getroffen. Sie sollen alle Gläubigen bei ihrem „Kampf gegen den bösen Feind“ unterstützen und begleiten, schreibt die Bischofskonferenz. Das Buch sei ein „Schatz an Dank- und Bittgebeten an den allmächtigen Gott und Gebete um die Fürbitte der Heiligen“, heißt es wörtlich auf der Internetseite der USCCB.

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Dodo Käßmann: Kirche soll sich nicht in private Nischen abschieben lassen

Die evangelische Theologin Margot Käßmann sieht in der großen Resonanz auf das Reformationsjubiläum eine Ermutigung für die Kirche, sich nicht in private Nischen abschieben zu lassen.

ZEIT ONLINE

Vielmehr müsse die Kirche nach Wegen suchen, wie sie auch künftig die Menschen mit ihrer Sehnsucht nach Halt und Lebenssinn ansprechen kann, sagte die ehemalige EKD-Chefin und frühere hannoversche Landesbischöfin der dpa. Das könne aber nicht von oben verordnet werden, sondern müsse von Gemeinden vor Ort mitentwickelt werden.

Gottesbezug in die hessische Verfassung aufnehmen

Bild: @Kiwi_Gold/twitter

Limburger Diözesanversammlung diskutiert Verhältnis von Kirche und Politik – CDU-Politiker: Christen müssten aktiver werden, wenn sie in derartigen Fragen etwas bewirken wollten, um ihre Kampagnenfähigkeit sei es nicht gut bestellt.

kath.net

Die Diözesanversammlung des Bistums Limburg unterstützt ausdrücklich die Aufnahme eines Gottesbezugs in die Präambel der Hessischen Landesverfassung: Das hat das Gremium im Rahmen seiner jüngsten Sitzung am Samstag, 28. Oktober, in Wiesbaden-Naurod beschlossen. Die Chancen für eine Realisierung dieses Wunsches stehen allerdings nach Einschätzung des Landtagsabgeordneten Jürgen Banzer nicht allzu gut. Der Vorsitzende der Enquetekommission „Verfassungskonvent zur Änderung der Verfassung des Landes Hessen“ rechnet nach seinen eigenen Worten nicht mit einer dementsprechenden Änderung der Präambel. In diesem Zusammenhang berichtete er den Mitgliedern der Diözesanversammlung, dass ihn gerade mal 60 unterstützende Zuschriften zu diesem Thema erreicht hätten. Die Christen müssten aktiver werden, wenn sie in derartigen Fragen etwas bewirken wollten, mahnte der CDU-Politiker. Um ihre Kampagnenfähigkeit sei es nicht gut bestellt.

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Deutscher Atomschutzbunker soll zur Cannabis-Zuchtstation werden

Bild: Wikimedia commons/Bogdan (CC BY-SA 3.0)
In Deutschland wird künftig in großem Stil Cannabis für medizinische Zwecke angebaut. Auf einem ehemaligen Gelände für Kampfflugzeuge soll an der Pflanze geforscht werden.

Die Presse.com

Einst starteten auf dem Gelände die Kampfflugzeuge der deutschen Bundeswehr. Nachdem der letzte „Tornado“ aus Memmingerberg längst abgezogen ist, sollen dort nun Hanfpflanzen gedeihen. In einem Atomschutzbunker des ehemaligen Fliegerhorstes ein paar Kilometer von Memmingen entfernt wollen Wissenschafter künftig an Cannabispflanzen forschen.

Das Projekt wird von einem Unternehmer aus Schwaben und der Technischen Universität München vorangetrieben. Noch steht allerdings die Genehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte aus.

Sollte die Erlaubnis bis Ende des Jahres vorliegen, könne der Anbau der Cannabispflanzen im Frühjahr 2018 starten, sagt Professor Wolfgang Eisenreich von der Fakultät für Chemie der TU. „Wir stehen in den Startlöchern.“ Das Forschungsprojekt würde dann mindestens drei bis vier Jahre laufen.

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Lehrer wegen Missbrauchs von Schülerinnen verurteilt

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen ist ein Lehrer eines Frankfurter Gymnasiums am Montag vom Amtsgericht Frankfurt zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt worden.

FOCUS ONLINE

Der heute 46-Jährige hatte vor Gericht die sexuellen Kontakte mit zwei damals 15 Jahre alten Schülerinnen eingeräumt. Den weitergehenden Punkt der Anklage, den Besitz kinderpornografischer Dateien, bestritt er jedoch. Nachdem das Gericht einen Sachverständigen angehört hatte, wurde der Lehrer von diesem Vorwurf freigesprochen.

Als Bewährungsauflage setzte das Gericht die Zahlung von 5000 Euro an eine der beiden Schülerinnen fest. Die zweite hatte auf eine Geldzahlung verzichtet.

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Vergewaltigungsvorwürfe gegen Tariq Ramadan

Tariq Ramadan (2009). Bild: wikipedia.org/ Joshua Sherurcij
Der prominente Islamwissenschaftler wird von zwei Frauen der Vergewaltigung beschuldigt. Für muslimische Feministinnen könnte dies der Auftakt für eine größere Auseinandersetzung sein

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Zwei Frauen haben in der vergangenen Woche Anklage bei der Staatsanwaltschaft in Rouen und in Paris gegen Tariq Ramadan eingereicht. Die Frauen werfen ihm Vergewaltigung vor.

Den Vorwürfen wird in Frankreichs Medien großer Platz eingeräumt, vorweg bei Le Monde und Le Parisien, beide Publikationen veröffentlichten dazu mehrere Artikel, Stellungnahmen, Interviews und Kommentare. Tariq Ramadan ist eine bekannte öffentliche Persönlichkeit. Der Schweizer ägyptischer Herkunft ist ein Enkel von Hassan al-Banna, dem Mitbegründer der ägyptischen Muslimbrüder, Professor für Islamwissenschaft an der Universität Oxford und Auslöser vieler Debatten, die um die Rolle des Islam kreisen.

Seine Stellung, sein öffentliches Wirken, politische Vernetzungen und Streitpunkte, die seine Einlassungen auslösten, wurden ausführlich von Bernard Schmid anhand der Kontroverse um Ramadans Aussagen zu den französischen jüdischen Intellektuellen und deren Haltung zu Israel beschrieben. Der Artikel erschien 2003. Schon damals war in Zusammenhang mit Kritik an Ramadan von dem Vorwurf einer „Hetzkampagne“ gegen den islamischen Prediger die Rede.

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FRÜHERE CHEMTRAIL-ANHÄNGERIN: Das Muster der Verschwörung

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Die Eliten vergiften uns, Nazis wohnen in der hohlen Erde. Absurde Theorien, die sich aber immer rasanter verbreiten. Warum nur? Eine Aussteigerin aus der Szene erzählt.

Von Leonie Feuerbach | Frankfurter Allgemeine

Wenige Tage nach der Doku über den 11. September 2001 glaubte Stephanie Wittschier schon an Chemtrails. Also daran, dass die Kondensstreifen von Flugzeugen in Wirklichkeit Gifte sind, welche die Menschen gefügig machen sollen. Ihre wilde Reise durch die Welt der Verschwörungstheorien führte Wittschier dann von der Vorstellung, in der hohlen Erde lebten Nazis, bis hin zu Panikattacken und Selbstmordgedanken. Dabei hatte sie bloß einen Film angeschaut, in dem allerlei Ungereimtheiten rund um den Anschlag auf das World Trade Center gezeigt wurden, sich danach an ihren Rechner gesetzt und sich durch Internetseiten geklickt, die ihr rund um den 11. September empfohlen wurden.

Bald sah sie überall Gefahren: In den Kondensstreifen am Himmel, in den Wolken – auch die erschienen ihr vergiftet –, den Konservierungsstoffen im Essen. Ihr Gedanke, als sie Selbstmordvorstellungen quälten: Wenn die Elite sie doch ohnehin umbringen wollte, wieso es dann nicht gleich selbst erledigen, ohne unnötig unter all den Giften in Luft und Essen zu leiden?

Verschwörungstheorien sind einerseits nichts Neues. Schon seit Jahrhunderten existieren Erzählungen darüber, dass eine geheim handelnde Gruppe ein Land oder die ganze Welt kontrollieren oder gar zerstören will, Stichwort Illuminati. Stephanie Wittschiers Fall ist außerdem extrem. Nicht jeder, der glaubt, die Anschläge auf das World Trade Center seien von den Amerikanern bewusst nicht verhindert oder gar selbst ausgeführt worden, glaubt irgendwann auch, dass uns Chemtrails vergiften, die Bundesrepublik kein wirklicher Staat oder die Erde hohl ist.

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Wer „Verschwörungstheoretiker“ beschimpft, ist Kartell-Komplize! Es wird Zeit, dass wir unsere Zurückhaltung gegenüber den Systemschwätzern aufgeben, die mit nichts in der Hand gegen Bevölkerung, Tatsachen und besseres Wissen anstänkern wollen. WIR haben die besseren Argumente, WIR bringen Menschen zusammen, WIR stützen kein Ausbeutungssystem, WIR beuten niemanden aus, WIR zetteln keine Kriege oder Morde an! Sind Sie Zuschauer – oder Teil der notwendigen und überfälligen Veränderung? Machen Sie mit – SCHREIBEN SIE MIT UNS GESCHICHTE! http://deutsche-mitte.de/mitgliedschaft/ SPENDEN ERBETEN! IBAN: DE80430609671180443400BIC: GENODEM1GLS

Vor 25 Jahren rehabilitierte Johannes Paul II. Galileo Galilei

Galileo Galilei – Porträt von Justus Sustermans, 1636. Bild: wikipedia.org/PD

Der Streit um das neue Weltbild schuf für Jahrhunderte einen Riss zwischen Wissenschaft und Kirche – Eine Geschichte von Missverständnissen

Von Burkhard Jürgens | kath.net

Ein kleiner Schritt für einen Menschen: An einem Frühsommertag 1633 verlas Galileo Galilei im römischen Dominikanerkloster Santa Maria sopra Minerva ein Dokument der Inquisition, mit dem er seiner Lehre von der Erdbewegung um die Sonne abschwor. Der Akt rettete ihm das Leben, aber er wurde zum Symbol einer Spaltung zwischen Naturwissenschaft und Kirchenlehre. Erst dreieinhalb Jahrhunderte nach dem Tod des knorrigen Gelehrten vollzog Johannes Paul II. am 31. Oktober 1992 so etwas wie eine Versöhnung.

Schon als Student hatte sich Galilei mit den revolutionären Ansichten des Astronomen Nikolaus Kopernikus (1473-1543) befasst, die Planeten vollzögen eine Kreisbahn um die Sonne. Lange wies er wie die Mehrheit der Naturwissenschaftler diese These zurück. Doch seine Erforschung der Fallgesetze und der Pendelschwingung – dies noch in seiner Heimatstadt Pisa, wo er 1564 zur Welt gekommen war – führte Galilei allmählich von der gängigen aristotelischen Weltsicht zur Lehre des Kopernikus: Nach Fernrohrbeobachtungen ab 1609 bekannte sich Galilei zu dem neuen Bild vom Kosmos.

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Umstrittener Besuch von Ungarns Ministerpräsident in Wittenberg

Glaubensfreiheit, Religionstoleranz, Menschenrechte und Nächstenliebe haben in der Lutherdekade eine zentrale Rolle gespielt – ob diese Themen auch während des Besuchs des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán in Wittenberg zur Sprache komme werden, ist dagegen fraglich.

evangelisch.de

Ein geplanter Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán in Sachsen-Anhalt sorgt für Wirbel. Er erwarte von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), dass er vor dem Besuch und auch im Gespräch mit Orbán die Botschaften der Lutherdekade deutlich mache, sagte der SPD-Europaabgeordnete Arne Lietz am Montag in Wittenberg. Darin hätten Grundfragen wie Glaubensfreiheit, Religionstoleranz, Menschenrechte und Nächstenliebe eine zentrale Rolle gespielt. Orbán sollte Wittenberg nicht verlassen, ohne dass ihm das Thema Religionsfreiheit mit auf den Weg gegeben werde, betonte Lietz.

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Syrer wegen mutmaßlicher Anschlagspläne festgenommen

Ein 19-jähriger Syrer ist in Schwerin wegen mutmaßlicher Anschlagspläne festgenommen worden. Anhaltspunkte für eine Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gebe es aber bislang nicht.

Frankfurter Rundschau

Wegen mutmaßlicher Anschlagspläne ist in Schwerin ein 19-jähriger Syrer festgenommen worden. Yamen A. sei „dringend verdächtig“, einen „islamistisch motivierten Anschlag mit hochexplosivem Sprengstoff in Deutschland geplant und bereits konkret vorbereitet zu haben“, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Dienstag mit. Anhaltspunkte für eine Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gebe es aber bislang nicht.

Der 19-Jährige wurde den Angaben zufolge am frühen Morgen durch Spezialkräfte der Bundespolizei und des Bundeskriminalamtes in Schwerin festgenommen. Seine Wohnung und die „weiterer bislang nicht tatverdächtiger Personen“ wurden durchsucht.

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„Todesangst bestimmt unsere Kultur“

Muss der Tod beängstigend sein? Renate Georgy und Thomas Hohensee sagen: nein. (Foto: Samuel Zeller/Unsplash)
Der Tod ist besser als sein Ruf, sagen Renate Georgy und Thomas Hohensee. In ihrem Buch plädieren die Autoren für einen gelassenen Umgang mit dem Lebensende. Auch mit dem eigenen.

Interview von Ruth Schneeberger | Süddeutsche Zeitung

Von Helikoptereltern, die ihr Kind nicht aus den Augen lassen, bis zu hollywoodschen Greisen, die sich zu Jugendlichen umoperieren lassen: Hinter vielen modernen Lebensentwürfen steckt die Angst vor dem Tod, sagen Renate Georgy und ihr Mann Thomas Hohensee. In dem Buch „Der Tod ist besser als sein Ruf“ stellt das Berliner Autorenpaar provokante Thesen auf, kritisiert die katholische Kirche als Angstmacher und fordert einen gelasseneren Umgang mit der Endlichkeit. Und wie steht es mit der Gelassenheit um ihr eigenes Ende?

SZ: Hatten Sie selbst Angst vor dem Tod, bevor Sie sich mit dem Thema auseinandersetzten?

Renate Georgy: Nicht so sehr wie andere. Ich komme aus einer Familie, in der man konstruktiv mit dem Thema umgeht. Das war auch der Einstieg für mich zu diesem Buch. Aber ich kann die Angst schon nachvollziehen.

Wie äußern sich diese Ängste in unserer Gesellschaft?

Thomas Hohensee: Todesangst bestimmt unsere Kultur. Das spiegelt sich in Körperkult und Jugendwahn. Gier, Zeitnot, Hektik, das Gefühl, etwas zu verpassen, die Panik, dass einem die Zeit davon läuft, der Druck, dass man unbedingt Kinder bekommen will oder dass man ein Werk schaffen muss – dahinter steckt immer die Angst: Mein Gott, ich werde verschwinden, es muss dringend irgendetwas von mir weiterleben! So wird man aber seines Lebens nicht froh. Dass der Körper stirbt, kann niemand leugnen. Wer dagegen an ein vom Körper unabhängiges Bewusstsein glaubt, fragt nicht, was von ihm bleibt, sondern: Wo geht das Bewusstsein hin?

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Israels Ultraorthodoxe gegen Wehrpflicht: Beten statt kämpfen

Ultra-Orthodox Jews protest against army recruitment CREDIT: EPA / telegraph.co.uk
In Israel müssen alle jüdischen Männer und Frauen Wehrdienst leisten – außer die Ultraorthodoxen. Das Oberste Gericht will das nun nach jahrelangen Debatten und Protesten endgültig ändern. Die Folge: Gewalt.

Von Dominik Peters | SpON

Tausende ultraorthodoxe Männer protestieren. Sie blockieren in Jerusalem die Straßen, werfen Steine, bringen die Straßenbahn zum Stillstand und liefern sich Kämpfe mit der Polizei. Die Beamten setzen Reiterstaffeln ein und nehmen immer wieder Dutzende Demonstranten fest.

Seit Mitte Oktober geht das so in der heiligen Stadt, aber auch an anderen Orten in Israel. Der Grund: Die Ultraorthodoxen sollen Wehrdienst leisten, weigern sich aber vehement.

In Israel müssen jüdische Männer drei Jahre zur Armee, Frauen für zwei Jahre. Ausgenommen sind bislang nur die Ultraorthodoxen, die an Religionsschulen eingeschrieben sind. Das hat historische Gründe.

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Mysteriöse Schallattacken in Kuba: Zikaden unter Verdacht

foto: ap/dave ellis/the free lance-star Unter Verdacht: die Zikade
Nachrichtenagentur veröffentlicht Aufnahmen der Geräusche, die US-Diplomaten krank gemacht haben sollen

derStandard.at

Die US-Regierung wirft den kubanischen Behörden vor, ihr Botschaftspersonal auf der Karibikinsel nicht ausreichend vor mysteriösen Schallattacken beschützt zu haben. Die Hälfte der US-Mitarbeiter der Vertretung in Havanna wurde deswegen abgezogen, 15 Mitarbeiter der kubanischen Botschaft in Washington des Landes verwiesen.

Seit November vergangenen Jahres sind demnach 22 US-Diplomaten in Kuba an mysteriösen Ohrenleiden erkrankt. Einige der Betroffenen hätten dauerhaft ihr Gehör verloren, teilte das US-Außenministerium mit. Andere Symptome seien Tinnitus, Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen gewesen.

Obwohl sich die ersten Attacken bereits 2016 ereignet haben sollen, waren bisher keine Aufzeichnungen der „Schallangriffe“ bekannt, bis der Nachrichtenagentur AP Mitte Oktober Audiodateien zugespielt wurden.

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Kuwaits Israel-Boykott vor Frankfurter Gericht

Kuwait Airways: Israelis sind hier nicht willkommen. Foto: afp
Die Fluglinie des Emirats, die einen israelischen Passagier ablehnte, legt ein umstrittenes Gesetz vor. Kritik gibt es auch aus der Politik.

Von Georg Leppert | Frankfurter Rundschau

Wer mit einem Israeli Handel treibt, wird mit einer „Gefängnisstrafe und harter Gefängnisarbeit zwischen drei und zehn Jahren“ bestraft. Der Täter muss auf eigene Kosten ein Schild herstellen lassen, auf dem er der geschäftlichen Kontakte zu Israelis bezichtigt wird. Dieses wird dann für drei Monate an der Frontseite seines Geschäfts angebracht. Derweil können Bürger, die auf Handel mit Israelis hinweisen, mit einer Belohnung rechnen. So steht es im „Einheitsgesetz zum Israel-Boykott“ des Emirats Kuwait. Diese Normen könnten nun vor dem Landgericht Frankfurt eine entscheidende Rolle spielen.

Seit September befasst sich das Gericht mit der Klage eines Israelis, der ein Ticket für einen Kuwait-Airways-Flug von Frankfurt nach Bangkok gekauft hatte. Doch die staatliche Gesellschaft stornierte sein Ticket kurzerhand und berief sich auf das Gesetz, das es dem Unternehmen verbiete, einem Israeli ein Flugticket zu verkaufen. Zudem sollte der Mann in Kuwait umsteigen, was ebenfalls rechtswidrig sei.

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Syrien: Bündnis der Paradoxien

Bild: Qantara.de
In Nordsyrien haben zwei gegensätzliche politische Pole eine erstaunliche militärische Allianz geschmiedet: Spezialeinheiten der US-Streitkräfte und die „Syrian Democratic Forces“, hinter denen in Wirklichkeit die PKK Abdullah Öcalans steckt.

Von Stefan Buchen, Karaman Yavuz | Qantara.de

Plaudern gehört eigentlich nicht zu seinem Job. Aber am 21. Juli wollte der Befehlshaber des Kommandos „Spezialoperationen“ der US Army offenbar einmal mitteilen, wie er die Fäden zieht.

General Raymond Thomas hatte bei einer Sicherheitskonferenz des Aspen-Instituts im Bundesstaat Colorado auf dem Podium Platz genommen. Im lockeren Plauderton hangelt sich die Unterhaltung mit der Moderatorin von Brennpunkt zu Brennpunkt um den Globus. Nach einer halben Stunde kommt man in Syrien an, genauer gesagt im Norden des nahöstlichen Landes, in dem seit sechs Jahren Krieg herrscht.

Auch dort hat der hochdekorierte General „Spezialtruppen“ unter seinem Kommando. Dass sie dort sind, um den „Islamischen Staat“ zu bekämpfen, ist kein Geheimnis. Ebenso ist bekannt, dass sich die US-Streitkräfte dort von einer erst 2015 ins Leben gerufenen „kurdisch-arabischen Miliz“ namens „Syrian Democratic Forces“, kurz SDF, helfen lassen. Aber um wen es sich bei dieser mysteriösen Miliz genau handelt, daraus hatten US-Militärs bis dato keinen Gegenstand öffentlicher Erörterung gemacht. Auch für eingefleischte Syrienexperten waren die „SDF“ bisher ein Rätsel.

In Colorado legt General Thomas überraschend die Karten auf den Tisch. Damals, 2015, habe er kurdische Politfunktionäre und Milizenchefs der PKK getroffen. „Sie müssen Ihren Firmennamen ändern“, habe er ihnen gesagt. Der General erläutert, dass der alte Firmenname nicht vermittelbar gewesen wäre. „Wenn sie zu sehr die Verbindung zu ihrer Vergangenheit, zur PKK, in den Vordergrund stellen würden, dann schüfe das Probleme“, erklärt Thomas dem Publikum.

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Israels Armee zerstört Tunnel aus Gazastreifen – mehrere Tote

Die israelische Armee hat am Montag nach eigenen Angaben einen «Terror-Tunnel» zerstört, der vom Gazastreifen auf israelisches Gebiet führte. Bei dem Einsatz seien fünf Palästinenser getötet und zehn weitere verletzt worden, teilte ein Sprecher der palästinensischen Gesundheitsbehörden mit.

Neue Zürcher Zeitung

Nach Angaben aus Gaza handelte es sich um einen Tunnel der militanten Organisation Islamischer Jihad. Israels Armeesprecher Jonathan Conricus sagte Journalisten, der unterirdische Gang in der Nähe von Chan Junis im südlichen Teil des Palästinensergebiets sei von israelischem Gebiet aus mit Sprengstoff zum Einsturz gebracht worden.

Dabei sei eine neuartige Technologie eingesetzt worden, erklärte der Sprecher, wollte aber keine weiteren Details nennen. Israelische Medien berichteten, vor dem Angriff sei aus Sorge vor einer Eskalation das Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) im Süden Israels in Position gebracht worden. Eine Armeesprecher in Tel Aviv wollte sich dazu nicht äussern.

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One of the Biggest Beer Companies in the US Just Invested $200 Million in Canadian Weed

Image: Pixabay
Constellation Brands brings Corona and Modelo to the US, and now they’re getting into pot.

By Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

America is on the cusp of a weed revolution, and it’s got many alcohol giants nervous about legal pot eating into their profits. But at least one major brewer has decided rather than fight Big Marijuana, it’s going to join them, investing nearly $200 million in a Canadian weed company.

Constellation Brands, Inc. is a New York-based Fortune 500 company that makes and exports beer brands including Corona and Modelo to the US. Constellation has purchased a 9.9 percent stake in Canopy Growth Corporation, a Canadian weed startup, at a price tag of $191 million US.

This is one of the first major public investments from an alcohol company into the marijuana industry, a possible bellwether for the rest of Big Booze, which has been expressing deep concerns in the last two years over the impact that legalized weed would have on their business.

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