Bedford-Strohms Träume – Luther würde heute twittern


Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb

„Ich bin sicher, dass Luther heute twittern würde“Bedford-Strohm

Wenn Luther heute leben würde und er, wie von Bedford-Strohm erträumt, twittern würde, gäbe es konsequent zu Ende gedacht die Evangelische Kirche in Deutschland nicht. Luther wäre noch katholischer Mönch oder stände kurz davor wegen Kindesmissbrauch vom Papst exkommuniziert zu werden. Bedford-Strohm wäre nicht evangelischer Landesbischof in Bayern, als katholischer Priester wäre er nicht verheiratet und hätte keine Kinder.
Luther twittert:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen…; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, … unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien (…) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören.“ (Martin Luther: Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, S. 88ff)

Selbst mit der aufgehobenen Beschränkung von 140 Zeichen, dafür 280, müsste Luther natürlich in Fortsetzungstweets seine Kommentare posten.
Er twittert weiter:

„Wie es unmöglich ist, dass die Aglaster ihr Hüpfen und Getzen lässt, die Schlange ihr Stechen: so wenig lässt der Jüde von seinem Sinn, Christen umzubringen, wo er nur kann.“ (Martin Luther: Tischreden. Erlanger Ausgabe der Werke Luthers, Bd. 62, S. 375)

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben …“ (Martin Luther: Handbuch der Judenfrage, S. 233-238)

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da.“ (Martin Luther: Werke. Weimarer Ausgabe, Bd 10/2, Weimar 1907, S. 296)

Also, Luther twittert seinen Antijudaismus, seinen Sexismus, seine Obrigkeitshörigkeit, nach dem II.Weltkrieg und dem Holocaust.

Mit Sicherheit wäre Luther heute ein verurteilter Hassprediger, einer Hetzer im Namen des Herrn. Würde das alles nicht eingetreten sein, so würde er heute am Netzdurchsetzungsgesetz grandios scheitern, selbst Twitter würde ihm die Möglichkeit des Zwitscherns seiner fulminanten Hetze unterbinden.

Die Vorstellungen eines evangelischen Landesbischofs zeigen die realitätsferne und die kognitiven Dissonanzen seiner eigenen kirchlichen Welt.

Peep.