Frust im Jenaer Tierlabor: Uniklinikum kämpft noch mit Auswirkungen der Razzien


Michael van der Well, Leiter der experimentellen Tierhaltung am Uniklinikum in Jena, inspiziert die Käfige, in denen Mäuse für Versuche gehalten werden. Wegen der Schwierigkeiten bei der Genehmigung von Tierversuchen in Thüringen sind die Versuchstierkäfige beim Uniklinikum derzeit nur noch zu zwei Dritteln ausgelastet. Foto: Kai Mudra
Tierversuche in Jena sind seit dem Vorjahr im Gespräch. Razzien im Auftrag der Staatsanwaltschaft Gera und des Landeskriminalamtes in Erfurt erregten Aufsehen. Die aufwendigen Ermittlungen laufen inzwischen länger als zwei Jahre und sind noch immer nicht beendet.

Von Kai Mudra | Thüringer Allgemeine

Raus aus den Schuhen, das Hemd abgestreift, auch Socken und Hose müssen runter. Die Sicherheitsvorgaben stehen unter anderem im Gentechnik-Gesetz und dulden keine Ausnahmen.

Hände und Arme desinfizieren – die Regeln sind strenger als beim Betreten eines Operationssaals. Also rein in die Laborhose und das rosa Hemd. Den Atemschutz aufgesetzt und das Haarnetz, zuletzt folgen weiße Stoffsocken und Schutzhandschuhe. Ein Bildchen an der Tür zeigt mir noch einmal, was ich alles anhaben sollte.

Für mich bestehe keine Gefahr, versichert Michael van der Wall, Leiter der experimentellen Tierhaltung des Uniklinikums in Jena, vor Betreten der Laborräume. Vielmehr soll verhindert werden, dass ich Keime einschleppe, welche die Versuchstiere gefährden oder Experimente unbrauchbar machen könnten. Zum Schluss schlüpfe ich noch in ein paar Laborschuhe, bevor sich die letzte Tür der Schleuse vor dem eigentlichen Versuchstiertrakt öffnet.

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